4. Schwat 5786

Erneut musste die IDF heute den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Sgt. Maj. (res.) Asael Babd, 38, s’’l, verlor den Kampf um sein Leben. Er war am 19. Oktober 2025 von Terroristen in Rafah in einem Hinterhalt angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden.
Heute am Donnerstag hatte Präsident Isaac Herzog seinen Auftritt am WEF in Davos. Nachfolgend das Gespräch mit Fareed Rafiq Zakaria, Redakteur des Times Magazine mit einer eigenen TV-Sendung auf CNN. Ganz wichtig ist die Feststellung, dass «der Antrag auf Begnadigung von Netanyahu einem bestimmten Ablauf folgen muss. Ich kann es nicht ändern, weil ich mich natürlich an ein bestimmtes Procedere halte. Ich respektiere Trump sehr, aber natürlich haben wir unser eigenes Rechtssystem und ich werde mich daran halten.»
Nachdem heute auch Vladimir Putin seine Teilnahme am ‘Friedensrat’ bekanntgegeben hat, betonte Trump gegenüber Journalisten: «Ich habe einige umstrittene Personen dabei, aber das sind Leute, die ihre Arbeit erledigen. Das sind Leute, die enormen Einfluss haben. Wir wollen, dass alle Nationen von Menschen kontrolliert und regiert werden. Wenn ich alle Babys in den Vorstand aufnehmen würde, wäre nicht viel übrig. Also wurde Putin eingeladen. Er hat zugestimmt.» Der Vorstand werde «viel Arbeit leisten, die eigentlich die Vereinten Nationen hätten leisten sollen, und wir werden mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten», fügt er hinzu.
Vorher gab es, wie bei Trump selbstverständlich, 20 Minuten Selbstbeweihräucherung, bevor er zum eigentlichen Thema kam.
Wie vorgesehen wurde heute Vormittag der ‘Friedensrat’ von Trump vorgestellt und von den Mitgliedern, die anwesend waren, unterzeichnet. Nach Trump durften auch noch Kushner und ein sichtlich gerührter, mit den Tränen kämpfender Witkoff das Wort ergreifen. Kushner erklärte seine Vision für Gaza vor: «Die nächste Phase besteht darin, mit der Hamas an der Entmilitarisierung zu arbeiten. Die schweren Waffen der Hamas werden sofort ausser Dienst gestellt und die Kleinwaffen nach und nach von der neuen palästinensischen Polizei beschlagnahmt.

Der Wiederaufbau wird nur in Sektoren beginnen, in denen eine vollständige Entwaffnung stattgefunden hat», heisst es auf einer seiner Folien. Wie hat es sein Schwiegervater gestern formuliert. «In zwei bis drei Tagen, und wenn das nicht geht, in drei Wochen wird die Entmilitarisierung abgeschlossen sein.» Frage an Radio Eriwan: «Wie viele Menschen braucht man, um die Hamas zu entmilitarisieren? Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip nur einen, vorausgesetzt, die Hamas macht mit.» Und das ist der Punkt: sie wollen nicht! Für den Fall hat Trump auch schon vorgesorgt: «Und wenn sie nicht wollen, dann machen wir das für sie. Dann werden sie vernichtet werden.» Das wiederum bedeutet, dass der Krieg wieder hochgestartet wird. Und dass in dem Fall «59 Staaten gerne einmarschieren werden» Darf man das auch nur ansatzweise glauben? Nein! Zamir schwört die IDF seit Tagen auf die Fortsetzung des Krieges ein…

Kushner hat einen wohlfeilen Überblick über die Zukunft von Gaza gezeichnet, das ab 2035 ein regionales wirtschaftlichen Zentrum werden soll. Die Entwicklung soll mit einem sechs-Phasen Plan einhergehen. Begonnen wird in Phase 1mit Rafah und Khan Younis, Phase 2 mit der Erweiterung von Khan Younis, Phase 3 fokussiert sich auf die Entwicklung der Flüchtlingslager und den Wiederaufbau von Gaza Stadt. Tönt gut, ist aber völlig realitätsfern. Bis Gaza im Sinne von Kushner rentabel ist, ist er schon lange aus dem Geschäft und seine Nachfolger dürfen sich mit dem Ausbügeln der Fehlplanungen beschäftigen!

Offenbar ist die Stimmung in den USA aber nicht so pro-Trump und seinen Plänen zur Beendigung des immer wieder fälschlicherweise als ‘israelisch-palästinensischen’ bezeichneten Dauerkonflikts. 54 % sind unzufrieden und nur 37 % sind zufrieden mit seinem Vorgehen. Die überwiegende Mehrheit der Demokraten, 89 % sind dagegen und nur 7 % sind dafür. Bei den Republikanern schaut es entsprechend aus: 82 % sind dafür und 9 % dagegen. Parteilose Befragte waren zu 58 % unzufrieden, während 31 % sich zufrieden zeigten.

Als erste Massnahme bezeichnet der ‘Friedensrat’ die nun tatsächlich geplante Öffnung des Grenzübergangs Rafah in beide Richtungen in der kommenden Woche. «Ich freue mich, dass eine Einigung über die Vorbereitungen zur Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah erzielt wurde», schreibt Nikolay Mladenov auf X. «Gleichzeitig arbeiten wir mit Israel und dem Nationalen Komitee für die Verwaltung des Gazastreifens zusammen, um die Suche nach den verbleibenden israelischen Geiseln zu beschleunigen. Wir koordinieren derzeit die Logistik zur Umsetzung dieser Vereinbarung.»
Zehntausende demonstrierten heute in Sakhnin gegen die anhaltende Welle von Morden innerhalb des arabischen Sektors. Allein seit Anfang des Jahres gab es 20 Morde, eine bisher nicht dagewesene Zahl. Die Demonstranten beklagen die Unfähigkeit der Polizei, einzuschreiten und mit der Gewalt erfolgreich umzugehen. Die Demonstranten trugen schwarze Fahnen mit sich und skandierten in Richtung Ben-Gvir, der auch für die Polizei verantwortlich ist: «Ben-Gvir, schrecklicher Mensch, arabisches Blut ist nicht billig!» In Sakhin wird seit drei Tagen ein Generalstreik durchgeführt, dem sich nun weitere überwiegend arabische Orte anschliessen werden.
Ehemalige Premierminister, die weniger als drei Jahre im Amt waren, sollen, wenn es nach MK Nissim Vaturi, Likud geht, bald keine Zusatzleistungen mehr erhalten. Derzeit stehen einem ehemaligen PM einige Fahrer, Sicherheitsbeamte und Büromitarbeiter zu. Selbstverständlich gibt es auch ein Begräbnis erster Klasse. Das bleibt erhalten, alles andere geht verloren. Faktisch sind davon die ehemaligen PM Bennett und Lapid betroffen. «Ich brauche die Vorteile nicht, aber ich schätze es, dass die israelische Öffentlichkeit daran erinnert wird, dass es im Staat Israel zwei weitere Personen gibt, die Premierminister waren, die wissen, wie man ein Land regiert, die wissen, wie man dafür sorgt, dass die israelische Gesellschaft funktioniert, dass die Menschen sich zur IDF melden, dass die israelische Mittelschicht davon profitiert», sagt Lapid auf der Democracy Day Conference an der Reichman University.
Kategorien:Israel
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