6. Nissan 5786
Selbst wenn es den beiden Möchtegern-Rettern der Welt gelingen sollte, im Iran zu einem Regimewechsel beizutragen, so heisst das noch lange nicht, dass sie den künftigen Regierungschef aussuchen dürfen. Das ist es aber, was Trump will. Ein Mann aus dem Iran, «mit dem das Weisse Haus zusammenarbeiten kann und der die Vorgaben der USA erfüllt.»

Zur Debatte stand Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf, doch dessen Naheverhältnis zur Revolutionsgarde ist ein Störfaktor. Er wird sich kaum dem Diktat der USA beugen. Reza Pahlavi steht nicht zur Diskussion, Trump nannte ihn einen ‘Verlierer’, so wie er die gefallenen US-Soldaten auch nennt. Das Volk aber scheint Pahlavi zu bevorzugen. Pahlavi selbst sieht sich als Übergangs-Politiker, nicht als Shah, sondern als normale Bürger. Welches Recht nimmt sich ein Beamter von Trump, zu behaupten, eine Regierung unter Pahlavi ‘führe automatisch zu einem Chaos?’ Trump muss endlich lernen, dass nicht alles auf der Welt sich ihm unterzuordnen hat. Als er zu Beginn der Demonstrationen dem iranischen Volk zurief: «Haltet durch, die Rettung naht!», da meinte er es vielleicht noch so. Heute sieht alles ganz anders aus, es ist keine Rettung mehr, es ist blindwütiges Zerstören.
Minister Amichay Eliyahu übergab Präsident Isaac Herzog in Vertretung von JM Yariv Levin, der sich als befangen erklärt hatte, das Positionspapier zum Begnadigungsantrag von Netanyahu. Das Büro des Präsidenten erklärte in seinem Auftrag, «dass er sich in seiner Entscheidung nicht von äusserem Druck ‘aus irgendeiner Richtung’ beeinflussen lassen werde», – ein offensichtlicher Verweis auf US-Präsident Donald Trump, der Herzog scharf dafür kritisiert hat, dass er die Begnadigung nicht sofort gewährt hat. Eliyahu unterstützt das Begnadigungsgesuch, während die entsprechende Abteilung des Justizministeriums «die Begnadigung nicht empfiehlt, weil sie festgestellt hat, dass Netanyahus Antrag die relevanten Kriterien nicht erfüllt.» Bevor das Papier endgültig an den Präsidenten übergeben wird, wird es nun von seiner Rechtsberaterin überprüft.
Karoline Leavitt, Sprecherin des Weissen Hauses, hatte die undankbare Aufgabe, die Aussage Trumps zum Iran von gestern zumindest zu relativieren. Die Gespräche seien eine ‘sich ständig verändernde Situation’. «Es handelt sich um sensible diplomatische Gespräche, und die USA werden nicht über die Presse verhandeln. Dies ist eine sich ständig verändernde Situation, und Spekulationen über Treffen sollten nicht als endgültig angesehen werden, bis sie vom Weissen Haus offiziell angekündigt werden», so Leavitt. Hat Trump also gestern wirklich nur heisse Luft und Hirngespinste von sich gegeben? Das scheint so zu sein, denn die Medien, die sich sonst sofort auf solche Ankündigungen stürzen, halten sich bedeckt. Was sagt das über den Geisteszustand von Trump aus?
Seit dem 28. Februar, dem Tag, an dem der Krieg gegen den Iran ausbrach, sah man Sara N. nicht in der Öffentlichkeit. Jedoch Michal Herzog an der Seite ihres Mannes, des Präsidenten, war immer präsent. Wenn es in Israel den Titel einer ‘First Lady’ gäbe, dann wäre sie es. Nicht Sara N. Als aber jetzt Melania Trump zu einer Konferenz einlud, da setzte sie sich sofort in ein EL Al Flugzeug und machte sich auf den Weg. Ohne ihren Gatten, den PM. Die Konferenz ‘Fostering the Future Together Global Coalition Summit’ findet am 24. und 25. März statt. Wenn auch die Einladung ziemlich weit gefasst ist, die bessere und kompetentere Teilnehmerin wäre auf jeden Fall Michal Herzog. Ziemlich wackelig sah Sara N. aus, als sie das Flugzeug verliess. Nun ja, den Komfort der ‘Wings of Zion’ hatte sie eben nicht auf dem Flug.

Der UN-Sicherheitsrat arbeitet derzeit an einer Resolution, die es den Mitgliederstaaten ermöglichen soll, «alle notwendigen Mittel einzusetzen – auch innerhalb der Hoheitsgewässer der Anrainerstaaten in oder an der Meerenge [der Strasse von Hormus]– um die Durchfahrt zu sichern und Versuche, die internationale Schifffahrt dort zu sperren, zu behindern oder anderweitig zu stören, zu unterbinden, zu neutralisieren und abzuschrecken.» Der Entwurf droht mit gezielten Sanktionen gegen die, die «die Rechte und Freiheiten der Schifffahrt“ in der Meerenge untergraben. Besonders nördlich der Passage stauen sich die Frachtschiffe im Persischen Golf.


Zwei unter indischer Fahne segelnde Frachter konnten gestern das Gebiet verlassen und sind auf dem Weg nach Indien, wo sie zwischen dem 26. und 28. März ankommen werden.
Nachdem die IAF während der Nachtstunden einige Regierungsgebäude in Teheran und anderen Städten angegriffen und teilweise bis ganz zerstört hatte, gab es mehrere Raketen-Salvos auf Israel.






In Tel Aviv wurde ein Mehrfamilienhaus durch den Einschlag einer 100 kg schweren ballistischen Rakete gänzlich zerstört, auch die Nachbarhäuser zeigen deutliche Spuren der Explosion. Vier Personen wurden leicht verletzt, konnten aber vor Ort behandelt werden. Der Sprengkopf verursachte einen grossen Krater, sowie zerstörte Fahrzeuge. Ein Mann, der in Nordisrael versehentlich auf ein Raketenfragment trat, wurde leicht verletzt. In Nescher, neben Haifa, wurde ein Haus beschädigt.
Die Frequenz der Angriffe aus dem Iran entspricht in etwa der von zu Beginn des Krieges. Jedoch ist die Anzahl der abgeschossenen Raketen von 90 auf 10 pro Tag gesunken. Die IDF teilte mit, dass etwa 330 der geschätzten 470 Raketenwerfer zerstört oder unbrauchbar gemacht wurden.
Die IDF teilte mit, in der Nacht das ’Hauptsicherheitsquartier der IRGC’ getroffen zu haben. Dieser Gebäudekomplex befand sich mitten in einer zivilen Umgebung. Das Quartier diente hauptsächlich der «Koordination regionaler Einheiten, die für die Durchsetzung der Regimeordnung und die innere Sicherheit zuständig sind», darunter die paramilitärische Basij-Miliz. Dutzende Kampfjets der IAF warfen über 100 Bomben auf iranische Militärstützpunkte und Waffenproduktionsstätten ab. Im Detail handelte es sich dabei um «ein Stützpunkt der Quds-Truppe der IRGC, der ‘operative und nachrichtendienstliche Aktivitäten’ überwachte; ein Luftabwehrhauptquartier des IRGC; ein Hauptquartier der Bodentruppen des IRGC; ein Geheimdiensthauptquartier der Quds-Einheit des IRGC; eine Produktionsstätte für Marine-Marschflugkörper, die dem iranischen Verteidigungsministerium gehört; sowie mehrere weitere Einrichtungen, die an der Produktion und Forschung von Waffen beteiligt sind, unter anderem in den Bereichen Elektronik, ballistische Raketen und Sprengköpfe.» Gestern wurden die Hauptquartiere des militärischen Geheimdienstes und der IRGC angegriffen.

Durch den Einschlag einer Rakete an der Mahanayim Kreuzung im Norden Israels wurde eine 30-jährige Frau getötet. Im gleichen Angriff wurden zwei weitere Personen leicht verletzt und von Magen David Adom vor Ort behandelt. Die Hisbollah hatte etwa 30 Raketen gleichzeitig auf diese Region abgeschossen.
In Sfad wurden zwei Personen beim Absturz einer abgeschossenen Rakete durch Glassplitter verletzt, konnten aber vor Ort behandelt werden.

Trümmer einer abgefangenen Rakete stürzten auf ein Haus im Norden von Beirut ab. Die IDF erklärte, derzeit keinerlei Angriffe in dieser Region zu fliegen. Ob es sich um eine iranische Rakete handelt, wird derzeit untersucht.


Raketentrümmer einer abgefangenen iranischen Rakete trafen in Tel Arad, einem illegalen Beduinen-Dorf im Negev, auf ein Haus und richteten dort erheblichen Schaden an. Die Eigentümer des Hauses befanden sich im eigenen Schutzraum, sodass sie den Angriff unverletzt überlebten. Das Haus ist eines der wenigen Beduinen Häuser, die über einen eigenen Schutzraum verfügen.
In einem anderen Beduinen-Dorf im Negev, Alsira, wurde ein Mann durch die Explosion leicht verletzt. Eine Frau mit ihrem 2 Monaten alten Baby wurde durch herabstürzende Trümmerteile leicht verletzt. Alle drei wurden ins Soroka-Krankenhaus evakuiert.
Im Negev leben etwa 130.000 Beduinen in nicht anerkannten Dörfern, die vom Staat keinerlei finanzielle oder infrastrukturelle Hilfe erhalten. Jihad Amor, ein Bewohner des Ortes betont, dass sie sich vom Staat alleingelassen fühlen. «Bei unseren Nachbarn in Arad rückt das Heimatfrontkommando aus, und die Polizei kommt. Der Ministerpräsident war vor Ort. Die ganze Welt war vor Ort», sagt er und bezieht sich dabei auf den jüngsten direkten Raketeneinschlag in der nahegelegenen Stadt Arad, bei dem etwa 90 Menschen verletzt wurden. «Wenn wir die Polizei oder das Heimatfrontkommando oder den Regionalrat anrufen, antworten sie nicht. Niemand schenkt uns Beachtung. Sie betrachten uns nicht als Menschen, sondern als Tiere.» Das Schicksal der Beduinen in Israel tut mir sehr leid. Sie leben schon sehr lange dort, sind überwiegend treue Staatsbürger. In der IDF sind sie als Fährtenleser sehr zuverlässig.
Kategorien:Israel
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