25. Shevat 5782
Geschichte:
1945 wird das KZ Auschwitz von der Roten Armee befreit. Auschwitz steht für das Vernichtungslager, in dem die meisten der von den Nationalsozialisten verfolgten Menschen ermordet wurden.
Das Stammlager Auschwitz I (ab Mai 1940) bildete zusammen mit KZ Auschwitz II – Birkenau (ab Oktober 1942) und Auschwitz III – Monowitz (Ende 1942) den gesamten Lagerbereich.
Stammlager Auschwitz I Über dem Tor zum KZ wurde der zynische Willkommensspruch
«ARꓭEIT MACHT FREI!» installiert. Die besondere Schreibweise war der stille Protest des polnischen Goldschmiedes Jan Liwacz, der als Insasse hier gefangen gehalten wurde. Im KZ Mauthausen wurde er am 6. Mai 1945 befreit. Der Schriftzug wurde 2009 gestohlen und schwer beschädigt. Heute hängt er wieder an seinem alten Platz. Dieses KZ war 1940 zunächst als Quarantäne- und Durchgangslager geplant. Auch die Errichtung eines Wirtschaftsbetriebes wurde ins Auge gefasst. Die notwendige Sicherheitszone rund um das Lager sollte für einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb genutzt werden. In der Ausbauphase gab es schliesslich insgesamt sechs solche LWS Betriebe auf dem Gebiet des KZ. Am 7. April 1941 wurde in Kattowitz die Gründung des Buna Werkes der IG Farben gegründet. Entgegen den ersten Planungen wurde Auschwitz I dann aber doch als Konzentrations- und Arbeitslager ausgebaut. Die 18 Gebäude der ehemaligen Kaserne wurden teilweise aufgestockt, eine Mauer um das gesamte Lager gezogen, die von Wachtürmen unterbrochen wurde. Die Verwaltungsgebäude und die Unterkünfte der Wachmannschaften lagen ausserhalb des eigentlichen Lagers. Die erste Gaskammer und das erste Krematorium befanden sich noch weiter ausserhalb, ebenso wie die Kiesgrube, die als Exekutionsstätte diente. In diesem Stammlager wurden etwa 70.000 Menschen, zumeist Polen ermordet.
Auschwitz II – Birkenau befand sich drei Kilometer entfernt vom Stammlager.
Im gesamten Komplex von Auschwitz wurden insgesamt etwa 1.1 Millionen Menschen ermordet. Von diesen Opfern der Shoa waren etwa 1 Million Juden sowie 160.000 Sinti/Roma, Polen, Homosexuelle. 900.000 von ihnen starben unmittelbar nach der Ankunft an der Rampe in Birkenau durch Selektion. 200.00 starben durch Krankheiten, Unterernährung, Folter oder medizinische Versuche. Wer nicht mehr arbeitsfähig war, wurde anlässlich der regelmässigen Selektionen ermordet. Auschwitz-Birkenau umfasste sechs Gaskammern, teils unterirdisch und vier Krematorien. 1942 begannen die Massendeportationen aus dem damaligen deutschen Reichsgebiet. Noch 1944 wurde ein direkter Gleisanschluss an die Rampe gelegt. An den Selektionen war der berüchtigte Dr. Josef Mengele zumeist persönlich beteiligt.
Mein Freund, Max Mannheimer, s’l, sah dort zum letzten Mal seine Eltern, seine Schwester, seine Frau. Mit zwei Brüdern wird er zunächst als arbeitsfähig eingestuft. Ein Bruder wird krank und wird ermordet. Nur der jüngste Bruder, Edgar, und er überleben.
Auschwitz III – Monowitz wurde an das Buna Werk der IG Farben angrenzende Werk gebaut. 1941 einigte man sich auf eine Kooperation zwischen dem Lager und dem Buna Werk. 3000 Häftlinge wurden für die Zwangsarbeit bereitgestellt. Die reguläre Arbeitszeit war zwischen sieben und Uhr morgens und 18 Uhr abends, was der normalen Arbeitszeit entsprach. Sowohl die mangelhafte Bekleidung, als auch die Verpflegung reichten nicht aus, um überleben zu können.
Als die Rote Armee das KZ befreite, befanden sich nur noch 7.500 Menschen, mehr tot als lebendig, auf dem Gebiet des ehemals grössten KZs Nazideutschlands.
Seit 2006 wird der 27. Januar in vielen Staaten als Gedenktag für die Opfer der Nationalsozialisten begangen.
Gestorben:
1940 wurde Isaak Emmanuilowitsch Babel, geboren am 13. Juli 1894 in Odessa, in Moskau hingerichtet. Seine Jugend in Odessa schilderte er später in seinem Buch «Geschichten aus Odessa». Er besuchte die Wirtschaftsschule, die er 1911 abschloss. An der Universität Odessa gab es eine Quotenregelung für Juden, die es ihm verunmöglichte, dort zu studieren. Seine Studien begann er in Kiew, die er am Institut für Ökonomie und Finanzen 1916 abschloss. Unmittelbar danach übersiedelte er nach Petrograd (dem heutige St. Petersburg), das nicht in dem Gebiet lag, das innerhalb Russlands für die Ansiedlung von Juden vorgesehen war. Dort traf er auf Maxim Gorki, der sein weiteres Schaffen massgeblich beeinflusste.
Im Ersten Weltkrieg kämpfte er an der rumänischen Front und arbeitete als Übersetzer bei der Spionageabwehr.
Ab 1923 nahm er seine Tätigkeit als Schriftsteller wieder auf. Durch seine realistische Darstellung des Krieges und von den Gräueltaten machte er sich mächtige Feinde. Einer der einflussreichsten Feinde war Semjon Michailowitsch Budjonny, Hauptinspektor der Roten Armee und enger Vertrauter von Josef Stalin. Seine Kavalleriebrigade war massgeblich an den Pogromen gegen die Juden in der Grenzregion zwischen der Ukraine und Polen beteiligt. Anlässlich einer Reise durch die Ukraine musste er erleben, wie hart und brutal die Enteignungen und Zwangskollektivierungen in der ukrainischen Landwirtschaft von den Sowjets durchgesetzt wurden. Seine sozialkritischen und politischen Stücke waren so hochbrisant, dass sie an keiner sowjetischen Bühne aufgeführt wurden. Mehr und mehr geriet er in Gefahr verhaftet zu werden, was dann am 15. Mai 1939 auch tatsächlich geschah. Die Anklage gegen ihn lautete «Spionage für den Westen». Dieses Vergehen gab er schlussendlich zu, nachdem er schwer gefoltert worden war. Wenngleich er auch dieses erzwungene Geständnis widerrief, wurde er in Moskau erschossen. Die meisten seiner Werke wurden nach seiner Verhaftung verbrannt. Seine Witwe, die man lange Jahre im Glauben daran liess, ihr Mann lebe noch, erfuhr erst 15 Jahre später von seinem Tod. Nachdem er 1954 völlig rehabilitiert wurde, konnte sie die erhalten gebliebenen Werke posthum veröffentlichen.
1994 verstarb Reuben Mattus, geboren am 8.1.1913 in Polen, in Deerfield Beach, FL. Mit acht Jahren wanderte er 1921 mit seiner Mutter, der Vater war bereits verstorben, nach New York aus. Sein Onkel, der bereits in der Bronx lebte, führte ein Speiseeisgeschäft. Die Produkte, an deren Herstellung die gesamte Familie beteiligt war, wurde mit einem Pferdefuhrwerk unter dem Namen «Senator Frozen Products» in der Umgebung verkauft. Bald war auch die Ehefrau als Buchhalterin im Familienunternehmen tätig, das von Jahr zu Jahr expandierte. 1959 gründete Mattus die Firma «Häagen-Dazs», eine bis heute beliebte Eissorte. Um Assoziationen zu Dänemark zu erwecken, wurde sogar eine dänische Landkarte auf die ersten Verpackungen gedruckt. Heute würde man das als «Cuckoo-Branding», im Sinne von etwas vorgaukeln, was es gar nicht ist, bezeichnen. Produkte aus nordischen Ländern hatten in den USA einen Namen, der für Qualität stand.
Einer israelischen Zeitung gegenüber sagte Mattus, er habe damit seinen Dank an Dänemark zum Ausdruck bringen wollen, weil das kleine Land im Zweiten Weltkrieg etwas 7.000 Juden vor der Verfolgung gerettet hatte.
P.S. Häagen-Dazs aber auch andere bekannte Eiscrèmes von Nestlé und Strauss schmecken vorzüglich. Auf die Produkte von Unilever kann man daher sehr gut verzichten.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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