Was geschah am 11. Februar? 

10. Adar I 5782

Geboren:

1869 wurde in Elberfeld Else (Elisabeth) Lasker-Schüler geboren. Sie galt schon früh als Wunderkind der Familie, weil sie schon mit vier Jahren fehlerfrei lesen und schreiben konnte. Sie musste bereits in jungen Jahren viele Verluste in der Familie hinnehmen. Ihr Lieblingsbruder verstarb, als sie erst 13 Jahre alt war. Auch ihre Eltern verstarben recht früh, weshalb sie im Hause eines streng religiösen Onkels in Frankfurt aufwuchs. Das Leben wurde von ihr als einsam und lieblos empfunden, Gefühle, die sich auch später in ihren Werken niederschlugen. Sowohl ihre Mutter als auch ihr Vater wurden zu zentralen Protagonisten ihrer Dichtung.

Ihre formale Schulbildung dauerte nur kurze Zeit. Sie erhielt Privatunterricht zu Hause.

In Berlin schloss sie sich ab 1899 der «Neuen Gemeinde» an. Diese Gruppe definierte sich selbst als kommunistisch-anarchistisch. Viele Schriftsteller der Zeit, darunter Marin Buber, trafen sich dort regelmässig. Einer der Mitglieder, Peter Hille, ein deutscher spätromantischer Schriftsteller, führte sie in die literarische Gesellschaft ein. Lasker-Schüler widmet ihm ihr erstes Prosawerk «Das Peter Hille Buch» (1906).

1894 heiratete sie ihren ersten Ehemann, mit dem sie einen Sohn hatte, der im Alter von 28 Jahren verstarb.

Ihre erste Ehe wurde 1903 geschieden, sie heiratete noch im gleichen Jahr ein zweites Mal. Auch diese Ehe wurde im Jahr 1912 geschieden.

Nach der zweiten Scheidung war sie finanziell abhängig von der Unterstützung durch Freunde.

Im Jahr 1933 wanderte sie in die Schweiz aus, wo sie allerdings Arbeitsverbot erhielt und immer wieder zwischen den Kantonen wechselte. 

1934 und 1937 reiste sie nach Palästina. 1938 wurde ihr schliesslich die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt, was dazu führte, dass ihr, nunmehr als staatenlos geltend das Rückreisevisum von Palästina in die Schweiz verweigert wurde. 

Um den Lebensunterhalt in Jerusalem abzudecken, erhielt sie eine «Ehrenrente», die jeweils zu 50 % von der Jewish Agency und Salman Schocken, dem deutschen Kaufmann und Verleger übernommen wurde. 

1944 erkrankte sie in Jerusalem schwer und verstarb an den Folgen eines Herzanfalls am 22. Januar 1945.

1916 wurde Alfred (Fredy) Hirsch in Aachen geboren. Schon früh wurde er gemeinsam mit seinem älteren Bruder Paul aktives Mitglied der jüdischen Pfadfinder Bewegung. Deren Ausrichtung war stark zionistisch geprägt. Die jüdische Jugendbewegung übernahm, zumeist zeitversetzt, die Inhalte der christlich-deutschen Jugendbewegung. So gab es den Wandervogel, die Jungenschaft und die bündischen Jugendlichen.

Zunächst wurden alle beitrittswilligen Jungen ungeachtet ihrer Religion aufgenommen. Allerdings verstanden sie sich später mehr und mehr als völkische Bewegung. Aus Österreich kam bereits 1913 die Aussage: «Darum haben wir (…) kundgetan, dass wir weder Slaven noch Wälsche, noch Juden in unseren Reihen sehen wollen, weil wir, umbrandet von Fremden und durchsetzt von Mischlingen, unsere rassische Reinheit bewahren müssen.»

Sein Bruder emigrierte 1933 mit der Mutter nach Bolivien, einen Schritt den Fredy nicht mitmachen wollte. Ab 1933 leitete er den Jüdischen Pfadfinderbund in Düsseldorf. 1934 ging er mit Zwischenstopp in Frankfurt a.M. ins Exil nach Prag, zog aber von dort weiter nach Mährisch Ostrau und Brünn, wo er als Rhythmiklehrer beim jüdischen Sportbund Maccabi arbeitete. 

Während er bei landwirtschaftlichen Vorbereitungskursen für die Auswanderung nach Palästina (Hachscharah) mitarbeitete, lernte er auch seinen Lebenspartner, Jan Mautner kennen. Sie zogen zurück nach Prag. 

Im November 1941 wurden mehr als 1500 Männer nach Theresienstadt verbracht, um dort mit der SS das Ghetto aufzubauen. Dort engagierte er sich in der Jugendfürsorge für die dort gefangen gehaltenen jüdischen Kinder.

Am 6. September wurde er gemeinsam mit anderen nach Auschwitz deportiert. Im Kinderblock gelang es ihm zu erreichen, dass die Lebensbedingungen der Kinder sich minimal verbesserten.

Kurz bevor am 8. März 1944 die erste Gruppe des «Familienlagers Theresienstadt» in die Gaskammern gebracht wurde, fand man in tot auf. Er hatte sich angeblich mit Barbituraten suizidiert. Mittlerweile bestehen allerdings starke Zweifel an der Selbsttötungstheorie. 

Gestorben:

2012 verstarb Aharon Davidi, geboren 1927 in Tel Aviv (Geburtstag unbekannt) in Kirija Ono, Israel. 

Bereits im Alter von 15 Jahren trat er der Untergrundorganisation Hagana und von dieser Organisation Palmach bei. Beide sind paramilitärische Einheiten, die nach der Unabhängigkeit Israels in die IDF eingegliedert wurden. 1948 kämpft er während des Unabhängigkeitskrieges an der Südfront Israels. 1953 meldete er sich freiwillig bei der gerade neu formierten Fallschirmspringertruppe und wurde dort bald als Kompaniechef eingesetzt. 

Der Einsatz in Qibya am 14. Oktober 1953 gemeinsam mit der Einheit von Ariel Sharon gehört nicht zu Glanzpunkten der israelischen Militärgeschichte, obwohl Sharon dazu in seiner Autobiografie schreibt «Wenn die 69 zivilen Opfer auch eine Tragödie waren, war der Angriff auf Qibya doch ein Wendepunkt. Nach so vielen Niederlagen und Fehlschlägen war nun deutlich, dass die israelischen Truppen wieder dazu in der Lage waren, Ziele weit im feindlichen Hinterland zu finden und zu treffen. Was dies für die Moral der Armee bedeutete, kann kaum übertrieben werden.»

Andere Erfolge, in Gaza (1955), während des Sinai Krieges (1956), sowie im Sechstagekrieg (1967) liessen ihn zu einem der hoch geachteten Brigade Generäle werden. 

Nach einer Verwundung 1967 von General Raful Eitan führte er dessen Fallschirmjäger erfolgreich bis zum Suezkanal.

Generalstabschef Raful Eitan verstarb im Jahr 2004 nach einem tragischen Unfall. Sein besonderes Vermächtnis «Raful Youth», das junge Menschen aus ärmlichen oder schwierigen Verhältnissen integrieren, sie in Berufen ausbilden und Jugendkriminalität eindämmen sollte. Ganz im Sinne von diesem Projekt arbeitet Major Moshik Wolf mit seiner Mechina «Ascher ruach bo» in Mitzpe Ramon. Diese Mechina, ein Vorbereitungslager auf den Dienst in der IDF, hilft Jugendlichen aus sozial problematischen Verhältnissen, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen waren, sich neu und gut in der Gesellschaft zu integrieren. 

Das besondere Vermächtnis von Davidi ist die Gründung des Projektes Sar-El. Teilnehmen an diesem Projekt kann jeder über 17 Jahre, im vergangenen Jahr kamen die Volontäre aus 60 Staaten. Die ursprüngliche Idee hinter dem Projekt war der Libanonkrieg. Die Landwirte wurden 1982 spontan für den Einsatz im Libanon Krieg eingezogen und liefen Gefahr, ihre gesamte Ernte zu verlieren. Ein Riesenverlust nicht nur für sie, sondern auch für die Versorgung des ganzen Landes. Innerhalb von wenigen Wochen trommelte Davidi 650 Freiwillige zusammen, die kamen, um zu helfen. Mittlerweile helfen die Freiwilligen in der Logistik der IDF. Die Programme von 1 – 3 Wochen sind sehr kompakt.

Was geschah in Israel?

2022 Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock absolviert seit gestern ihren Antrittsbesuch in Nahost.  Bei Treffen mit FM Yair Lapid und PM Bennett betont sie die Bedeutung der 2-Staaten-Lösung und hielt fest, dass durch den vermehrten Ausbau der Siedlungen in den diskutierten Gebieten diese Chance nicht verbaut werden dürfe. Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war die Verhandlung um das iranische Atom Programm. Während Lapid davon ausging, dass die Bedrohung durch den Iran schon lange auch über Stellvertreterstaaten laufen würde, hielt Baerbock daran fest, dass gut abgesicherte Verträge auch für Israel grössere Sicherheit bedeuten würde. 

Baerbock betonte, dass die Sicherheit Israels eine “raison d’etre” für Deutschland sei. 

Eine neue Bewegung kam in die Thematik rund um die regelmässigen Geldüberweisungen Europas an die PA. Baerbock hielt fest, dass ein Mechanismus gefunden werden müsse, um die Gelder nicht auf die Konten der Terrororganisationen fliessen zu lassen. 

Baerbock begann ihren Besuch in Yad VaShem und twitterte nach dem Besuch «As a mother of two daughters, I find it hard to breathe when I think of the millions of Jewish children who were murdered – torn from their parents, left alone, full of fear. The thought of the pain of every child, mother & father, is almost unbearable.”



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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