Was geschah am 22. Januar?

20. Shevat 5782

1349 wurden alle Mitglieder der gesamten jüdischen Gemeinde in Speyer ermordetSeit dem Jahr 1080 lebten nachweislich Juden in Speyer, das sie Schpira nannten. Ab 1084 erhielten sie ein eigenes Wohngebiet. Ihre Privilegien erstrecken sich auf das freie Handelsrecht, eigene Verwaltung und eigene Gerichtsbarkeit. Für sie bestand auch kein Verbot, christliche Mitarbeiter einzustellen, wie das in anderen Städten üblich war. 1090 wurden die Privilegien nochmals erweitert und die Stadt Worms wurde mit in die entsprechenden Verträge einbezogen. Juden genossen nun Handels-, Zoll- und Steuerfreiheit im ganzen Reich. Ihr Leben und Besitz standen unter dem Schutz von Bischof und Kaiser. Natürlich geschah all das nicht aus übergrosser Liebe zur jüdischen Bevölkerung. Motiviert durch die umfassenden Privilegien liessen sich immer mehr Juden in Speyer nieder und verhalfen der Stadt zu einer wirtschaftlichen Erstarkung. Die um 1110 errichtete Mikwe ist die älteste erhaltene in ganz Europa. 

Doch die Ruhe war trügerisch. 1096 überfielen Teilnehmer des ersten Kreuzzuges marodierend durch das Rheinland. Der Bischof konnte bis auf 11 Juden alle anderen retten, indem er sie in seiner Burg einquartierte. 1195 richtete sich ein Pogrom direkt gegen die Juden in Speyer. Vor den Mauern war eine ermordete Frau gefunden worden und man schob den Juden die Schuld zu. Diesmal weigerte sich der Bischof, sie zu schützen. Viele wurden beraubt und getötet, ihre Häuser verbrannt. Einige konnten sich in die Synagoge retten, wo man sie tatsächlich in Ruhe liess.

Das wäre wohl das Ende der jüdischen Gemeinde in Speyer gewesen, hätte nicht der Bruder des Kaisers den Wiederaufbau durch die Verursacher des Pogroms verlangt und den geflüchteten Juden befohlen, zurückzukommen. 

Im 12. und 13. Jahrhundert war Speyer eine der einflussreichsten jüdischen Städte. Sie war auch der Geburtsort des Chassidismus. Rabbi Samuel HaChassid forderte in seinem Leitwerk eine stärkere Abgrenzung zu den Christen, umfassende Einhaltung der Gebote und das Ideal von Armut und Askese. 

Die heute als «SchUM-Städte» bekannten Orte Speyer, Worms und Mainz bildeten lange Zeit das geistige Zentrum der aschkenasischen Juden in Europa. Sie waren den christlichen Bürgern gleichgestellt, duften Grundbesitz erwerben und hatten das dauernde Aufenthaltsrecht. Wie noch bis dahin genossen sie innerhalb der Gesellschaft ein hohes Ansehen und waren wirtschaftlich sehr erfolgreich. So kam es, dass sie die Obrigkeiten inklusive König und Bischof finanziell unterstützten. Natürlich hatten sie nicht nur Freunde in den Städten. 

1349, die Pest wütete im Rheinland, wurde die jüdische Gemeinde mit dem Vorwurf der Brunnenvergiftung und der Verschwörung zum Mord an Christen zur Gänze vernichtet. Nur wenige Juden konnten nach Heidelberg flüchten. 

Was an diesem Tag in Israel geschah:

1959 wird in Tel Aviv der Helena Rubinstein Pavillon für zeitgenössische Kunst eingeweiht. Der Neubau ist eine Erweiterung des Tel Aviv Museums. Neben dem Habima National Theater und dem Charles Bronfman Auditorium, der Heimat des Israel Philharmonic Orchestra, ist das Tel Aviv Museum die dritte Säule der Kulturmetropole. Der Bau wurde ermöglicht durch die Spende von Helena Rubinstein, der Gründerin des gleichnamigen Kosmetikimperiums, an die von ihr ins Leben gerufene Foundation.

Ein gastronomisches Highlight in Tel Aviv 

Ganz in der Nähe Verteidigungsministeriums Kirya in Tel Aviv befindet sich das lebhafte Sarona Viertel. Ab 1871 von den pietistischen Templern aufgebaut und bevölkert, ist es heute das vielleicht lebhafteste Viertel der Stadt. Der teils überdachte Markt ist schon lange kein Geheimtipp mehr, wenn es um Restaurants geht. Nicht alle sind koscher, aber das ist ja leider heute in Israel schon fast der Normalfall. Auf dem Sarona Markt finde man alles. Neben dem Shuk haben sich Mode Outlets, Bücherläden, Boutiquen mit Schmonzes aller Art angesiedelt. Teilweise an klassischen Marktständen, teilweise in den liebevoll restaurierten Häusern. 

Spannend ist aber vor allem das, was man nicht sieht «The Whiskey Bar & Museum». Tief unter dem lebhaften Markt in einem alten Templer Tunnel hat sich das weltgrösste Whiskey Museum mit mehr als 1.400 Flaschen aus weltweiter Produktion angesiedelt. Im 19. Jahrhundert befand sich hier ein Weinkeller, und bis vor zehn Jahren nutzte der Mossad den Tunnel für seine Zwecke.

Natürlich überwiegen die irischen und schottischen Produktionen, es gibt aber auch Raritäten aus Hong Kong und Indien. Alle werden mit 25 ml in speziellen Whiskey Gläsern, den Glencairn Gläsern ausgeschenkt. Diese bringen durch ihre Form den jeweiligen Geschmack und Duft besonders zur Entfaltung.

Erfreulicherweise ist die Küche hier koscher. 



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