11. Adar II 5782
Geschichte:
1960 trafen sich in New York im Hotel Waldorf Astoria zwei ältere Staatsmänner, David Ben Gurion und Konrad Adenauer. Für Ben Gurion, geboren 1886 und Adenauer, geboren 1876, begann das legendäre Treffen mit einer Kletterpartie des israelischen PM. «Er ist der Ältere, ich gehe zu ihm.», damit begründete Ben Gurion seinen abenteuerlichen Abstieg über die Feuerleiter vom 37. zum 35. Stockwerk des Hotels. Alle anderen Wege waren von der Presse belagert und machten ein Durchkommen unmöglich.
Nur 15 Jahre nach dem Ende der Shoa, dem bis anhin grössten Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das mehr als 6 Millionen Juden das Leben gekostet hatte, gab es das erste vorsichtige Annähern der beiden Staaten zueinander.
Kurz nach seinem Amtsantritt hatte Adenauer in einem Interview mit der «Allgemeinen Wochenzeitung für Juden in Deutschland» gesagt, dass «das Unrecht, das in seinem Namen durch ein verbrecherisches Regime an den Juden verübt wurde, soweit wiedergutzumachen, wie dies nur möglich ist, nachdem Millionen Leben unwiederbringlich vernichtet sind. Diese Wiedergutmachung betrachten wir als unsere Pflicht.»
Auf beiden Seiten gab es nicht nur Zustimmung zu diesen Bemühungen. Menachem Begin hintertrieb die Bemühungen von Ben Gurion mit aller Macht. Trotzdem gelang es diesem, eine wenn auch denkbar knappe Zustimmung zu seinen Plänen zu bekommen. Ein Misstrauensantrag gegen die Regierung wurde nur knapp abgelehnt.
In Deutschland umfassten die Lieferungen von militärischem Gerät, in das auch Franz Josef Strauss eingebunden war, zunächst nur ausgemusterte Geräte der Bundeswehr. Erst später wurden diese durch neue militärische Grossgeräte ersetzt.
Um die Araber nicht zu verärgern, mussten die Lieferungen unter Wahrung von strikter Geheimhaltung erfolgen.
Die offizielle Aufnahme diplomatischer Beziehungen erfolgte erst im Jahr 1965.
Kultur:
1944 wird in New York die «Komödie einer Tragödie, Jacobowsky und der Oberst» von Franz Werfel uraufgeführt. Werfel schildert darin die Erlebnisse seiner eigenen Flucht. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Alma Mahler-Werfel, sowie Nelly mit Golo und Heinrich Mann führte ihn diese von Frankreich aus über Spanien und Portugal nach den USA.
In den USA erzählte er offensichtlich so humorvoll über seine Fluchterlebnisse und trug auch die von Leidensgenossen, die er in den USA traf, zusammen, dass Max Reinhardt mit der Bitte an ihn herantrat, doch ein Bühnenstück zu schreiben. Es war dies das letzte Werk von Franz Werfel.
Namensgebend für das Bühnenstück ist der Stuttgarter Bankier Jocobowicz, der gemeinsam mit seinem polnischen Chauffeur im Auto durch Frankreich geflüchtet war.
Doch weder Jocobowsky noch Oberst Sterzinsky sind die Hauptfiguren. Dies ist Marianne, die Geliebte des Obersten. Sie wartet in der Bretagne auf ein Treffen mit ihn. Durch das Treffen wird die Flucht langsamer, was die zunächst gute Beziehung zwischen Jocobowsky und Oberst Stjerbinsky stark verschlechtert. Immerhin befindet sie die Deutsche Wehrmacht auf dem Vormarsch.
Prompt werden sie von einer deutschen Militärpatrouille gestoppt. Während sich Marianne und Jocobowsky ausweisen können, hat Oberst Stjerbinsky, der bereits gesucht wird, keine Papiere.
Jacobowsky rettet sie mit einer Lüge. Der Oberst sei ein Franzose, der nach einem deutschen Bombardement aus der Irrenanstalt bei Nantes ausgebrochen sei und sich nun zusammen mit seiner Gattin Marianne und dem Irrenwärter Stjerbinsky auf dem Heimweg befinde. Das Märchen wird geglaubt. Die vier Flüchtlinge dürfen passieren.
Während Jocobowsky und Stjerbinsky ihre Flucht fortsetzen, bleibt, Marianne, die sich immer mehr zur französischen Patriotin entwickelt, als Widerstandskämpferin in der Heimat.
Geboren:
1879 wurde Albert Einstein in Ulm geboren. Kurz nach der Geburt von Albert zog seine Familie nach München, wo er ab 1884 Privatunterricht erhielt. 1888 wechselte er an das Gymnasium, wo er in den naturwissenschaftlichen Fächern sehr gute, ansonsten eher schwache Leistungen erbrachte. Als seine Familie 1894 nach Mailand zog, blieb er in München, um dort zu maturieren. Nach disziplinarischen Problemen brach er jedoch die Schule ab und folgte den Eltern nach Italien, auch um sich dem Wehrdienst zu entziehen.
Im Oktober 1895 versuchte er, die Aufnahmeprüfung für die ETH in Zürich zu machen, bestand diese jedoch nicht. Anschliessend besuchte er die Gewerbeschule in Aargau, wo er schliesslich 1896 mit einem hervorragenden Zeugnis maturierte. Das Gerücht, er sei immer ein schlechter Schüler gewesen, basiert einerseits auf seiner etwas unorthodoxen Schullaufbahn und andererseits darauf, dass das Schweizer Notensystem spiegelverkehrt zu dem anderer Staaten ist, also die sechs die beste Note ist.
Von 1896 bis 1900 studierte er an der ETH Zürich, und schloss diese Studien als Fachlehrer in mathematischer Richtung (inkl Physik) ab, konnte jedoch keine Assistentenstelle ergattern.
So arbeitete er zunächst als Privatlehrer, bevor er eine Anstellung am Schweizer Patentamt in Bern erhielt. Während dieser Zeit veröffentlichte er im Jahr 1905 einige seiner wichtigsten Arbeiten. Mit der Arbeit «Eine Bestimmung der Moleküldimensionen» wurde er an der Universität Zürich promoviert, die in indirektem Zusammenhang mit den Erkenntnissen zur Brown’schen Molekularbewegung steht. Ein für jeden nachvollziehbarer Versuch beweist diese These, ein Stück Würfelzucker löst sich in heissem Café oder Tee auch ohne Umrühren auf! Auch die berühmteste Formel der Physik E=mc2, sowie die Arbeit «Zur Elektrodynamik bewegter Körper» legen die Grundlage für die spezielle Relativitätstheorie. Die allgemeine Relativitätstheorie verfasste er im Jahr 1915, wo er bereits in Berlin an der Universität einen Lehrstuhl innehatte, ohne jedoch der Lehrverpflichtung nachkommen zu müssen.
1903 heiratete er Mileva Marić, die er während seines Studium als Kommilitonin kennengelernt hatte. Diese Ehe erwies sich für Mileva als sehr problematisch. Die beiden hatten zwei Kinder, Hans Albert (1903-1973) und Eduard (1910- 1965). Über das dritte Kind, Liesel, die bereits vorehelich geboren war, ist nichts bekannt. Entweder ist sie kurz nach der Geburt gestorben oder wurde zur Adoption freigegeben. 1914 war sie ihm mit den Kindern nach Berlin gefolgt, kehrte aber schon bald in die Schweiz zurück. 1919 wurde die unglückliche Ehe geschieden. Man geht heute davon aus, dass Mileva massgeblich zu den theoretischen Arbeiten ihres Mannes beigetragen hat, ohne dass dies von ihm jemals erwähnt wurde.
Bald nach der Scheidung von Mileva heiratete er seine Cousine, Elsa Loewenthal, die ihn während drei Jahren hingebungsvoll gepflegt hatte.
1921 erhielt er den Nobelpreis für Physik, den er nicht selbst entgegennehmen konnte, weil er sich auf einer Vortragreise in Japan aufhielt. Das Preisgeld hatte er sich verpflichtet, Mileva und den gemeinsamen Söhnen zukommen zu lassen.
1933 wurde sein gesamter Besitz von den Nationalsozialisten konfisziert.
Einstein verstarb am 18. April 1955 in Princeton (USA)
Gestorben:
1883 verstarb Karl Marx, geboren in Trier am 5. Mai 1818, in London. Nach dem Gymnasium, welches er mit Bestnoten absolvierte, begann er, ganz in der Familientradition, mit dem Studium der Rechtswissenschaften, das er aber schon bald wieder aufgab. Er wechselte an die philosophische Fakultät und belegte dort neben der Philosophie als Nebenfach Geschichte. 1841 wurde er an der Universität in Jena in absentia mit der Doktorarbeit zum Thema «Differenz der demokratischen und epikureischen Naturphilosophie» promoviert, eine Beamtenlaufbahn wurde ihm aber aufgrund seines jüdischen Glaubens verweigert.
Mit den Umständen, in denen die Arbeiter zur Zeit der Industrialisierung lebten, war er mehr als unglücklich. Er empfang es, wohl zu Recht, als ungerecht, dass die Arbeiterklasse auf der einen Seite fast keine Rechte hatte und für einen Minimallohn arbeiten mussten, während die Reichen, die Industriellen (Kapitalisten) immer reicher wurden. Seine Vision war es, dass die Arbeiter (Proletarier) die Macht übernehmen und eine «kommunistische Gesellschaft» errichten würden. Die gesellschaftlichen Klassen würden abgeschafft werden und die Ausbeutung fände ein Ende.
Es war ausgerechnet der Sohn eines Fabrikanten, Friedrich Engels, der mit dem Geld seiner Familie (danke Onkel Friedrich!!) das Leben und die Druckkosten finanzierte. 1848 erschien ihr erstes gemeinsames Buch «Das Kommunistische Manifest» mit dem bekannten Schlusssatz «Proletarier aller Länder vereinigt euch» und später die dreibändige Anleitung «Das Kapital»
Dass diese Theorien in den ehemaligen Staaten des Ostblocks keinen Nachhall fanden, sondern im Gegenteil, dass der gesellschaftliche Kapitalismus zum Politkapitalismus umgeformt wurde, wurde ihm zu Lebzeiten nicht mehr bewusst.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
Hinterlasse einen Kommentar