Krieg gegen Iran – Tag 23

4. Nissan 5786

Opposition-Mitglieder verurteilen die ausufernde Welle der Gewalt, die am Samstagabend über 20 palästinensische Dörfer in Samaria hereinbrach. Jüdische Siedler-Terroristen überfielen die Dörfer und verwüsteten sie während bis zu sechs Stunden andauernden Pogromen. Ayman Odeh, Vorsitzender von Hadash und sein Parteikollege Ofer Cassif bezeichneten die Gewalttätigkeiten als ‘Nacht des Feuers’ und verglichen sie mit der Reichskristallnacht. «Die Kristallnacht ist unter der Schirmherrschaft der Besatzungsarmee zur täglichen Realität im Leben der Palästinenser im besetzten Westjordanland geworden.» Wie bisher üblich, wurde keiner der Angreifer festgenommen. «Wenn die Armee den Siedlerterrorismus stoppen wollte, wäre sie dazu innerhalb weniger Tage in der Lage» behauptet Odeh. «Was im gesamten Westjordanland geschieht, ist kein Zufall; es ist eine Politik des Terrorismus und der ethnischen Säuberung, mit der Unterstützung der Regierung und dem Schutz der Armee.»

Bein einem Besuch in Arad, wo gestern ein Raketenangriff grossen Schaden angerichtet hatte, forderte Yair Lapid, den Krieg solange weiterzuführen, bis der Iran über keinerlei Kriegsmaterial mehr verfügt. Gleichzeitig kritisiert er die Regierung scharf dafür, Millionen Schekel an Koalitionsparteien zu verschwenden, um diese bei Laune zu halten. Es wäre sinnvoller, eine chirurgische Abteilung des Soroka-Krankenhauses in Ber Sheba wieder aufzubauen. Das Krankenhaus war im vergangenen Juni von einer iranischen Rakete getroffen und schwer beschädigt worden.

«Alle die Milliarden, die die Regierung an Koalitionsmitteln verschwendet, sollten an Soroka und den Wiederaufbau des Südens gehen. Das ist eine nationale Priorität», sagt Lapid und bezieht sich dabei auf die kürzlich erfolgte Genehmigung von über 5 Milliarden NIS (US$ 1.6 Milliarden) an frei verfügbaren Koalitionsmitteln für haredische Einrichtungen, Siedlungen im Westjordanland und andere Prioritäten der Partei im Staatshaushalt 2026.

Netanyahu hatte im November angekündigt, das Soroka-Krankenhaus werde öffentliche und private Mittel in Höhe von insgesamt über 1 Milliarde NIS (US$ 321.634) für den Wiederaufbau erhalten werde. Warum erst jetzt? Die haredischen Partner von Netanyahu dürfen sich regelmässig über schnelle Zuwendungen freuen!

Blick von Beobachtungsturm auf den Libanon

Am frühen Morgen wurde ein Avocado-Farmer im Kibbutz Misgav Am, unmittelbar an der libanesischen Grenze durch einen Angriff aus dem Libanon getötet. Der 60 Jahre alte Ofer Moskovitz ist der erste Zivilist, der von der libanesischen Terror-Organisation Hisbollah seit dem 28. Februar tödlich getroffen wurde. Zwei Fahrzeuge wurden durch Raketenbeschuss in Vollbrand gesetzt, die Insassen konnten von Ersthelfern nur mehr tot geborgen werden. Ein Teil der Kibbutzniks ist seit Oktober 2023 evakuiert, ein Teil hat beschlossen zu bleiben, um den Kibbutz nicht kampflos aufzugeben. Noch in der vergangenen Woche erklärte Moskovits in einem Interview: «Ich könnte jeden Moment von einer Rakete oder einer Drohne getroffen werden. Es ist russisches Roulette.» Seit Kriegsbeginn am 28. Februar wurden in Israel 15 Zivilisten und Ausländer bei iranischen Raketenangriffen getötet, dazu vier Palästinenser im Westjordanland.

Als Gegenschlag auf den tödlichen Angriff flog die IAF eine ausgedehnte Welle von Luftangriffen gegen den Süden des Libanon. Die IDF erklärte, dass sie plant, weitere Brücken über den Litani Fluss zu sprengen. Dadurch soll der Waffenschmuggel und der Transport von Terroristen in den südlichen Teil des Libanon unterbunden werden. Entsprechend einer UN-Resolution ist es Hisbollah-Terroristen verboten, sich südlich des Litanis Flusses aufzuhalten. Eine Resolution die von der Terror-Organisation noch nie eingehalten wurde.

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Drei palästinensische Polizisten wurden beim Angriff auf ein ‘Polizei-Fahrzeug’ der Hamas durch einen gezielten Angriff der IAF eliminiert. Zehn weitre Personen wurden verletzt. Der Vorfall fand in der Nähe der Polizeistation Nuseirat im Zentrum des Gazastreifen innerhalb der von der Hamas kontrollierten Seite statt. Es gab noch keine weiteren Kommentare von der IDF

Bei der ersten Angriffswelle gegen 07:15 am Sonntagmorgen, schlug eine Streumunition auf einer Strasse ein, richtete aber nur dort beschränkten Schaden an. 15 Personen wurden durch Streumunitionen verletzt, eine davon schwer, die im Grossraum Tel Aviv abstürzten und Schaden anrichteten. Es war die vierte Welle von Angriffen aus dem Iran seit Mitternacht. In Jaffa wurde ein Gebäude getroffen, in Petach Tikwa brach ein Feuer in einem bewohnten Gebiet aus. Bei beiden Einschlägen wurden keine Verletzten gemeldet.

Von den gestern bei Einschlägen in Dimona verletzten Personen befanden sich heute noch fünf im Spital, darunter auch der scherverletzten Junge, der operiert wurde und ein Mann in den 20er-Jahren. Der Einschlag durch eine Rakete mit einem konventionellen Sprengkopf mit einem Gewicht von mehreren Hundert Kg auf weichem Untergrund in der Nähe von Gebäuden verursachte grossen Sachschaden. Im zusammengestürzten Gebäude in Dimona befand sich eine Betreuungseinrichtung für unterprivilegierte Kinder.

Vom Einschlag in Arad, der ebenfalls gestern Abend stattfand, befanden sich noch 31 Personen, darunter 18 Kinder im Krankenhaus. Der Einschlag war ähnlich dem von Dimona. Auch hier handele es sich um einen konventionellen Sprengkopf von mehreren Hundert Kg, der auf einem Grüngebiet zwischen den Häusern einschlug. Hier wurden 90 Personen, zehn von ihnen schwer verletzt. In beiden Fällen befanden sich die Opfer ausserhalb der Schutzräume. In beiden Fällen wurde ein Abfangmanöver, leider aber erfolglos, ausgelöst.

Bereits gestern kam es zu einem tödlichen Zwischenfall in der Nähe von Nablus. Der 18 Jahre alte Yehuda Sherman war mit seinem Geländefahrzeug auf einer ‘Landpatrouille’ unterwegs, als er von einempalästinensischen Fahrzeug gerammt wurde. Hinzugerufene Behörden gaben an, untersuchen zu wollen, ob es sich um einen Unfall oder einen Terroranschlag handelt. Sherman, der aus dem illegalen Aussenposten ‘Shuva Yisrael Farm’ stammt, war mit zwei weiteren Männern unterwegs, die leicht verletzt wurden. Obwohl bislang noch keine Beweise für einen Unfall gefunden werden konnten, bezeichnete Smotrich, der heute zur Beisetzung kam, den Vorfall als ‘Mord’ und sprach den Eltern, Mitgliedern seine Partei Religious Zionism, sein Beileid aus.

«Mein tiefstes Beileid gilt meinen langjährigen Freunden und Partnern, Yehoshua und Sima Sherman und ihrer Familie, wegen der Ermordung ihres Sohnes Yehuda Shmuel Sherman, der bei der Verteidigung unseres Landes ums Leben kam, während er das Land Samaria verteidigte», sagte Smotrich. Das ist leider der böse Geist, der in Judäa und Samaria seit der Regierungsübernahme der Nicht-Regierung im Dezember 2022 herrscht. Jeden Tag gibt es Pogrome, Überfälle, Vertreibungen mit nur einem Ziel: Judäa und Samaria palästinenserfrei zu bekommen. Um das Land dann in Ruhe annektieren zu können.

In der Nacht auf heute (s. weiter oben) griffen dutzende jüdischer Siedler-Terroristen etwa 20 Dörfer, darunter Jalud, Fandaqumiya, Silat ad-Dhahr und Qaryut an um, wie sie schrieben und auf Hausmauern schmierten, ‘Rache für Yehuda Sherman’ zu nehmen. Angeblich hat sich der Fahrer des palästinensischen Fahrzeuges heute freiwillig bei den Behörden gemeldet und wird derzeit zum tödlichen Vorfall von der IDF verhört.

In Fandaqumiya setzten Siedler Molotowcocktails ein; in der Nähe von Ramallah warfen sie Steine; und in Sebastia, nahe Nablus, warfen Angreifer einen Sprengkörper, wodurch zwei Gebäude und drei Autos in Brand gerieten, berichtete Haaretz. Nachbarn der in Brand gesetzten Häuser kamen zu Hilfe, um die Menschen aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Es ist dieser Nachbarschaftshilfe zu verdanken, dass es keine Toten, sondern nur einige Verletzen gab. Die Verletzungen entstanden hauptschlich bei Schlägereinen zwischen den Angreifern und den Opfern.

Erst einige Stunden nach den ersten Berichten über die Gewaltausbrüche gab die IDF die erste Erklärung ab: «Es sind Berichte eingegangen über ’israelische Bürger’, die Gebäude und Eigentum in Brand setzten und den Frieden in der Region stören. Wir verurteilen Gewalt jeglicher Art und werden weiterhin daran arbeiten, die Sicherheit der Bewohner und die Ordnung in der Region zu gewährleisten.» So ein heuchlerisches Schönsprech, der von der harten Wahrheit ablenken soll!



Kategorien:Israel, Politik

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