27. Tishri 5786

Hamas-Terroristen haben in der Nähe von Rafah einen Angriff gegen Soldaten der IDF durchgeführt. Als Antwort führten die IAF Luftangriffe in der Region durch. Der Angriff der Hamas stellt eine eindeutige Verletzung des Abkommens zwischen der Hamas und Israel dar. Einige Terroristen näherten sich der IDF durch einen Tunnelschacht und eröffneten das Feuer auf die Soldaten. Wie nicht anders zu erwarten, forderte der rechtsextreme Ben-Gvir umgehend, die Kampfhandlungen vollumfänglich wieder aufzunehmen. «Die falsche Hoffnung, dass die Hamas ihr Vorgehen ändern wird oder sich sogar an das unterschriebene Abkommen halten wird, hat sich als gefährlich für unsere Sicherheit erwiesen. Diese Nazi-Terror-Organisation muss sofort völlig zerstört werden. Je eher, desto besser.» Die IDF reagiert mit einer neuen Angriffswelle mit der Luftwaffe auf den heutigen Angriff. Das Netzwerk ‘Quds News’ schreibt bereits: «Ein Flugzeug der Besatzungsmacht führte eine Serie von brutalen Angriffen in Khan Younis durch.» Ist das bereits das Ende von Phase eins, ein Brechen der Waffenruhe durch die Hamas? Die Hamas behauptet natürlich, in keinem Zusammenhang mit den heutigen Angriffen auf die IDF zu stehen.

Bei diesem Angriff der Hamas verloren zwei Soldaten ihr Leben. Maj. Yaniv Kula, 26 und Staff Sgt. Itay Yavetz, 21, s’’l, wurden Opfer dieses feigen Angriffs, der einerseits die brüchige Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel gefährdet und andererseits die heftigen Reaktionen der IDF erklärt und rechtfertigt. Die Terroristen eröffneten das Feuer mit Panzer-Abwehr-Raketen. Bei diesem Angriff wurden zwei weitere Soldaten verletzt.
Netanyahu hat für den frühen Abend eine Dringlichkeitssitzung mit führenden Ministern einberufen. Die Themen der Sitzung sind die Nichterfüllung der Verträge. Es geht dabei sowohl um die Zurückhaltung von immer noch 16 toten Geiseln und den heutigen Angriff auf die IDF.
Netanyahu erklärte, der Krieg werde ‘für immer und ewig’ enden, wenn die Vereinbarungen, die gegenseitig akzeptiert wurden, auch umgesetzt sind. «Das umfasst vor allem die Phase eins mit der Rückgabe aller Geiseln. Wir halten an dieser Vereinbarung fest.» Falls die Hamas der Entwaffnung nicht zustimmt, wird Israel das ‘auf die harte Art’ tun. Erst dann, wenn Gaza demilitarisiert ist, wird der Krieg zu Ende sein.
Glaubt Trump tatsächlich, dass man auf Augenhöhe mit der Hamas Verträge aushandeln kann, die dann auch eingehalten werden? Im von den Mediatoren und Trump unterschriebenen Abkommen zum Trump-Planentspricht inhaltlich ganz und gar nicht dem 20-Punkte-Plan, den Trump so grossartig als seinen Plan auf dem Weg zum Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas präsentiert hat. Die Rückgabe aller lebenden und toten Geiseln muss innerhalb von 72 Stunden ab der Unterschrift des Dokuments erfolgen. Dass das nicht der Fall ist, wissen wir und erleben ein fürchterliches Szenario für die Familien der Opfer, die täglich darauf warten müssen, ob es ihr geliebtes Familienmitglied ist, das von der Hamas zurückgegeben wird oder ob sie weiterhin warten müssen. Zum Thema Niederlegung der Waffen steht dort nichts! Kein Wort. Trump reagiert ganz naiv: «Sie haben es versprochen und werden es tun. Aber es gibt keinen konkreten Zeitrahmen. Es gibt einen Zeitrahmen, den ich im Kopf habe. Es wird einen Punkt geben. Wenn sie bis dahin nicht getan haben, was man von ihnen erwartet, dann müssen wir es für sie tun.» Wird er seine Soldaten in die Tunnels von Gaza schicken? «Wir werden nicht nach Gaza gehen, das erledigen unsere Verbündeten.» Was das für Israel heisst, ist klar.


Die sterblichen Überreste der gestern von der Hamas an Israel übergebenen toten Geiseln wurden als die von Sonthaya Oakkharasr, 30, und Ronen Engel, 54, s’’l, identifiziert. Oakkharasr wurde während des Massakers im Kibbutz Be’eri ermordet. Seine Leiche wurde nach Gaza verschleppt und er wurde im Mai 2024 für tot erklärt. Engel wurde im Kibbutz Nir Oz ermordet, seine Leiche wurde ebenfalls nach Gaza verschleppt. Seine Frau Karina und seine zwei Töchter Mika und Yuval wurden nach Gaza verschleppt und im November 2023 freigelassen.

Netanyahu hat eine besondere Vorliebe für angeklagte oder zumindest unter Verdacht stehende Kriminelle. Heute hat er David Sharan, der der Korruption verdächtigt wird, als Generaldirektor des Likud ernannt. Der Caesar aus dem Shakespeare-Stück sagt: «Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein, mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen.» Diese Männer empfand Caesar wohl als ungefährlich für seine Person. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!
Die Regierung überlegt, eine staatliche Untersuchungskommission zu den Vorfällen vor, während und nach dem 7. Oktober 2023 zu installieren. Diese Kommission soll mit der Regierung zusammenarbeiten, im Gegensatz zu der geforderten, vom Staat völlig unabhängigen Kommission. Die Regierung hat sich bis anhin gegen ein solches, dem Präsidenten des OGH, Isaac Amit, unterstelltes Gremium gewehrt, das, so ihre Befürchtungen, nicht unabhängig die Vorfälle bewerten würde. Die Regierung plant, den kürzlich in den Ruhestand getretenen Richter am OGH, Yosef Elron, zum Vorsitzenden ihrer Kommission zu wählen. Elron gilt als konservativer Hardliner. Der winkte jedoch ab, da er noch Fälle aus seiner Amtszeit aufarbeiten muss. Das ‘Movement for Quality Government’ befürchtet zu Recht, dass eine von der Regierung gewählte Kommission auch deren Interessen unterstützen und nicht neutral bewerten kann.
Die Hamas beabsichtigt, die Sicherheitskontrolle über den Gazastreifen für einen unbestimmten Zeitraum aufrechtzuerhalten. Deshalb, so ein hochrangiges Mitglied der Terror-Organisation, können man sich nicht verpflichten, die Waffen abzugeben. Damit wird aber eine wichtige Voraussetzung nicht erfüllt, um in die zweite Verhandlungsphase einzutreten. ‘Hamas Politbüromitglied’ Mohammed Nazzal erklärte weiterhin, dass die Hamas zu einer bis zu fünf Jahre dauernden Waffenruhe bereit sei, um den Gazastreifen wieder aufzubauen. Danach müsse man einen ‘Horizont der Hoffnung’ für einen eigenen Staat haben. Hierdurch wird die Diskrepanz zwischen den Vorstellungen der Hamas und dem Trump-Plan erkennbar. Das Büro des PM betonte, dass Israel weiterhin hinter seinen Zusagen stehe und diese auch regelmässig umsetzt. Sollte die Hamas sich allerdings weiterhin weigern, so kann es sein, dass der Krieg durch die IDF wieder aufgenommen wird.
Heute wurden auch die beiden Cuino Brüder, David und Ariel, aus dem Krankenhaus in die häusliche Pflege entlassen. «Ein Hallo an unsere wunderbare Nation! Wir wurden aus der Dunkelheit in das Licht entlassen. Wir wissen, was ihr alle getan habt, damit wir freigelassen wurden und wir danken jedem Einzelnen von euch. In unseren härtesten Momenten haben wir immer gespürt, dass ihr für uns kämpft.» Natürlich ging ihr Dank auch an ihre Familie und Arbel Yehoud, der Partnerin von Ariel sowie die IDF und deren Familien, die grosse Verluste erleiden mussten. Auch Elkana Bohbot und Maxim Herkin sowie Yosef-Haim Ohana, die vom Musik Festival nach Gaza verschleppt wurden, konnten heute das Spital verlassen. Ebenfalls entlassen wurden die Brüder Ziv und Gal Berman, die am 7.Oktober 2023 aus ihrem Kibbutz Kfar Aza verschleppt wurden.

Nachdem es einige Tage relativ ruhig war, haben heute am frühen Morgen erneut jüdische Siedler-Terroristen in Samaria randaliert. In Turmus Ayya, in der Nähe von Ramallah, setzten sie mehrere Fahrzeuge in Brand. Die Angriffe fanden statt, während die palästinensischen Eigentümer bei der Olivenernte waren. Wie immer gab es keine Verhaftungen. Bei einem anderen Vorfall wurde eine palästinensische Frau von einem maskierten jüdischen Siedler-Terroristen mit einem Stock so heftig geschlagen, dass sie mit einer Hirnblutung in ein Krankenhaus evakuiert werden musste. Zwei weitere Personen, ein Palästinenser und ein Ausländer, die der Frau zu Hilfe eilen wollten, wurden ebenfalls verletzt.
Die Houthi-Terroristen haben heute 20 UN-Mitarbeiter festgenommen, nachdem sie gestern bereits eine UN-Einrichtung in der Hauptstadt Sana’a gestürmt hatten. Ein Sprecher der UN vor Ort, Jan Alam, erklärte, dass die Mitarbeiter in der Einrichtung festgehalten werden. Es handelt sich dabei um fünf Jemeniten und 15 internationale Mitarbeiter. 11 der Festgehaltenen wurden nach einer Befragung durch die Houthis wieder freigelassen. Man bemühe sich, die schwierige Situation zu entschärfen und zu erreichen, dass alle noch Festgehaltenen freigelassen werden.
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