Was geschah am 23. Dezember?

19. Tevet 5782

Gestorben:

1914 verstarb Hugo Zuckermann, geb. 15. Mai 1881 in Eger (Ungarn). Während seines Studiums der Rechtswissenschaften in Wien war er Mitglied des Vereins zionistischer Hochschüler Theodor Herzl und der jüdischen akademischen Verbindung Libanonia. Gemeinsam mit Oskar Rosenfeld gründete er das erste jüdische Theater in Wien, das als «Jüdische Bühne» bis 1938 existierte. Während des Ersten Weltkrieges erlag er seinen Kriegsverletzungen in seiner Heimatstadt.

1964 verstarb Nathan Asch, geb. 19. Juli 1902 in Warschau. Er war jüdisch-polnischer Schriftsteller. Nach Jahren in den USA, wo er als Börsenmakler gearbeitet hatte, kehrte er 1923 nach Europa zurück, wo er Ernest Hemingway kennenlernte. In der von Hemingway, Ford Madox und Ezra Pound[1] herausgegebenen Zeitschrift «Transatlantic Review» veröffentlichte er einige seiner Erzählungen. In Europa erschienen seine Bücher in angesehenen Verlagshäusern. Die meisten seiner Bücher fielen der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 zum Opfer.

1979 verstarb Peggy (Marguerite) Guggenheim, geb. 26. Aug. 1898 in New York, in Camposampiero bei Padua. Ihr Vater verstarb beim Untergang der Titanic. Sein Erbe in Höhe von US$ 450.000 machte sie im Alter von 18 Jahren zu einer finanziell völlig unabhängigen Frau. Ihr Onkel, Solomon Guggenheim war der Gründer der Solomon R. Guggenheim Foundation (u.a. Guggenheim Museum New York). 1921 zog sie nach Paris und lebte dort das Leben einer Bohèmienne. Auf Ratschlag von Samuel Beckett begann sie sich mit moderner Kunst zu beschäftigen. Im Januar 1938 eröffnete sie ihre Galerie Guggenheim Jeune in London, musste sie aber 1939 wegen ausbleibender finanzieller Erfolge wieder schliessen. Die Flucht vieler Künstler zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ermöglichte ihr, ihre Sammlung teilweise zu günstigsten Preisen zu erweitern. Mit einer halben Million US$ unterstützte sie ein Komitee, dass die Ausreise von Flüchtlingen aus Frankreich unterstützte. Sie selbst floh ebenfalls im Juli 1941. Nach Kriegsende zog sie wieder zurück nach Europa und liess sich in Venedig nieder. Sie erwarb den Palazzo Venier dei Leoni am Canale, den sie sowohl als Wohnung, als auch als Museum nutzte. Im Jahr nach ihrem Tod wurde der Palazzo nochmals umgebaut und stellt nun, bekannt als Peggy Guggenheim Collection ihre Sammlung aus. Sowohl den Palazzo als auch ihre Sammlung vermachte sie der Solomon R. Guggenheim Foundation.


[1] Die Rolle Ezra Pounds während des Zweiten Weltkrieges ist umstritten. Über Radio Rom verbreitete er antiamerikanische und antisemitische Hetzparolen.  Einer Todesstrafe entging er nur, weil er für geisteskrank erklärt wurde. 



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