4. Adar I 5782
Geschichte:
1995 besuchte eine israelische Delegation unter Führung des Knesset Sprechers Shevach Weiss Jordanien. Dort wurde sie vom jordanischen Kronprinzen, HRH Prinz Hassan ibn Talal, im Königspalast in Amman empfangen. Prinz Hassan, der Bruder des damaligen Königs HRH Hussein I und Onkel des heutigen Königs, HRH Abdullah II galt bis kurz vor dem Tod seines Bruders als dessen Nachfolger. HRH Prinz Hassan ist ein international hoch angesehener Vertreter eines moderaten Islams und des Dialoges zwischen den Religionen. Seine Vision von einem nachhaltig friedvollen Zusammenleben der Menschheit gehört zu den grundlegenden Säulen seiner globalen Tätigkeiten. Welch grossartiger Mensch er ist, durfte ich mehrfach persönlich erleben.
Wenige Monate vor diesem historischen Besuch in Jordanien, am 26. 10.1994 war in Washington der israelisch-jordanische Friedensvertrag zwischen HRH König Hussein und PM Jitzchak Rabin unterschrieben worden. Dieser Vertrag regelt u.a. die Grenzziehung zwischen Jordanien und Israel, die Zusicherung von Wasserentnahme aus dem Jordan durch Jordanien und die Nutzung von zwei jordanischen Enklaven durch Israel. Diese war auf 25 Jahre festgeschrieben, mit der automatischen Verlängerung um weitere 25 Jahre. Im Jahr 2018 allerdings setzte HRH König Abdulla II diesen Paragrafen ausser Kraft.
Wie sein Bruder HRH König Hussein verfügt auch HRH Prinz Hassan über eine fundierte Kenntnis der jüdischen Religion.
So ist es kein Wunder, dass er die Delegation mit einem Zitat aus «Sprüche der Väter» (1:18) auf Hebräisch begrüsste «Rabban Shimon, Gamaliels Sohn, sagte: Auf drei Dingen beruht die Welt: Auf Recht, auf Wahrheit und auf Frieden.»
2022 stellt der palästinensische PM Mohammed Shtayyeh der Vollversammlung der «Afrikanischen Union», die derzeit in Addis Abeba stattfindet, einen Antrag. Man möge Israel den Beobachter Status entziehen, denn «Israel sollte niemals für seine Verletzung und für das Apartheidregime, das es dem palästinensischen Volk auferlegt, belohnt werden“.
Derzeit gehören 55 Staaten dieser Organisation an. Eine davon ist die völkerrechtliche nicht anerkannte Westsahara. Damit sind afrikanischen anerkannten Staaten Mitglieder. Die Afrikanische Union orientiert sich am Vorbild der EU und entstand auf Bestrebungen vom Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi. Ziele sind, neben der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation die Einhaltung der Menschenrechte und die absolute Souveränität der Mitgliedsstaaten. Staaten, deren Legitimität angezweifelt werden müssen, werden ausgeschlossen.
Erst im Juli 2017 war Israel der Beobachterstatus zuerkannt worden. Südafrika, das eng mit der PA verbunden ist, aber auch Algerien protestierten heftig gegen diesen Beschluss. Der käme, so die Argumente, «ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Palästinenser wieder extrem unter der israelischen Repression zu leiden hätten.» Es ist bedrückend, immer wieder erleben zu müssen, wie die PA Israel notorisch verleumdet und gleichzeitig behauptet, den Frieden mit Israel zu suchen.
In Addis Abeba hofft man auf eine diplomatische Lösung. Und die heisst: Vertagen der Abstimmung über die heikle Frage.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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