Die zweite Phase der Waffenruhe – Tag 7

3. Shwat 5786

Die ehemalige iranische Kaiserin Farah Pahlavi hat gestern Abend eine ihrer seltenen öffentlichen Erklärungen abgegeben. Sie fordert einen Trauertag, der sowohl im Iran als auch in der Diaspora stattfinden soll. An dem Tag soll der Iraner gedacht werden, die in Folge der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste ihr Leben verloren haben. Der Iran habe in den letzten Tagen «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» erlebt, die, wie sie schrieb, «das Land verwundet zurückgelassen haben. Die tapferen Kinder des Iran haben ihr Leben geopfert und ihr Blut an den Wurzeln der Setzlinge der Freiheit vergossen. Aus diesem Grund erkläre ich den 23. Januar 2026 zum nationalen Trauertag, der von allen freiheitsliebenden Iranern auf der ganzen Welt begangen werden soll, und bitte Sie alle, sich um 12:00 Uhr Ortszeit einer Schweigeminute anzuschliessen, um unsere gefallenen Kinder zu ehren.»

Die Reise von Trump nach Davos endete zunächst bereits wenige Minuten nach dem Start. In der Pressekabine der ‘Air Force One’ wurde es ohne erkennbaren Grund dunkel. Die Crew entschied gemeinsam mit dem Sicherheitsteam zur ‘Joint Base Andrews’ in Maryland zurückzukehren und das Flugzeug zu wechseln. Mit zweieinhalb Stunden Verspätung hob Trump mit der deutlich kleineren aber ebenso gut ausgestatteten Maschine erneut Richtung Davos ab. Offenbar war der Wind günstig für ihn, er konnte nahezu pünktlich seine mit Spannung erwartete Rede beginnen.

Trumps Rede war in weiten Teilen äusserst langweilig. Er hat nichts anderes getan, als ein Feuerwerk von Zahlen zu zünden, die zeigen sollten, wie grandios das erste Jahr seiner Amtszeit war und welche Versager alle demokratischen Präsidenten waren, allen voran natürlich Präsident Joe Biden. Selbstverständlich war das grosse Thema Grönland. («Wollen Sie, dass ich ein paar Worte zu Grönland sage?») Hier versuchte er vor allem die NATO, aber auch zahlreiche Staaten zu überzeugen, dass sie alle nie etwas für die USA getan hätten und alles, was er von ihnen haben wolle, sei Grönland, der grosse Klumpen Eis, wie er mehrfach betonte. Ist doch ganz einfach, oder ?????  Veni, vidi, furavi[1]! Positiv ist, dass er die Strafzölle für jene Staaten zurücknahm, die ihn im ‘Grönland-Deal’ nicht unterstützen wollen.

Nachdem er erklärt hatte, wie viel er für Israel getan hat, forderte er Netanyahu auf: «Bibi, hör endlich auf, dir den ‘Iron Dome’ als eure Technologie anzurechnen, das ist unsere Technologie!» Noch eine Lüge, die Technologie des Iron Dome wurde in Israel ausgearbeitet, sicher, teilweise von den USA finanziert. Trump lobte die IDF: «Sie haben viel Mut gezeigt, sie waren gute Kämpfer und sie haben einen guten Job gemacht.»

Erst nach seiner eigentlichen Rede beim Gespräch mit seinem Moderator wurde es spannend.  «Wir haben Frieden im Mittleren Osten!  Es gibt da ein paar Kleinigkeiten wie die Hamas, und die haben zugestimmt, ihre Waffen abzugeben. Sie wurden mit einer Waffe in der Hand geboren, daher ist das nicht einfach», sagt er. «Dem haben sie zugestimmt, und sie werden es tun. Und wir werden in den nächsten zwei bis drei Tagen, sicherlich aber in den nächsten drei Wochen, wissen, ob sie es tun werden oder nicht. Wenn sie es nicht tun, werden sie sehr schnell vernichtet werden.» Hat er denn nicht die wiederholten Erklärungen der Hamas gehört, die Waffen ganz sicher nicht abzugeben??? Er träumt, er spinnt, er provoziert, er denkt seine Visionen nicht bis zum Ende durch!

Die IDF hat heute mit zwei Drohnenangriffen ranghohe Terroristen der Hisbollah eliminiert. Der erste Angriff fand in Sidon und der zweite wenig später in Burj al-Shemali in der Nähe von Tyros statt. Bisher gab es noch keine weiteren Informationen der IDF.

Yitzhak Goldknopf, Vorsitzender der United Torah Judaism, erklärte, dass es für ihn keinen Zweifel gebe, dass der tödliche Unfall, bei dem gestern ein 17-Jähriger von einem Bus angefahren und getötet wurde, vorsätzlich geschah. Er berief sich dabei auf neues Filmmaterial und Aussagen der Fahrgäste. Die Polizei betonte jedoch, dass es zwischen den Videos und dem Unfall keinen Zusammenhang gebe. Er habe, so Goldknopf, mit dem zuständigen Minister Ben-Gvir über den Fall gesprochen. «Minister Ben-Gvir betonte in dem Gespräch, dass ‚das Blut unserer ultraorthodoxen Brüder nicht billig ist», sagt Goldknopf und fordert, dass «der Fahrer, der Fahrerflucht begangen hat, vor Gericht gestellt wird.» Ben-Gvir betonte, «Ich nehme die Angelegenheit sehr ernst. Die israelische Polizei wird ihre Arbeit gewissenhaft erledigen und den Vorfall umfassend untersuchen.» Der Fahrer wurde festgenommen. Ihm werden einige Übertretungen der Strassenverkehrsordnung, sowie fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Die Knesset wird heute über einen Gesetzesantrag von Blau-Weiss abstimmen, der die Zusammensetzung des nationalen Sicherheitsrates betrifft. Zum einen soll die Mitgliederzahl auf acht Personen beschränkt werden. Zum anderen sollen Personen, die weder den Militärdienst oder den alternativen Sozialdienst abgeleistet haben, von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Davon betroffen sind derzeit Ben-Gvir, der vom Wehrdienst auf Grund seiner extremistischen Aktivitäten ausgeschlossen wurde und Smotrich, der nur 14 Monate bei der IDF diente. Daraus ergibt sich ein Problem, denn nur sechs Minister sind aufgrund ihres Postens zur Teilnahme verpflichtet: der Premierminister und die Minister für Verteidigung, Justiz, Auswärtige Angelegenheiten, Finanzen und Nationale Sicherheit. Der Antrag wurde abgelehnt. Was zu erwarten war, aber für Israel ein schlechtes Bild abgibt.

Am Montag hatte Netanyahu vor der Knesset erklärt, er hätte beim obersten Staatskontrolleur seine Aussage zu allen Themen um den 7. Oktober 2023 gemacht: «Aber wer ist nicht erschienen? Der ehemalige Chef des Shin-Bet, der ehemalige Generalstabschef und der ehemalige Chef des Militärischen Sicherheitsdienstes.» Lapid beklagte ihn heute der Lüge: «Alle drei haben schon lange die Verantwortung für ihr Fehlverhalten, was immer es auch gewesen ist, übernommen. Sie sind aus ihrem Amt zurückgetreten. Wer nichts getan hat, sind Sie!»

Nach einem Überfall von jüdischen Siedler-Terroristen blieben im Dorf Urif, südlich von Nablus in Samaria zwei Verletzte und mindestens zehn ausgebrannte Fahrzeuge zurück. Die beiden Verletzten wurden in ein Krankenhaus gebracht, wie der Rote Halbmond berichtete. Überwachungskameras zeigten, dass sich gegen 8:00 mehr als ein Dutzend jüdische Siedler-Terroristen dem Gebiet näherten, Steine warfen und die Fahrzeuge, drei Bulldozer, zwei Lkws und fünf Pkws in Brand setzten. Die IDF gab noch keinen Kommentar ab.

Bei einem Angriff der IDF auf ein Fahrzeug im zentralen Gazastreifen wurden drei arabische Medienmitarbeiter, die Fotojournalisten Abed Shaat und Anas Ghoneim sowie der Korrespondent Muhammad Qashta getötet. Das entsprechend der katarischen Tageszeitung Al-Araby Al-Jadeed. Die drei hatten mit Drohnen ein Lager gefilmt, das von Ägypten im Zentrum von Gaza errichtet worden war. Sie waren in einem Jeep unterwegs, der einem ägyptischen Gremium gehörte und deutlich gekennzeichnet war. Insgesamt wurden seit dem frühen Morgen 11 Tote und 6 Verletzte durch israelische Angriffe dies- und jenseits der ‘Gelben Linie’ in Krankenhäuser eingeliefert, erklärte das ‘Gesundheitsministerium’.


[1] furavi = ich habe gestohlen



Kategorien:Israel, Politik

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