Die zweite Phase der Waffenruhe – Tag 2

27. Tewet 5786

Unter fehlender Selbstüberheblichkeit kann Trump wirklich nicht klagen. Das iranische Regime hat laut einer Mitteilung von Pressesprecherin Karoline Leavitt gestern nach einem Anruf von Trump 800 öffentliche Exekutionen abgesagt. «Der Präsident und sein Team haben dem iranischen Regime mitgeteilt, dass es Konsequenzen geben wird, wenn die Tötungen weitergehen. Der Präsident erhielt daraufhin die Zusage, dass die Tötungen und Hinrichtungen eingestellt werden.» Erstaunlich ist, dass das Regime in Teheran nur von einer anstehenden Exekution gesprochen hat und keine Pläne für Massenexekutionen veröffentlichte. Dabei muss Trump sich doch gar nicht mehr für den Friedensnobelpreis empfehlen. Die Bewerbungsfrist ist seit einer Woche abgelaufen.

Seit gestern darf er sich im Oval Office oder wo immer es ihm passt, die begehrte Medaille an die Wand hängen. Die Preisträgerin des Jahres 2025, María Corina Machado, hat ihm tatsächlich ihren Friedensnobelpreis gewidmet. Trump hatte immer wieder verlangt, dass sie ihn ihm übergebe, weil nur er ihn verdient habe. Nachdem er doch sieben Kriege innerhalb eines halben Jahres beendet hat. Keinen einzigen hat er tatsächlich beendet, auch heute, vier Monate später nicht! Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado, von Trump als unfähig eingeschätzt, das von ihm angegriffene Land zu regieren, besuchte ihn in Washington. Sie hat offenbar auch eigene Pläne und schmeichelte Trump deshalb: «Die Weitergabe des Preises ist die Anerkennung seines Engagements für die Freiheit des venezolanischen Volkes.» Trump zeigte sich begeistert: «Was für eine wunderbare Frau. Sie hat mir ihren Nobelpreis für meine Arbeit geschenkt. Was für eine wundervolle Geste gegenseitigen Respekts. Danke, Maria!«

Eine Gruppe von IDF-Soldaten haben als sie vor zwei Wochen in Syrien im Einsatz waren, eine Herde von etwa 250 Ziegen gestohlen. Die Tiere wurden von ihnen nach Samaria gebracht. Sobald sie mit dem tierischen Diebesgut auf israelischem Gebiet waren, wurden die Ziegen auf Lkws verladen und zu verschiedenen illegalen Farmen in Samaria gefahren. Der Kommandant des Teams wurde aufgrund des üblen Vorfalls aus dem Dienst entlassen, der Kompaniechef erhielt eine Rüge und das Team selbst wurde für einen längeren Zeitraum suspendiert. Bauern auf dem Golan wurden durch im Gelände herumirrende Ziegen aufmerksam und meldeten dies der IDF. Nach wie vor befinden sich etwa 200 Ziegen auf israelischem Gebiet. Sie sind weder gekennzeichnet noch geimpft.

Muhammad al-Hawli, Chef der Qassam-Brigaden wurde durch einen gezielten Angriff auf sein Haus in Deir al-Balah getötet. Bei den zwei Angriffsflügen wurden auch seine Frau, seine Kinder und Freunde getötet. Die Hamas erklärte die Angriffe zu einer eklatanten Verletzung der Waffenruhe, «die zeigt, dass Israel das Abkommen unterlaufen will.» Osama Hamdan, Sprecher der Hamas, fordert Präsident Trump und seinen Sonderbeauftragten Witkoff auf, Israel zurechtzuweisen. Seitens der IDF gibt es noch keinen Kommentar.

Abdulmalik al-Houthi, Anführer der vom Iran unterstützten Houthi-Terroristen im Jemen, erklärte, dass es ihnen sehr ernst mit möglichen Angriffen auf israelische Stellungen in Somaliland wäre. «Wir werden daran arbeiten, die Operationen zur Überwachung der israelischen Bewegungen in Somaliland zu verstärken. Wir meinen es ernst damit, jede israelische Präsenz in Somaliland ins Visier zu nehmen – Militärstützpunkte und Ähnliches. Wir werden nicht zögern, jede feste zionistische Präsenz anzugreifen, die für uns zugänglich ist.»

Agam Berger ist Mitglied der fünf Überwachungssoldatinnen der Einheit 8200, die im Januar 2025 aus Gaza freigelassen wurden. Heute spielte sie anlässlich eines kurzen Kabbalat Shabbat Treffens auf dem Platz der Geiseln in Tel Aviv. Anlässlich des Treffens forderte die Familie von Ran Gvili die Regierung erneut auf, nicht in die zweite Phase der Verhandlungen einzutreten, bevor nicht ihr Sohn nach Israel zurückgekehrt ist.

Ahmad Khatami, fanatischer iranischer Geistlicher hielt eine aufhetzende Rede anlässlich des Freitag-Gebets, die im Radio übertragen wurde. Er verlangte darin die Todesstrafe für all jene Demonstranten, die bei Razzien festgenommen wurden. Er bezeichnete die Demonstranten als ‘Diener’ von Netanyahu und ‘Soldaten’ von Trump. «Sie sollten sich auf harte Rache seitens des Systems gefasst machen», sagt Khatami über Netanyahu und Trump. «Amerikaner und Zionisten sollten keinen Frieden erwarten.» Khatami gab auch erste Schäden bekannt: 350 Moscheen, 126 Gebetshallen, 20 weitere heilige Stätten, 400 Krankenhäuser, 106 Krankenwagen, 71 Feuerwehrfahrzeuge und 50 Rettungsfahrzeuge seien zerstört oder zumindest beschädigt worden. Der iranische Geistliche lügt!

Hier wird das fehlende Verbindungsstück des Geländers mit zwei Stangen überbrückt.

Seit dem 27. Dezember ist das Leben für die orthodoxen Juden in Zürich viel einfacher geworden. Die Stadt hat, so wie andere Städte in Europa und den USA einen Eruv erhalten. Ein Eruv vergrössert ein definiertes Gebiet innerhalb der Stadt als ‘erweitertes Wohnzimmer’ wie es Giorgio Scherrer heute in der NZZ schreibt.  Wo es möglich ist, werden natürliche Grenzen, wie Fluss- und Bachläufe oder auch Seeufer mit einbezogen. Auch Gartenzäune und Gebäude dienen als Teil des Eruvs. Wo das nicht vorhanden ist, werden künstliche Markierungen angebracht, hohe dünne Stangen die mit fast unsichtbaren Drähten verbunden werden.

Das Team, das sich während der letzten Jahre um die Ausarbeitung und Installation des Eruvs gekümmert hat, war sehr kreativ. 1.5 Millionen Franken hat die Installation gekostet. Dafür können jüdische Familien jetzt am Shabbat wieder gemeinsam am See spazieren gehen, samt Kinderwagen für die Kleinsten und Rollator oder Rollstuhl für die, die nicht mehr ganz so gut zu Fuss sind. Natürlich wird auch der Besuch der Synagoge unglaublich vereinfacht.

Der Fertigstellung des Eruvs ist somit das zweite Grossereignis für die Stadt Zürich, seit die Römer sie als Turricum gründeten. Das erste war der Besuch von Kaiser Karl dem Grossen in der Stadt. Leider starb er während seines Aufenthaltes und wurde im Grossmünster beigesetzt.



Kategorien:Israel, Politik

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