Was geschah am 2. März?

29. Adar I 5782

Politik:

2022 Der neue deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), ist in Jerusalem zu seinem Antrittsbesuch angekommen. Der Besuch von Scholz war schon lange vor Ausbruch des Krieges in der Ukraine geplant worden. 

Nach dem Besuch der Holocaust Gedenkstätte gemeinsam mit PM Naftali Bennett, steht eine gemeinsame Pressekonferenz auf dem Programm. Am Nachmittag sind noch Gespräche mit Aussenminister Yair Lapid und Knesset Sprecher Mickey Levy geplant. 

Aus der Geschichte erwächst, so Scholz, eine besondere Verantwortung für Deutschland gegenüber dem Staat Israel. Gerade die Erinnerung an Babyn Jar in Yad Vashem hätte die besondere Bedeutung eines verantwortungsvollen Umganges mit der Erinnerung wieder hervorgehoben. Kriege, so waren sich Bennett und Scholz einig, müssten mit aller Kraft verhindert werden. Babyn Jar, wo am 29. und 30. September 1941 mehr als 33.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder von der deutschen Wehrmacht ermordet wurden, ist das Symbol für das grausame Vorgehen der Deutschen während des Zweiten Weltkrieges.

«Das Menschheitsverbrechen der Shoah liess die Welt in den Abgrund blicken», schrieb er anschliessend in das Gästebuch. «Wir werden das millionenfache Leid und die Opfer niemals vergessen.»

Bei der Pressekonferenz hob Scholz die Bedeutung der deutsch-israelischen Beziehungen hervor. Die gemeinsamen Regierungsberatungen sollen fortgeführt und ausgebaut werden. Zu den Verhandlungen in Wien mit dem Iran, betonte Scholz, dass es von absolut höchster Priorität sei, den Iran daran zu hindern, Atomwaffen zu bauen. Bennett und Scholz waren sich darüber einig, dass es im Krieg in der Ukraine gelingen müsse, sofort die kriegerischen Handlungen einzustellen. Scholz wies intensiv darauf hin, dass es zum derzeitigen Zeitpunkt kein militärisches Eingreifen der NATO geben werde, sondern durch intensive Unterstützung der Ukraine und Sanktionen gegen Russland geholfen werden muss. 

Anschliessend wird BK Scholz wieder nach Berlin zurückfliegen. 

Geboren:

1859 wurde Shalom Yakov Rabinovitch, bekannt unter Shalom Alechem, in Perejslaw bei Kiew geboren. Shalom besuchte zunächst die damals übliche jüdische Grundschule und darauf folgend das Gymnasium, welches er 1876 mit der Matura abschloss. Parallel zu seiner formalen Schulbildung intensivierte er sein Talmudstudium. 

Bereits in sehr jungen Jahren 1877 bis 1880 arbeitete er als Hauslehrer, verlor die Anstellung aber, nachdem er eine Beziehung mit der ältesten Tochter des Hauses, Olga, begonnen hatte. Daraufhin bewarb er sich um die Position des Landesrabbiners von Lubny (Ukraine), die er von 1880 bis 1883 innehatte.

Schon mit 19 Jahren begann er mit der Schriftstellerei. Im Gegensatz zu anderen jüdischen Schriftstellern seiner Zeit schrieb er in Jiddisch, der Alltagssprache der Ostjuden. Seine erzählende Position sah er immer inmitten der Menschen, deren Leben er beschrieb.

1883 heiratete er seine ehemalige Geliebte Olga, die jedoch schon nach zwei Jahren Ehe verstarb. 1888 erbte er von seinem Schwiegervater ein recht ansehnliches Vermögen, welches er an der Börse spekulativ einsetzte und verlor. Nach seinem Privatkonkurs musste er fliehen und kehrte erst 1893 wieder nach Kiew zurück. Seine Schulden wurden von seiner Schwiegermutter bezahlt. 

Sholem, zunächst glühender Anhänger der Sozialismus, war von diesem zusehends enttäuscht und wandte sich dem Zionismus zu. Die kommenden Jahre verbrachte er hauptsächlich damit, Propagandamaterial für die zionistische Bewegung zu verfassen. 

Als es in Odessa, wo er einige Zeit gelebt hatte zu Pogromen kam, wanderte er aus, um schliesslich nach langen Wanderjahren quer durch Europa 1914, endgültig im jüdisch geprägten New York anzukommen. 

Als er am 13. Mai 1916 verstarb, blieben alle jüdischen Geschäfte in New York geschlossen. Mit seinem Tod endete die grosse Zeit der jiddischen Literatur. In der nichtjüdischen Welt ist die Erzählung «Tevye der Milchmann» die mit dem höchsten Bekanntheitsgrad. Das Musical, 1964 am Broadway uraufgeführt, erlebte zahllose Revivals weltweit bis zum Jahr 2019.



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