27./28. Tewet 5786 16./17. Januar 2026
Shabbateingang in Jerusalem: 16:19
Shabbatausgang in Jerusalem: 17:38
Shabbateingang in Zürich: 16:46
Shabbatausgang in Zürich: 17:55
Gott sieht, dass es seinem Volk, mit dem er den Bund geschlossen hat, immer schlechter geht. Pharao unterdrückt sie, wo es nur geht, und bürdet ihnen immer mehr Arbeit auf.
Gott beauftragt Moshe damit, zu Pharao zu gehen und ihn aufzufordern, das Volk endlich aus der Sklaverei ziehen zu lassen. Gott weiss, dass noch ein langer Weg vor ihnen liegt, bis es soweit ist. Moshe befürchtet, dass seine Worte ungehört verhallen werden.
Noch einmal weist er Gott auf seinen Sprachfehler hin und so setzt Gott Aaron, den älteren Bruder, erneut als „Sprachrohr“ ein, der anstelle von Moshe sprechen soll.
Gott gibt den Kindern Israel ein grosses, vierfaches Versprechen: „Ich bin euer Gott. Ich führe euch aus dem Frondienst für die Ägypter heraus und rette euch aus der Sklaverei. Ich erlöse euch mit hoch erhobenem Arm und durch ein gewaltiges Strafgericht über sie. Ich nehme euch als mein Volk an und werde euer Gott sein. Und ihr sollt wissen, dass ich Gott bin, euer Gott, der euch aus dem Frondienst in Ägypten herausführt. Ich führe euch in das Land, das ich Avraham, Yitzhak und Ja‘acov unter Eid versprochen habe. Ich übergebe es euch als Eigentum, ich, der Herr.“ (Shmot 6:6-8)
Es ist ein vierfaches Versprechen, mit dem Gott erneut seinen Bund und seine Pläne bekräftigt. In der Mishna Pessachim 10:1-7 lesen wir das als Begründung, warum wir am Sederabend zu Beginn des Pessachfestes vier Gläser Wein trinken sollen. (Und bitte, nicht vom schlechtesten, den wir im Keller finden, sondern vom besten!)
Gott übernimmt an dieser Stelle die Handlungsverantwortung für die Kinder Israel. Sie selbst, und das spüren wir auch in der wiederholten Klage von Moshe, dass er nicht so wortgewaltig ist, wie es für die Diskussion mit Pharao notwendig erscheint, haben sich eingerichtet in ihrem Jammer. Sie haben aufgegeben. Nicht viel später, schon unterwegs in der Wüste, werden sie sich immer wieder an „die Fleischtöpfe Ägyptens“ erinnern und sich nach den „guten Zeiten“ zurücksehnen.
Moshe ist verzagt, er traut sich selbst gar nichts zu, und vermutet, dass seine Stammesbrüder ebenfalls nicht von seinen Führungsqualitäten überzeugt sind. Doch Gott hat ihn ausgewählt, und so bestärkt er ihn, indem er ihm und Aaron einen neuen Status verleiht: „Schau, ich habe dich als Gott über Pharao gestellt und dein Bruder Aaron wird dein Prophet sein.“

Gott gibt Moshe noch einen mächtigen Zauber in die Hand, etwas, das in der damaligen Kultur, in der Zauberer und Wahrsager eine wichtige Rolle spielten, seinen Stab. Moshe kann nun, mit dieser verlängerten Hand Gottes, die Plagen auslösen. Blut, Frösche, Stechmücken, Ungeziefer, Viehseuchen, Pestbeulen, Hagel kam über das Land. Alles wurde von den Plagen getroffen, nur Goschen, das Land, in dem die Kinder Israels lebten, blieb verschont. Doch Pharao blieb stur.
Genauso stur blieben aber auch die Kinder Israels. Wir lesen nichts davon, dass sie einen Aufstand gegen den tyrannischen Pharao anzettelten, nichts davon, dass sie in einem Streik die Arbeit niederlegten. Nein, abgestumpft wie Menschen ohne Perspektive, scheinen sie sich ihrem Schicksal ergeben zu haben.
Wir wissen, dass Gott ganz andere Pläne mit ihnen hat.
In der kommenden Woche lesen wir, wie die höchst beeindruckende und spannende Geschichte weitergeht.
Eines können wir schon heute daraus lernen: Wenn Gott einen Plan hat, dann wird er ihn auch verfolgen!
Shabbat Shalom ve Rosh chodesh tov!
Kategorien:Politik
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