Was geschah am 24. März?

21. Adar II 5782

Geschichte:

1948 billigte das britische Parlament die Beendigung des Britischen Mandates für Palästina. Das Mandat wurde 1920 bei der Konferenz von San Remo an Grossbritannien übertragen. Ziel des Mandates war es, Hilfestellung «bei der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina» zu geben. Das Gebiet umfasste bis 1923 die heutigen Gebiete von Israel, Jordanien, Gaza, Judäa und Samaria. 1923 wurde Transjordanien, das heutige Jordanien abgetrennt. Bedingung des Mandates war es, dass «die bürgerlichen und religiösen Rechte bestehender nicht-jüdischer Gemeinschaften unbeeinträchtigt blieben.»

Das Mandat endete am 14. Mai 1948 um Mitternacht. Der 14. Mai war ein Freitag. Um die Shabbatruhe einzuhalten, wurde die Unabhängigkeitserklärung bereits vor dem offiziellen Ende der Mandatszeit um 16 Uhr verlesen. 

Der neue Staat Israel wurde von der Sowjetunion und den USA unmittelbar nach der Staatsgründung anerkannt. 

Die Allianz der arabischen Staaten Ägypten, Syrien, Libanon, Jordanien und Irak drangen unmittelbar nach dem offiziellen Ende des Mandates, in der Nacht vom 15. Mai 1948 kurz nach Mitternacht nach Israel ein und eröffneten damit den Israelischen Unabhängigkeitskrieg, der erst am 20. Juli 1949 endete. 

1974 kommt es im Anschluss an den Yom Kippur Krieg zu Demonstrationen. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von PM Golda Meir und Verteidigungsminister Moshe Dayan. Den beiden wichtigsten Politikern im Kriegsfall wurde vorgeworfen, dass sie keinen Präventivkrieg begonnen, sondern erst auf bereits erfolgte Angriffe reagiert hätten. Zwar hatten sie sich nur wenige Stunden vor dem Überfall getroffen, waren von einem unmittelbar bevorstehenden Kriegsbeginn nicht überzeugt. Weiters war seitens der USA ganz klar zum Ausdruck gebracht worden, dass sie nur dann unterstützend tätig werden würden, wenn ein Angriff von aussen erfolgte. Bei einem Präventivschlag dürfte Israel mit keinerlei Hilfe rechnen. Eine Bedingung die von Henry Kissinger später bestätigt wurde. 

Krieg in der Ukraine:

2022 Mit einer feierlichen Eröffnungszeremonie wurde gestern das israelische Feldspital in der Ukraine seiner Bestimmung übergeben. Bereits am Vortag waren die medizinischen und technischen Helfer von PM Bennet und Aussenminister Lapid verabschiedet. Es ist nicht das erste israelische Feldspital. Bereits 2010 wurde eines in Haiti nach dem Erdbeben, 2011 eines in Japan nach einem Erdbeben und anschliessendem Tsunami, 2013 in den Philippinen und 2015 in Nepal eingesetzt, um vor Ort zu helfen. 

Das Feldspital bietet Platz für 66 stationäre Patienten. Insgesamt können aber bis zu 150 Patienten gleichzeitig behandelt und versorgt werden. 

Gestorben: 

2022 In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch verstarb in St. Gallen, Schweiz, Rabbiner Dr. Tovia Ben-Chorin, s’’L. 1936 in Jerusalem als Sohn von Shalom Ben-Chorin (Fritz Rosenthal) und Gabriella Rosenthal geboren, studierte an der Hebrew University in Jerusalem Bibelwissenschaft und Jüdische Geschichte. Ordiniert wurde er 1964 am Hebrew Union College in Cincinnati, wo er auch seine Ausbildung zum Rabbiner absolviert hatte.

In Cincinnati traf Tovia 1958 auf seine zukünftige Frau, Adina (1939), die dort ihren Magister im Fachbereich Städteplanung machte. 1965 wanderte sie, gemeinsam mit ihrem Mann nach Israel aus. Im Laufe der Jahre lebte Adina sich vermehrt in die Rolle der Rebbezin ein, die ihren Mann in allen Bereichen seines Berufes unterstützte. Für Adina waren dies vor allem die Thora und das Judentum aus weiblicher Sicht, sowie die Rolle der Frau im Laufe der jüdischen Geschichte. 

1967 diente Tovia als Militärrabbiner im Sechs-Tage-Krieg (5. bis 10. Juni 1967) bei der Panzerabwehr im Sinai. 

Adina war der Mensch, ohne den Tovia nicht leben konnte. Sass man bei ihm im Büro, so telefonierten sie mindesten alle zwei Stunden. Gleichgültig, ob man mitten in einer tiefgründigen halachischen Diskussion war, oder ob es «nur» eine Frage der Familieneinkäufe war, erschien der Name «Adina» auf dem Display, so war alles andere zweitrangig. 

Ich machte während eines langen Sommers die Erfahrung, dass Bücher die Quelle seines Wissens waren. Morgens war der Schreibtisch halbwegs aufgeräumt. Bis zum Mittag stapelten sich die Schriften, in denen er seine Argumente fand. Er musste nie lange suchen, jede Quelle war ihm mehr als vertraut.

Sein beruflicher Weg als Rabbiner führte ihn in viele Orte dieser Welt: USA, Ramat Gan, Jerusalem, Manchester, Zürich, Berlin und zum Schluss St. Gallen. 

Was ich ganz besonders an ihm schätzte war die Fähigkeit auch als Lehrer ein Suchender zu bleiben. Neue Ideen machten ihn neugierig, sie weckten in ihm die Lust zu diskutieren. 

Tovia, auch wenn wir uns in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren haben, so hast du mir viel auf meinem Weg mitgegeben!

2022 Madeleine Albright, s’’L, geboren 15. Mai 1937 in Prag, die erste US Aussenministerin, verstarb im Alter von 84 Jahren in Washington D.C. 

Nach einem Aufenthalt in London von 1939 bis 1948 wanderte sie mit ihrer Familie in die USA aus. 1957 wurde ihr die US-Staatsangehörigkeit verliehen. 1975 erhielt sie ihr PhD an der Columbia Universität mit der Arbeit über den Prager Frühling.

Seit den 70er Jahren engagierte sich Albright in der Demokratischen Partei. 1997 wurde sie von Präsident Bill Clinton zur Aussenministerin ernannt. Vaclav Havel, der damalige tschechische Präsident schlug ihr vor, seine Nachfolgerin im Amt zu werden, ein Angebot, das sie aber ausschlug. 

Ihre Eltern erzogen die Kinder im katholischen Glauben. 1941 konvertierten ihre Eltern zum Christentum. Erst im Jahr 1997 erfuhr sie von ihren jüdischen Wurzeln. 



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