27. Adar II 5782
Geboren:
1804 wurde Salomon Sulzer in Hohenems in Vorarlberg geboren. Seine Familie, die ursprünglich den Namen Levi trug, hatte zuvor in Sulz, unweit von Hohenems gewohnt.
Im Jahr 1670 war dort eine zweite jüdische Gemeinde in Vorarlberg entstanden. Die Gründerfamilien, zumeist arme Juden aus dem Textilgewerbe, waren zuvor aus Hohenems vertrieben worden, nachdem der Graf von Hohenems seine Schulden bei den Juden nicht mehr bezahlen konnte oder wollte. Bald nach ihrer Vertreibung kehrten sie allerdings wieder nach Hohenems zurück und mussten dort ein Schutzgeld von 24 Gulden pro Jahr zahlen. Die wohlhabenderen Juden verbleiben in Sulz. Um 1680 lebten in Sulz etwa 70 Juden.
Ab 1740 verfügten sie sogar über eine eigene Synagoge.
Allerdings erwies sich das Zusammenleben mit den Vorarlbergern als recht problematisch. Diese neideten ihnen den wirtschaftlichen Erfolg bis weit über die Landesgrenzen hinaus. Krankheiten, Teuerungen und Diebstähle wurden ihnen zugeschrieben, sogar der Bischof von Chur, zu dessen Einflussgebiet damals auch Vorarlberg gehörte, schloss sich den Angriffen auf die jüdische Bevölkerung an.
1744 kam es zu einem Pogrom mit der völligen Zerstörung des jüdischen Eigentums. Die so verstossenen fanden zunächst Asyl in Liechtenstein, bis sie 1748 wieder in Hohenems aufgenommen wurden. Mit diesen Rückkehrern kam auch die Familie Sulzer, wie sie sich ab 1813 nannte, nach Hohenems.
Dem Versprechen, den Sohn zum Chasan (Kantor) oder Rabbiner ausbilden zu lassen, verdankte der junge Salomon einem Unfall, dem er in seiner Kindheit beinahe zum Opfer gefallen wäre.
Um sich auf seine erste Stelle als Chasan in Hohenems vorzubereiten, musste er, das war die Bedingung der Gemeinde, zunächst eine klassische Ausbildung erhalten. Dazu benötigte er die Bewilligung von Kaiser Franz I.
Erst 14-jährig reiste er mit seinem Lehrer nach Frankreich und ging dann für ein Jahr nach Karlsruhe, um Musik zu studieren. Mit 16 Jahren übernahm er die Stelle des Chasans in seiner Heimatgemeinde. Bereits fünf Jahre später wurde er nach Wien an den heutigen Stadttempel berufen, der im April 1826 eröffnet wurde.
Neben seiner Arbeit als Kantor verfasste Sulzer zahlreiche synagogale Musikstücke, die ihn bis heute in der jüdischen Liturgie unvergesslich machen.
1827 heiratete er seine Jugendliebe Fanny (1809 – 1855), mit der er 16 (!) Kinder hatte.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde die Synagoge von Hohenems als Lagerraum benutzt, von 1954 bis 2001 diente sie als Feuerwehrhaus. Danach wurde sie sorgfältig renoviert und in ein Kulturzentrum mit integrierter Musikschule umgebaut. Der Hauptsaal trägt heute den Namen «Salomon Sulzer Saal»
Sulzer verstarb am 17. Januar 1890 in Wien und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
Terror:
2022 Die Reihe der Anschläge in Israel reisst nicht ab. Am gestrigen Dienstag schoss ein Palästinenser aus dem Gebiet Judäa und Samaria in Bnei Brak, einem von orthodoxen Juden bewohnten Vorort von Tel Aviv, wild um sich und tötete dabei fünf Menschen. Darunter einen christlich-arabisch-israelischen Polizisten, Vater von fünf Kindern, zwei junge Väter und zwei ukrainische Gastarbeiter.
Der amtsbekannte Palästinenser hatte bereits als Jugendlicher eine Haftstrafe abgesessen.
Während die Bürger von Bnei Brak und von Ramat Gan, einem anderen Vorort von Tel Aviv aufgefordert wurden, ihre Wohnungen und Häuser nicht zu verlassen, gab es im Gebiet von Judäa und Samaria, sowie im Libanon lautstarke Freudenfeiern. Auch die Hamas bejubelte die neueste Welle von Terrorattacken.
Die Zahl der Todesopfer erhöht sich damit auf elf Israelis seit Beginn der Terrorwelle in der vergangenen Woche.
Heute am Mittwochvormittag kam es zu einer Verfolgungsjagd auf dem belebten Mahane Yehuda Markt in Jerusalem. Nachdem Passanten mehrere Verdächtige gemeldet hatten, wurden diese von der Polizei verfolgt. Einer der Flüchtenden wurde durch gezielte Schüsse leicht verletzt. Im Zuge der Verfolgung hatte er zuvor einen Polizisten leicht verwundet. Es ist derzeit noch nicht klar, ob es sich um eine kriminell oder terroristisch motivierte Tat handelt.
Politik:
2022 Nachdem der jordanische König Abdulla II nicht am Negev Gipfel teilnahm, erhält er hochrangigen Besuch aus Israel. Verteidigungsminister Gantz war am gestrigen Dienstag zu Gast in Amman. Das Ziel der Gespräche war es, Vorbereitungen zu treffen, wie man während des bevorstehenden Ramadans (2. April bis 2. Mai), der in diesem Jahr zeitgleich mit dem jüdischen Pessachfest (15. bis 23. April) und dem christlichen Osterfest (15. bis 18. April) liegt, alle Bedürfnisse weitgehend erfüllen könnte. Dazu gehören die Sicherheit aller Betenden und Pilger an den verschiedenen Orten in der Altstadt von Jerusalem, aber auch die möglichst weitgehende Freiheit der Religionsausübung.
Am heutigen Mittwoch wird ein weiterer Gast in Amman erwartet, Präsident Herzog. In enger Zusammenarbeit mit PM Bennett und Aussenminister Lapid entwickelt sich Präsident Herzog mehr und mehr zu dem Präsidenten mit den meisten persönlichsten Auslandskontakten.
Er wird, das scheint jetzt schon klar zu sein, als der diplomatischste Präsident Israels in die Geschichte eingehen. Damit passt er sich gut in die diplomatische Aussenpolitik dieser Regierung ein, in der nicht nur der PM sondern auch jeder einzelne Minister intensiven persönlichen Kontakt zu seinen ausländischen Kollegen hält. Welch wohltuender Unterschied zur Regierung Netanyahu!
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
Hinterlasse einen Kommentar