Die erste Phase der Waffenruhe – Tag 29

17. Cheschwan 5786

Gestern wurde die tote Geisel, Lior Rudaeff, 61, s’’l, nach Israel zurückgebracht. Rudaeff war stv. Sicherheits-Koordinator und Mitglied der Verteidigungseinheit im Kibbutz Nir Yitzhak. Am 7. Oktober kämpfte er gegen die eingedrungenen Hamas-Terroristen. Er wurde ermordet und nach Gaza verschleppt.

Diese fünf toten Geiseln befinden sich immer noch im Gazastreifen.

Kurz vor 16 Uhr Ortszeit trifft Generalstabschef Eyal Zamir bei der Familie des 2014 im Kampf getöteten Soldaten Hadar Goldin ein. Früher am Tag hatte die Hamas erklärt, seine sterblichen Überreste seien in der Nähe von Rafah geborgen worden. Al Jazeera hatte ein Bild veröffentlicht, auf dem ein Mitglied von Hamas ein Namensschild ‘ Hadar Goldin’ auf den Leichensack legt. Allerdings wurde nicht angekündigt, heute eine tote Geisel an die IDF zu übergeben. IDF und das Rote Kreuz bereiten sich trotzdem auf eine mögliche Übergabe vor.

Ein Hamas-Terrorist, der am Massaker vom 7. Oktober 2023 in Gaza zumindest als Beobachter teilgenommen hat, wurde jetzt in Brüssel gesichtet. Mohannad al-Khatib, der sich als Presse-Freelancer ausgibt, wurde vom belgische ‘Antisemitismus Watchdog’ JID entdeckt. JID erklärte gegenüber Kanal 12, dass sie der Regierung ein 65-seitiges Dossier über al-Khatib übergeben habe, worin seine Beteiligung am Massaker belegt wurde.

Die EU kritisierte Israel scharf für den erneuten Beschuss auf Ziele im Südlibanon. «Die EU fordert Israel auf, alle Massnahmen einzustellen, die gegen die Resolution 1701 und das vor einem Jahr, im November 2024, erzielte Waffenstillstandsabkommen verstossen», erklärt der Sprecher der EU-Aussenpolitik, Anouar El Anouni. «Gleichzeitig fordern wir alle libanesischen Akteure und insbesondere die Hisbollah auf, von Massnahmen oder Reaktionen abzusehen, die die Lage weiter verschärfen könnten», fügt er hinzu. «Alle Parteien müssen sich darauf konzentrieren, den Waffenstillstand und die bisher erzielten Fortschritte zu bewahren.»

Nun muss man aber klar festhalten, dass die Hisbollah sich bisher weder an die Resolution 1701, noch an die Vereinbarungen des aktuellen Waffenstillstandsabkommens gehalten hat. Gemäss 1701 durfte sich die Hisbollah nur nördlich des Litani Flusses aufhalten. Vor und während der Kämpfe bis zum November 2024 kämpfte die Hisbollah aber unter den Augen der UNIFIL unmittelbar von der israelisch-libanesischen Grenze aus und hatte sich unter der Bevölkerung innerhalb der Zone zwischen der Grenze und dem Litani Fluss eingegraben. Seit dem Waffenstillstandsabkommen bestand die Verpflichtung, alle Waffen an das reguläre libanesische Militär abzugeben. Bisher ist es noch nicht gelungen, diese Verpflichtung durchzusetzen. Im Gegenteil, die Hisbollah nutzt jede Möglichkeit, sich wieder aufzurüsten und neu zu formieren. Die IDF reagiert auf jede akute Bedrohung mit einem gezielten Angriff. Die IDF dafür zu verurteilen, die Hisbollah aber unbehelligt zu lassen, spricht erneut für das blinde Auge der UNO und leider auch der EU.

Der britische ‘Guaridan’ veröffentlichte heute einen Artikel über das ehemalige Hochsicherheitsgefängnis ‘Rakefet’. Die Zeitung stützt sich bei ihrem Bericht auf Anwälte des ‘Public Committee Against Torture in Israel (PCATI)’. Das Gefängnis umfasst nur 15 kleine Einzelzellen, in denen ab Anfang der 1980er Jahre bis zur Schliessung 1985 Mitglieder des organisierten Verbrechens untergebracht waren. Dann wurde das Gefängnis, dessen unterirdischen Zellen ohne Tageslicht und Belüftung sind und das nur einen winzigen unterirdischen Ausgangshof hat, geschlossen. Die damalige Begründung war, dass es ‘unmenschlich’ sei. Der rechtsradikale, sadistische Minister für Nationale Sicherheit, Ben-Gvir, dem auch die Gefängnisleitung untersteht, liess ‘Rakefet’ nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 wieder eröffnen.

Einer der Insassen, ein Strassenhändler aus Gaza, der im Oktober 2024 beim Passieren eines israelischen Kontrollpunkts festgenommen wurde und seither ohne Anklage dort inhaftiert war. Er gehört zu den 1.700 freigelassenen Gefangenen, die im Gegenzug zur Freilassung der 20 lebenden Geiseln ausgetauscht wurden.

Sein Bericht an PCATI, von denen er rechtlich vertreten wurde, dürfte authentisch sein. Er berichtet von schwerer Misshandlung und Folter sowie Schein-Angriffen von Hunden mit massiven Eisen-Maulkörben, die sie verängstigen sollen.

Sollten sie einem Rechtsanwalt vorgeführt werden, so geschieht das an Händen und Füssen gefesselt. Sobald das Gespräch beginnt, persönlich zu werden, beenden die Wachen das Treffen.

Die Zellen sind nun mit durchschnittlich drei Gefangenen belegt, die dünnen Matratzen werden am frühen Morgen entfernt und erst spät am Abend wieder ausgegeben. Die monatelange Inhaftierung ohne Tageslicht führt zu extremen Auswirkungen auf die Physis und Psyche der Gefangenen. Vor allem wird der Tag-/Nacht-Rhythmus so nachhaltig gestört, dass es zu schweren Schlafstörungen führt und die Vitamin D-Produktion gestört wird.

Ben-Gvir hat noch dazu angeordnet, dass die Versorgung der Gefangenen mit Lebensmitteln knapp unter das von Gesundheitsbehörden vorgeschriebene Minimum reduziert wird. Hofgänge werden auf fünf Minuten dreimal pro Woche und Duschen auf fünf Minuten einmal pro Woche mit kaltem Wasser reduziert. Für ihn sind die unterirdischen Gefängnisse «der natürliche Ort für Terroristen, unter der Erde.»

Bei einem Gefängnisbesuch erklärte er vor laufender Kamera, dass man grundsätzlich zunächst an die Türe klopfen muss, damit die Gefangenen Zeit haben, sich mit abgewandtem Kopf auf den Boden zu knien.

Natürlich kann man sagen, unsere Geiseln haben teilweise mehr als 730 Tage unter sehr ähnlichen Umständen gelebt. Das gibt uns aber noch lange nicht das Recht, Gefangene so zu behandeln.  Das macht uns nicht besser als die Folter-Schlächter der Terror-Organisationen.

Darüber muss die israelische Justiz dringend nachdenken und darf dann eigentlich nur zu einem Ergebnis kommen: Ben-Gvir und auch der für alle Handlungen seiner Minister Mitverantwortliche Netanyahu müssen aus dem Amt entfernt werden. Dajenu!

Mindestens 15 Personen wurden heute verletzt, als jüdische Siedler-Terroristen im Gebiet der Dörfer Burin und Beita, in der Nähe von Nablus, gewaltsam die Olivenernte störten. Die maskierten Terroristen schlugen die Palästinenser mit Stöcken und bewarfen sie mit Steinen. Einer der Palästinenser wurde schwer im Genick verletzt, er muss sich einer Operation unterziehen. Vor zehn Wochen wurde das Gebiet zur militärischen Sperrzone erklärt. Freiwillige Erntehelfer wurden von der IDF entfernt. In einigen Fällen, bei denen es sich um Amerikaner handelte, wurde sogar die Deportation angeordnet.

Die IDF hat heute wieder zwei Terroristen neutralisiert, die im Zentrum des Gazastreifens die ‘Gelbe Linie’ überschritten hatten und sich trotz entsprechenden Warnungen den Soldaten näherten. In beiden Fällen wurden die IAF eingesetzt.



Kategorien:Israel, Politik

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