Was geschah am 12. März?

9. Adar II 5782

Geschichte:

1955 Massada darf nie wieder fallen! Vielleicht ist dies einer der wichtigsten Sätze, die jeder Israeli kennt und dem er im Laufe seines Lebens immer wieder begegnet. 

Massada, die sagenumwobene Wüstenfestung von Herodes um 30 BCE hoch oben über dem Toten Meer auf einem unverkennbaren Felsplateau errichtet. Wer dort oben lebte, der konnte jeden Feind früh sehen und sich auf den möglichen Angriff vorbereiten. Der konnte aber auch aufgrund eines ausgeklügelten Bewässerungssystems ein Leben im Luxus leben, mit Bädern, heute würde man sagen «eternity pools» mit freiem Blick bis hinüber zu den Gebirgszügen von Edom, wo heute Jordanien liegt. 

Lagerhallen, Warm- und Kaltwasserbäder, Synagogen, ein Taubenschlag für die Tauben, die einerseits der Nahrung, aber andererseits auch der Kommunikation mit Jerusalem dienten. Lebensmittel wurden über den «Schlangenpfad» heraufgebracht, den gehfreudige Touristen heute immer noch benutzen können.

Josephus Flavius bezeichnete die Massada umgebenden Schluchten unbegehbar. 

Und doch schien im Jahr 70 CE das Schicksal von Massada besiegelt zu sein. Während des jüdischen Krieges (66 bis 74 CE) hatten sich Rebellen unter der Führung vom Zeloten Eleasar ben Ja’ir auf Massada versteckt, um den römischen Soldaten zu entgehen, die Jerusalem angriffen und schliesslich im Jahr 70 CE auch zerstörten.  

Doch der römische Offizier Flavius Silva begann im Jahr 74 CE die Festung zu belagern und einzukesseln. Die Ruinen verschiedener römischer Lager rund um das Felsmassiv lassen noch heute die Übermacht der Römer erkennen.

Wochenlang muss die Belagerung gedauert haben. Erst dann entschlossen sich die Römer, eine Belagerungsrampe zu bauen und mit schwerem Belagerungswerkzeug auszustatten.  Der Widerstand der Zeloten war gross und erst nach Tagen gelang es, eine Bresche in die Wälle zu reissen und in die Festung einzudringen. 

Doch die Römer fanden nur mehr die Leichen der Zeloten, die es vorgezogen hatten, kollektiv in den Tod zu gehen und sich nicht den Römern auszuliefern. 

Erst 1953 wurde der Nordpalast des Herodes entdeckt, ab dem 12. März 1955 bis 1956 fanden Probeausgrabungen statt und ab 1963 fanden systematische Grabungen unter der Leitung von Yigal Yadin statt. 

Die Festung des Herodes ist heute noch der Ort von Vereidigungen junger Soldaten, aber auch Kinder begehen ihre Bar/Bat Mitzwa gerne an diesem symbolträchtigen Ort ihren Ehrentag.

1978 Am Abend des 11. März 1978 gelangten 11 Terroristen der Fatah, einer terroristischen Unterorganisation der PA, vom Libanon kommend in der Nähe vom Kibbuz Ma’agan Michael an Land. Zunächst ermordeten sie dort zwei Landschaftsfotografen, hielten dann an der vorbeiführenden Küstenstrasse (heute Schnellstr 2) ein Taxi an, ermordeten Fahrer und Fahrgäste und fuhren auf der Strasse nach Süden, Richtung Tel Aviv. Während der Fahrt warfen sie Handgranaten auf ebenfalls dort fahrende Autos. Schliesslich stoppten zunächst einen und kurz darauf noch einen weiteren Bus, die mit Touristen unterwegs waren. 

Es kam zu einer wilden Verfolgungsjagd mit der Polizei. An einer aufgebauten Strassensperre kam es zu einer Schiesserei, wobei einer der Busse in Brand geriet. Sechs Terroristen und ein Polizist kamen in den Flammen um. Zwanzig Reisenden erlitten so schwere Brandverletzungen, dass sie zunächst nicht mehr identifiziert werden konnten. 

Leider zu spät kam eine herbeigerufene Militäreinheit unter der Leitung von Ehud Barak am Ort des Terrors an. Barak wurde dabei gefilmt, wie er die Anführerin der Terrorgruppe, die erst 19 Jahre alte Dalal al-Mughrabi erschoss. Zwei weitere Terroristen konnten festgenommen werden. Für die Terroristin wurde im Jahr 2015 ein Denkmal in Ramallah errichtet.

Im Norden des Landes wurde eine Ausgangssperre verhängt, um die noch fehlenden Terroristen auffinden zu können.

Die festgenommenen und verurteilten Männer wurden 1985 im Rahmen eines Gefangenenaustausches freigelassen. 

Der Küstenstrassenanschlag führte zum ersten Libanonkrieg. 

Heute erinnert ein Denkmal neben der Strasse an den fürchterlichen Terroranschlag, dem 38 Menschen, darunter 13 Kinder zum Opfer fielen und bei dem 76 weitere verletzt wurden.



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