Was geschah am 29. Dezember?

25. Tevet 5782

Kultur:

1922 wird erstmals der Film «Nathan der Weise» nach der gleichnamigen Parabel von Gotthold Ephraim Lessing in Berlin aufgeführt. Obgleich der Film durchaus positive Kritiken erhielt, fiel er bald antisemitischer Propaganda zum Opfer. Bereits vor der Uraufführung hatten Rechte versucht, die Filmrollen zu zerstören. Die Hauptrolle, den Nathan, spielte Werner Krauss, ein österreichischer Schauspieler. Krauss galt als genial, mit einer unglaublichen Fähigkeit, sich in jede Rolle perfekt hineinzudenken. Es gab fast keine Figur, die er während seiner Karriere nicht spielte. 1934 wurde er zum Staatsschauspieler ernannt und brachte sich damit eindeutig in die Nähe der von ihm bewunderten Nationalsozialisten. Seine Rollen, er spielte u.a. sechs Sprechrollen gleichzeitig, ausser der Hauptrolle, im Propagandafilm «Jud Suess» führte nach dem Krieg zu einem Berufsverbot.

1933 hat der von mir immer wieder gerne gesehene Film «Die Wüstensöhne» mit dem Schauspielerduo Laurel und Hardy seine Uraufführung. Er gehört zu den zehn meistgesehenen Filmen des Jahres. Es handelt sich dabei um eine Persiflage der Freimaurerei.

Geboren:

1895 wird Werner Scholem in Berlin geboren. Schon jung begann er sich für die Idee des Zionismus zu interessieren, was zu offenen Konflikten mit seinen Eltern führte. Bereits im Jahr 1912 schloss er sich der sozialistischen Arbeiterjugend an. Im Ersten Weltkrieg diente er im Kaiserlichen Militär, wurde wegen Majestätsbeleidigung zu einer mehrjährigen Strafe in Halle und in Berlin-Spandau verurteilt. Die letzten Kriegsmonate verbrachte er an der Westfront. Nach dem Krieg war er aktives Mitglied der KPD. Erneut wurde er wegen angeblichem Hochverrat zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt. Der Grund dafür war die führende Mitarbeit in einer sozialdemokratischen Zeitung. 1924 – 28 war er Abgeordneter der KPD im Reichstag. Als Jude und Kommunist wurde er nach der nationalsozialistischen Machtergreifung im Jahr 1933 zweimal verhaftet und in «Schutzhaft» genommen. Im März 1935 wurde er mangels Beweise vom Verdacht des Hochverrates freigesprochen, kam jedoch erneut in «Schutzhaft», zunächst im KZ Dachau und später im KZ Buchenwald. Dort wurde er am 17. Juli 1940 «auf der Flucht» erschossen.



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