20. Tishrei 5786


Man hört sie fast, die ‘Buh-Rufe’, die kaum noch zu stoppen waren, als Steve Witkoff ansetzte, Netanyahu im Zusammenhang mit der Freilassung der Geiseln zu loben. Im Gegensatz dazu hatte die Menge – man spricht von etwa 500.000 (!) Personen schon laut ‘Danke Witkoff!’ skandiert, während er sich auf der Bühne auf seine Rede vorbereitete. «Ich habe lange von dieser Nacht geträumt. Das ist ein beeindruckender Anblick. Premierminister Benjamin Netanyahu…», begann er, bevor er von einer Welle von Buhrufen unterbrochen wurde. Die Menge begann daraufhin, Trumps Namen zu skandieren. Witkoff reagierte darauf mit einem „OK“ und einem verlegenen Lachen. «Der Premierminister und sein Mitarbeiter Ron Dermer haben beide so viel für dieses Land geopfert und ihr Leben in den Dienst Israels gestellt. Ihr Engagement für die Geschichte und das Schicksal dieser Nation ist heute Abend besonders hervorzuheben», sagte er. «Sie haben alles gegeben, ihre Zeit, ihre Energie und ihr Herz, um eine sicherere, stärkere Zukunft für das jüdische Volk aufzubauen. Ihr Engagement für dieses Land hat nie nachgelassen.» Mehrere Familienangehörige der Geiseln äusserten sich bestürzt darüber, dass Netanyahus Name ausgebuht wurde, und erklärten gegenüber Channel 12, dies sei unangemessen. MK Benny Gantz kritisiert den Zeitpunkt und Ort der Buh-Rufe: «Aber selbst wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, ist es ein Fehler, den israelischen Premierminister vor dem Gesandten der amerikanischen Regierung und in Anwesenheit der Familien der Geiseln auszubuhen», schrieb er auf X. «Nicht heute und nicht vor diesen Menschen.» Minister der Likud Partei verurteilten die Kritik der Demonstranten auf das Allerschärfste und nannten die Demonstranten extremistische Randgruppe’ und ihr Verhalten eine «grosse Schande und beschämende Undankbarkeit gegenüber PM Netanyahu, der den Staat Israel durch eine seiner schwierigsten Zeiten geführt und enorme Erfolge erzielt hat … darunter die Rückkehr der Geiseln.» Es ist der Ausdruck einer Gruppe der Bevölkerung, die Netanyahu nicht Positives mehr zutraut,

Die Hamas hat erklärt, die 20 lebenden Geiseln könnten bereits heute freigelassen werden. Das schrieb das Wall Street Journal, das die Nachricht aus einer arabischen Quelle erhalten hat, in der heutigen Ausgabe. Das Büro des PM hat daraufhin bestätigt, für die Übernahme der lebenden Geiseln bereit zu sein, rechnet jedoch weiterhin damit, dass die Übergabe erst morgen stattfinden wird. US-Vizepräsident erklärte um 15:30, dass die Freilassung der Geiseln unmittelbar bevorstehe. Jetzt wird auch klar, was der Preis für die frühzeitige Freilassung der Geiseln sein würde: Mindestens zwei der hochrangigen palästinensischen Gefangenen, deren Freilassung bisher abgelehnt wurde, sollen im Gegenzug freigelassen werden. Welche Konsequenzen eine Ablehnung dieses Ansinnens haben wird, ist völlig offen. Die Übergabe der Geiseln wird, so die letzten Meldungen, an drei noch nicht bekannt gegebenen Orten im Gazastreifen am frühen Morgen stattfinden. Mitglieder der Hamas und des IKRK werden sich heute Abend treffen, um weitere Details zu besprechen.
Die Rückgabe der sterblichen Überreste wird von strikten Sicherheitsmassnahmen begleitet werden. General-Direktor Yehuda Avidan vom Religionsministerium drückte seine Hoffnung aus, dass alle 28 verstorbenen Geiseln übergeben werden und es von keiner heisst, sie sei ‘nicht gefunden worden’. Jeder Transfer nach Israel wird mit einer Überprüfung der sterblichen Überreste beginnen. In der Vergangenheit sei es vorgekommen, dass sich Granaten und andere Sprengsätze in den Särgen befunden hätten. Erst nach dieser Überprüfung und einer ersten Identifizierung werden die Leichen vom IKRK an die Grenze gebracht werden, von wo aus sie in das nationale Forensik Institut, Abu Kabir bei Tel Aviv, überstellt werden. Der Prozess der Identifizierung kann, so Dr. Chen Kugel, Direktor des Instituts, Stunden bis Tage dauern. Erst wenn wirklich alle möglichen Informationen, auch die über das, was zum Tod der Geiseln führte, vorhanden sind, werden sie den Familien mitgeteilt. Einige Familien wurden bereits informiert, dass die sterblichen Überreste ihrer Angehörigen möglicherweise morgen noch nicht nach Israel zurückgebracht werden.
Der vorläufig endgültige Plan für den Blitzbesuch von Trump in Israel wurde heute vom Büro des PM bekannt gegeben. Präsident Isaac Herzog und Netanyahu werden den amerikanischen Gast um 09:20 am Flughafen begrüssen. Um 10:15 ist ein kurzes Treffen von Trump und Netanyahu im Büro des PM vorgesehen. Sein Transfer nach und von Jerusalem wird ab 7 Uhr morgens bis etwa 14 Uhr zu zahlreichen Strassensperren vom Flughafen nach Jerusalem, aber auch innerhalb der Stadt führen. Um 10:45 sind 15 Minuten (!!) für ein Treffen mit Familienangehörigen von Geiseln in der Knesset eingeplant, gefolgt von den Reden von Trump, Knesset-Sprecher Amir Ohana, Oppositionsführer Yair Lapid und Netanyahu ab 11 Uhr. Um 13 Uhr verabschieden Präsident Isaac Herzog und Netanyahu Trump bereits wieder am Flughafen.
Trump fliegt von Tel Aviv aus nach Sharm el-Sheikh, wo er an einem internationalen Treffen teilnehmen wird. Eingeladen hierzu sind die Aussenminister und/oder Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, GB, Italien, Katar, der VAE, Jordanien, der Türkei, Saudi-Arabien, Pakistan, Indonesien, Spanien, Japan, Aserbaidschan, Armenien, Ungarn, EL-Salvador, Zypern, Griechenland, Bahrein, Kuwait und Kanada. Der Iran war eingeladen, wird aber nicht teilnehmen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres wird ebenfalls beim Treffen anwesend sein. Israel wurde nicht eingeladen. Ägypten weigerte sich, die PA einzuladen, obwohl die Hamas sie darum gebeten hatte. Das Treffen ist die Verlängerung desjenigen, das bereits anlässlich der UNO-Generalversammlung stattgefunden hatte. Besprochen wird der endgültige Rahmen, um den Krieg in Gaza zu beenden. Die Treffen fanden und finden auf Anregung von Trump statt.
Der rechtsextreme Ben-Gvir, selbst Bewohner des Ortes Kiryat Arba in Judäa, hat offenbar Bedenken, wenn zahlreiche der freizulassenden palästinensischen Gefangenen auch in ihre Heimatorte in seiner Nähe zurückkehren können. Unmittelbar nach der Freilassung unserer Geiseln werden 250 Palästinenser mit zum Teil mehrfach lebenslangen Gefängnisstrafen freigelassen. 115 kehren nach Samaria und Judäa zurück und 135 werden ins Ausland oder Gaza deportiert. Ben-Gvir hat deshalb Netanyahu gebeten, noch kurzfristige Änderungen an der Liste vorzunehmen.

Die Mutter des am 7. Oktober 2023 ermordeten Slava Giler, Yelena Giler, 56, s’’l, hat am Donnerstag ihr Leben selbst beendet. Sie wurde heute in ihrer Heimatgemeinde Karmiel beigesetzt, wo auch ihr Sohn vor zwei Jahren seine letzte Ruhestätte fand. «Seit dem tiefschwarzen Tag, dem 7. Oktober 2023, war sie nie mehr dieselbe.» schrieb ihr Bruder Sasha in seinem Social Media Account.
Auch wenn die Liste der lebenden Geiseln bereits veröffentlich wurde, werde ich sie hier noch nicht posten. Die Hamas ist in der Lage immer noch etwas zu ändern.
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