Krieg gegen Israel – Tag 26

8. Nisan 5786

„Du gehst (schon)?“

Trump hat dem Iran angeblich einen 15-Punkte-Plan zukommen lassen, der als Bedingung verstanden wird, den Krieg zu beenden. Hier muss man festhalten, dass es noch keine exakt definierten Kriegsziele gibt. Kanal 12 veröffentlichte nur die scheinbar wesentlichen Punkte, die‘die Kriegsziele der USA und Israels abdecken’. So soll zunächst eine Waffenruhe von einem Monat ausgehandelt werden. Während dieser Zeit werden die 15 Punkte, die zu einem Waffenstillstand führen, ausgehandelt. Dass das nicht funktioniert, haben wir bei der Hamas und im Libanon erlebt. In Gaza wird die im Oktober beschlossene Waffenruhe von beiden Seiten mit mehr oder weniger verständlichen Gründen immer wieder gebrochen. Im Libanon wird der Waffenstillstand vom Januar 2025 ignoriert. Trump sagte gestern, er habe in indirekten Verhandlungen mit einer Schlüsselfigur im Iran etwa 15 Punkte einer Einigung über ein mögliches Abkommen erzielt. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt bestreitet, dass die Gespräche mit dem Iran in eine Sackgasse gekommen sind, nachdem entsprechend iranischen Medien der 15-Punkte-Plan abgelehnt wurde. «Die Gespräche gehen weiter … Sie sind produktiv … und sie gehen weiter», sagt Leavitt während einer Pressekonferenz. Die USA liegen in ihrem Krieg gegen den Iran weiterhin im Zeitplan, nachdem sie ursprünglich einen Zeitrahmen von vier bis sechs Wochen angegeben hatten, so Karoline Leavitt.

Das Vertrauen in den US-amerikanischen Partner scheint bei Netanyahu zunehmend zu schmelzen. Weder Netanyahu, noch die Sicherheitschefs glauben daran, dass der 15-Punkte-Plan die Bedrohung durch iranische Atomwaffen und ballistische Raketen beenden wird. Alles im Verhalten Trumps scheint darauf hinzuweisen, dass er den Krieg plötzlich beenden könnte. Netanyahu wies die IDF an, innerhalb der kommenden 48 Stunden so viel wie möglich der iranischen Militärindustrie zu zerstören.

Netanyahu wird heute Abend zunächst eine Sitzung im kleinen Kreis mit handverlesenen Teilnehmern abhalten. Anschliessend trifft sich der Nationale Sicherheitsrat, um über ‘die Theater’ zu diskutieren. Soweit der O-Ton aus dem Büro des PM. Offenbar sieht Netanyahu im Drängen Trumps, den Krieg zu beenden, die Notwendigkeit, einen eigenen Standpunkt zu finden und zu kommunizieren.

Am späten Nachmittag meldet sich Netanyahu via Videobotschaft an die regionalen und kommunalen Führer des Nordens. Entgegen allen anderslautenden Meldungen kämpfe Israel mit ‘voller Kraft’ weiter gegen den Iran. Die Gefahr durch die Hisbollah-Terroristen im Norden existiere nicht mehr (sic!). Die Bedrohung durch Panzerabwehrraketen werde durch eine erweiterte Pufferzone abgewehrt. Der Schwerpunkt läge jetzt auf der Entwaffnung der Hisbollah. Also stellt der tägliche Beschuss mit Raketen auf den Norden des Landes keine Bedrohung mehr dar? Vielleicht kann er seine Villa in Caesarea gegen ein Haus in Kiryat Shmona oder Rosh Pina tauschen. Kurz darauf schickte die Hisbollah eine Salve mit zehn Raketen auf den Grossraum Haifa. Der von der Hisbollah benutzte Raketenwerfer wurde von der IAF zerstört.

Die Zehn Raketen, die gegen Mittag von der Hisbollah auf Vororte von Haifa abgeschossen wurden, sind grossteils von Abfangsystemen zerstört worden. Einige Raketen liess man gezielt durchfliegen. Sie schlugen erwartungsgemäss auf offenem Gelände ein, ohne Schaden anzurichten.

Gestern verkündete Trump, vom Iran ein Geschenk erhalten zu haben. «Es war ein sehr grosses Geschenk im Wert einer enormen Geldsumme, und ich werde Ihnen nicht verraten, was dieses Geschenk ist, aber es war ein sehr bedeutender Preis», sagte Trump. «Sie haben es uns gegeben, und sie sagten, sie würden es geben. Das bedeutete für mich eines: Dass wir es mit den richtigen Leuten zu tun haben … Sie sind die Einzigen, die das tun konnten. Es hatte nichts mit Atomkraft zu tun, sondern mit Öl und Gas», fügt er hinzu, als er gedrängt wird, die Art des Geschenks zu präzisieren.

Auf die Frage, ob die USA nach dem Krieg die Kontrolle über Hormus haben werden, sagt Trump: «Wir werden die Kontrolle über alles haben, was wir wollen. Ich glaube, wir werden den Krieg beenden», fügt er hinzu.

Am Abend erklärte ein hochrangiger arabischer Diplomat gegenüber der ToI, das Geschenk, von dem Trump gesprochen hatte, war die Bewilligung des Irans, eine Reihe von Tankschiffen ungehindert durch die Strasse von Hormus passieren zu lassen. Ein US-amerikanischer Beamter erklärte, diese Zusage könne als Geste des ‘Guten Willens’ gesehen werden, ob es möglich sei, diplomatische Verhandlungen aufzunehmen. Das Weisse Haus hat noch keinen Kommentar abgegeben.

Angeblich plant der Iran, eine neue Front zu eröffnen, indem er die Strasse von Bab el-Mandab blockiert, die den Schiffsverkehr zwischen dem Suez-Kanal und dem Arabischen Meer verbindet. Nachdem der Iran keine Landgrenze in der Region hat, kommt nur der Jemen, ein militärisch vom Iran abhängiger Staat, der von den Houthi-Terroristen beherrscht wird, als ‘Stützpunkt für’ die Operation in Frage.

Morteza Simiyari, ein Analyst im Rundfunk der islamischen Republik, vermutet, dass «sollten die Amerikaner in der Region Fehler begehen, der Iran die Küstengebiete von Bahrain und den VAE besetzen wird. Das Militär ist dafür bestens vorbereitet. Der Iran wird dafür fast keine Luftunterstützung und keine Kriegsschiffe brauchen.»

Elf palästinensische Familien wurden aus der Bat al Hawa Nachbarschaft Silwan, in Ostjerusalem vertrieben. Der OGH hatte im vergangenen Jahr festgestellt, dass der Grund und Boden, auf dem die Häuser stehen, bis zum Jahr 1948 jemenitischen Juden gehörte. Damals besetzte Jordanien das Land im Unabhängigkeitskrieg, bis es 1967 von Israel zurückerobert wurde. 157 Mitglieder der elf Familien legten Einspruch gegen die Ausweisung ein, wurden jedoch jetzt endgültig abgewiesen. Sie müssen ihre Häuser definitiv verlassen.

Einige Mitglieder der Nukhba-Einheit der Hamas wurden von der IAF mit einem gezielten Angriff während der Nachtstunden eliminiert. Die Gruppe hielt eine Übung im zentralen Gazastreifen ab. Diese Einheit, die massgeblich am Massaker vom 7. Oktober beteiligt war, führte immer wieder Angriffe auf die IDF in Gaza und auf Israel aus.

Mitglieder der Nukhba-Einheit


Kategorien:Israel, Politik

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