Was geschah am 9. März? 

6. Adar II 5782

Kultur:

1842 wird im Mailänder Opernhaus «Scala» Verdis Oper Nabucco uraufgeführt. Das Libretto beschreibt ein Märchen der Israeliten kurz vor und während der Zeit der Eroberung Jerusalems im Jahr 586 BCE sowie die anschliessende Zeit im Exil. 

Der Hohepriester Zaccaria versucht noch im Tempel, die Israeliten zu ermutigen, immerhin haben sie mit Fenena, einer Tochter Nabuccos, eine Geisel in der Gewalt. Ismaele, der Neffe des Königs von Jerusalem, liebt sie und plant, gemeinsam mit ihr zu fliehen. 

Abigaille, angeblich die erstgeborene Tochter Nabuccos, gesteht Ismaele ihre Liebe und bietet ihm an, alle Israeliten zu schonen, wenn er sich ihr zuwenden würde. Ismaele lässt sich nicht erpressen. Immer mehr Israeliten suchen Schutz im Tempel und Zaccaria droht, Fenena zu töten, wenn Nabucco den heiligen Platz entweihen würden. Ismaele schreitet ein und rettet so Fenena, wird aber dafür von Zaccaria verflucht. Nabucco hat seine Tochter wieder gefunden und befiehlt, den Tempel niederzubrennen.

Abigaille erfährt, dass sie nicht die Tochter Nabuccos ist, sondern die Tochter von Sklaven. Ihre grenzenlose Wut will sie an Fenena austoben, die während der Abwesenheit des Vaters den Thron besetzt. Ihr Vorhaben wird von den Priestern des Baals unterstützt.

Zaccaria und die Israeliten können sich weitergehend frei bewegen. Sie versuchen die Babylonier zum jüdischen Glauben zu bekehren.

Nabucco kehrt zurück, besteigt wieder den Thron und lässt sich zum Gott erklären, den sein Volk von nun an anbeten soll. Blitze schlagen rings um ihn ein und er verliert den Verstand. Abigaille kann ungehindert den Thron besteigen und sich selbst krönen. 

Im Beisein des Hohen Priesters des Baal lässt sich Abigaille vom Volk huldigen und bringt durch eine List Nabucco dazu, ein Dokument zu unterzeichnen, das den Tod der Israeliten und der zum Judentum konvertierten Fenena bestimmt.

In einem lichten Moment erkennt Nabucco, was er getan hat und versucht, seinen Fehler zu korrigieren. Abigaille aber zerreisst das Dokument und lässt ihn einkerkern. Nabucco versucht zumindest seine Tochter Fenena zu retten, indem er Abigaille den Thron überlässt. Diese aber lehnt den Vorschlag ab. 

Hier findet man den bewegenden und weltbekannten «Chor der Gefangenen». Die Israeliten sitzen am Ufer des Eufrat und beklagen den Verlust ihrer Heimat und bitten Gott um Hilfe. Zaccaria ermutigt sie ein weiteres Mal und berichtet von der Prophezeiung, dass Babylon untergehen wird.

Nach einer schlaflosen Nacht hört Nabucco wie die Gefangenen und auch seine Tochter Fenena zur Hinrichtung geführt werden und er hilflos zuschauen muss. Übermannt von väterlicher Angst, weicht der Irrsinn von ihm und bekehrt er sich zum Gott der Israeliten und fleht diesen um Hilfe an.

Königstreue Truppen eilen mit ihm in die Hängenden Gärten, wo die Priester des Baal die Opferzeremonie bereits vorbereiten. Nabucco lässt die Statue des Baal zerstören. Während sich Abigaille vergiftet, fordert Nabucco die Babylonier auf, sich zum Gott der Israeliten zu bekennen. Die Israeliten sind frei!

Eine wunderbare Oper mit der typischen Musik Verdis. Inhaltlich ist das Libretto bis auf die Tatsache, dass der Tempel Salomons tatsächlich zerstört wurde und es das Exil der Israeliten tatsächlich gab, eine reine Erfindung. Gerade deshalb lässt sich die Oper so gut in verschiedene Zeitalter integrieren. Sie spiegelt die Leiden von Krieg, Vertreibung und Exil.

 Geboren:

1948 wird in Hadera, Bezirk Haifa, Shimon Stein geboren. Stein studierte moderne Geschichte an der Hebrew University Jerusalem und schloss dieses mit dem M.A. ab. Am Sechs-Tage-Krieg 1967 nahm er als Fallschirmjäger teil. 1974 trat er in den diplomatischen Dienst ein.

Zunächst war er leitender Analytiker im Aussenministerium, verbrachte einige Zeit bei der EU, und arbeitete von 1980 – 1985 bei der israelischen Botschaft in Deutschland. Anschliessend hatte er unterschiedliche Posten, vor allem beim israelischen Aussenministerium inne, unter anderem in der Abteilung Waffenkontrolle und Abrüstung.

Im Januar 2001 wird er vom damaligen PM Ariel Sharon als Botschafter nach Deutschland geschickt, wo er bis 2007 verbleibt. 

Ab 2017 schreibt er, gemeinsam mit dem Historiker Moshe Zimmermann, einige Artikel zum Thema «Abgrenzung von Israelkritik von Antisemitismus». Insbesondere kritisieren sie die Tendenzen der Regierung Netanjahu, diese gesellschaftlichen Themen zu instrumentalisieren. Dadurch, so ihre Meinung, gelingt es, sich international mit rechtspopulistischen und islamfeindlichen Kreisen zu verbünden. 

Die vom Deutschen Bundestag veröffentlichte Definition des israelbezogenen Antisemitismus lehnten sie ab. Diese Definition würde sich nicht nur auf die Infragestellung des eigentlichen Existenzrechts Israels beschränken, sondern bereits das Bedauern der angeblichen Okkupation der zur Diskussion stehenden palästinensischen Gebiete beinhalten. Die offizielle Haltung Israels würde dem Kampf gegen den Antisemitismus mehr schaden als nutzen. Im Dokumentarfilm «Auserwählt und ausgegrenzt» (2017) wiesen sie auf die Verwechslung von Israelkritik und Judenhass hin und kritisierten nochmals heftig die Instrumentalisierung des Antisemitismus zu politischen Zwecken.

Israel – Palästinensische Autonomiebehörde (PA):

2022 Wie erst heute bekannt wurde hat bereits am 6. März die PLO alle Vereinbarungen mit Israel, die in den Oslo Vereinbarungen definiert worden waren, aufgekündigt. Dazu ist es wichtig festzuhalten, dass die PLO keine eigenständig agierende Organisation ist, sondern direkt der PA und damit Präsident Abbas unterstellt ist. 

Der stellvertretende Vorsitzender Ali Faisal verkündete anlässlich einer Sitzung des Palästinensischen Nationalrates, dass «Aus der Sicht der palästinensischen Regierung die Palästinenser den Weg des Widerstandes in all seinen Formen beschritten haben.» Diese Aussage impliziert auch Gewalt und Terror gegen Israel und seine Bürger. 

Diese Vereinbarungen umfassen sowohl die Koordination und Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen, aber auch wirtschaftliche Verbindungen. Ein Abrücken von diesen, zb bei der Wasserversorgung, wird vor allem die Palästinenser in Jehuda und Samaria hart treffen, da sie in diesem Bereich zu 100 % von Israel abhängig sind. Betroffen davon sind aber auch die Gelder, die Israel jeden Monat für die PA an Steuern einsammelt und an die PA weiterleitet.

Bereits 2020 hatte Abbas in einer einsamen Entscheidung das Einfrieren aller Vertragsinhalte beschlossen. Nach sechs Monaten wurden die Verträge wieder eingesetzt.



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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