17. Adar I 5782
Terror:
1969 kam es auf dem Flughafen Kloten bei Zürich zu einem Attentat auf ein Flugzeug der israelischen ELAL Linie. Um 17:37 rollte die Maschine auf die Startbahn, um nach Tel Aviv zu fliegen.
Plötzlich wird die Maschine unter Beschuss genommen. Eine Kugel durchschlägt die Scheibe des Cockpits und verletzt den Co-Piloten, der leider einige Stunden später im Krankenhaus verstirbt. Handgranaten werden geworfen, treffen aber nicht den Tank der Maschine.
Der an Bord in der ersten Reihe der first class sitzende «Gun-Man», der diensthabende Sicherheitsbeamte, Mordechai Rachamim, reagiert blitzschnell. Er läuft in das – damals noch nicht versperrte – Cockpit, und nimmt die Angreifer, drei Männer und eine Frau unter Beschuss. Der Winter 69 war schneereich. So konnte er sich, nachdem er das Flugzeug über die Notrutsche verlassen hatte, vor den Angreifern hinter den Schneebergen verbergen. Einer der Terroristen widersetzte sich seiner Aufforderung, aufzugeben, er wird von Rachamim erschossen. Neben ihm liegt eine Kalaschnikow AK-47. Die drei anderen Terroristen werden von der Flughafenpolizei festgenommen.
Es wird sich herausstellen, dass die Terroristen Angehörige der PFLP, der Volksfront zur Befreiung Palästinas sind.
Auf der Anklagebank des Schwurgerichtes in Winterthur sitzt der Sicherheitsbeamte der ELAL, Rachamim neben den Terroristen auf der Anklagebank. Eine für ihn demütigende Situation.
Rachamim wird nach einer Kautionszahlung, die vom israelischen Staat bezahlt wurde, aus der U-Haft entlassen. Rachamim wird vom Staatsanwalt wegen Totschlag und der «verbotenen Handlung für einen fremden Staat» angeklagt. Für den Verteidiger handelte er aus Notwehr, oder zumindest aus «Putativnotwehr». Dies bedeutet, dass «er aus gutem Grund um sein Leben hätte fürchten müssen». Die drei Palästinenser wurden u. a. wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt. Das Urteil wird am 22. Dezember 69 gefällt. Die Terroristen werden für schuldig erachtet und zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Rachamim wurde «in dubio pro reo» freigesprochen. Ein Urteil, mit dem keine Seite wirklich zufrieden ist.
Der palästinensische Terror ist in der Schweiz angekommen.
Im Versuch, die Terroristen freizupressen, wird im September 1970 eine Swissairmaschine gekapert und zusammen mit Maschinen der BOAC und TWA nach Zerqa in Jordanien entführt.
Der Schweizer Bundesrat geht auf die Forderungen ein und lässt die drei Terroristen nach Kairo ausfliegen.
Gestorben:
1967 verstarb Robert Oppenheimer, geboren 22. April 1904 in New York, in Princeton. Ab der dritten Klasse erhielt er ausschliesslich Privatunterricht von einem Chemielehrer. Über seine Kindheit sagte er später «Meine Kindheit hatte mich in keiner Weise darauf vorbereitet, dass es grausame, bittere Dinge auf dieser Welt gibt. Mein behütetes Familienleben hat mir nicht die normale, gesunde Möglichkeit eingeräumt, jemals ein Lausbub zu sein.»
1922 begann er mit dem Studium der Chemie an der Harvard Universität, welches er bereits 1925 mit «summa cum laude» abschloss. Seine Nebenfächer waren Griechisch, Architektur, Kunst, Literatur und später auch theoretische Physik.
1926 veröffentlichte er mehrere Arbeiten über Fragen der Atomstruktur. Max Born, einer der führenden Köpfe der Quantenmechanik, wurde auf ihn aufmerksam und berief ihn als Doktorand nach Göttingen. 1954 erhielt Born den Nobelpreis in Physik für seine Forschung.
Zwischen 1926 und 1929 veröffentlichte Oppenheimer, der sich schnell einen Namen als exzellenter Wissenschaftler in diesem Bereich einen Namen gemacht hatte, 16 Arbeiten zu diesem Thema. 1927 wurde er über die «theoretische Untersuchungen von Spektren» mit Auszeichnung promoviert.
Während des Zweiten Weltkrieges wuchs in den USA die Sorge, dass Nazideutschland als erster Staat eine Atomwaffe haben und selbstverständliche auch einsetzen könne. Im «Manhattan Projekt» wurden alle verfügbaren Kräfte zusammengezogen, um ab 1938 selbst eine Atombombe zu entwickeln. Unter der Führung von Oppenheimer arbeiteten bis zu 150.000 Personen an diesem Projekt, welches bis 1949 Kosten in Höhe von 2 Milliarden US$ (heutiger Wert etwa 26 Milliarden) verschlang. Ab 1943 arbeiteten britische und kanadische Wissenschaftler gemeinsam mit den Amerikanern. Am 16. Juli 1945 fand südlich von Los Alamos, in der Wüste von New Mexiko, die erste Zündung einer Atombombe, der «Trinity Test» statt.
Historisch nicht zu 100 % gesichert ist, dass US-Präsident Roosevelt den Befehl gegeben haben soll, eine Atombombe auf Ludwigshafen, Mannheim oder Berlin zu werfen, falls es gelänge, diese vor dem Ende des Krieges fertigzustellen. Dazu kam es aufgrund der bedingungslosen Kapitulation Nazideutschlands am 8. Mai 1945 nicht mehr.
Jedoch kamen zwei Atombomben in Japan zum Einsatz. Am 6. August wurde Hiroshima und am 9. August Nagasaki bombardiert. 126.000 Menschen starben in den ersten Minuten nach der Explosion, weitere 90.000 an den Folgen der Verstrahlung.
Als «Vater der Atombombe» geriet er immer mehr in Konflikt mit den Wissenschaftlern, die sich mit er Entwicklung der Wasserstoffbombe beschäftigten und sich in ihrer Arbeit von Oppenheimer behindert sahen. Dieser riet von der Weiterentwicklung der unglaublich grösseren Wasserstoffbombe ab, nachdem ihm die volle Wucht der Zerstörung bewusst geworden war, die «seine» Bombe angerichtet hatte.
Als er sich für die Einrichtung einer Rüstungskontrolle einsetzte, wurde er sogar der Spionagetätigkeit für Russland beschuldigt. Er wurde zwar später von diesem Vorwurf freigesprochen, was aber blieb, war der Vorwurf, die Interessen der USA beschädigt zu haben.
1954 wurde er von US-Präsident Eisenhower aus allen Ämtern entlassen und erst im Jahr 1963 von US-Präsident Kennedy wieder rehabilitiert.
2003 verstarb Isser Harel (Halperin), geboren im Januar 1912 in Wizebesk, Russland, in Tel Aviv. Nach der Oktoberrevolution 1917, in der die Familie ihren gesamten Besitz verlor, wanderte sie nach Lettland aus. Dort besuchte Harel die Schule. Er schloss sich einer zionistischen Jugendorganisation an, nahm an einer landwirtschaftlichen Vorbereitungsausbildung teil und wanderte 1930 nach Palästina aus.
Während des Zweiten Weltkrieges war er Mitglieder der Untergrundarmee Hagana und ab 1942 Leiter des Nachrichtendienstes. 1952 wurde er von PM Ben Gurion zum ersten Direktor des Mossad und 1957 zum Chef aller Geheimdienste ernannt.
Nach Kriegsende beschäftigte er sich vermehrt um die Suche nach Adolf Eichmann, den er 1960 aus Argentinien entführen liess. Durch diese Aktion trat der Mossad erstmals international in Erscheinung.
Seine anschliessende Suche nach Josef Mengele blieb erfolglos, nachdem der am 7. Februar 1979 in Bertioga nach einem Herzanfall beim Schwimmen verstarb.
Er nutzte seine Funktion, um intensiv mit dem CIA gegen die Sowjetunion und mit der Türkei und dem Iran gegen den ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser zusammenzuarbeiten. Als es zu einer Mossad-Aktion kam, der deutsche Raketentechniker in Ägypten zum Opfer fielen, musste sich Ben Gurion dem internationalen Druck beugen und ihn aus seiner Position entfernen.
Dies wiederum löste heftige Reaktionen der rechten Knesset Abgeordneten aus, die schliesslich zum Rücktritt Ben Gurions führten. Harel wurde zum Berater des neuen PM Levi Eshkol.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
Hinterlasse einen Kommentar