Was geschah am 2. April?

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Menschlichkeit:

2022 Knapp vor Shabbat Eingang wurde gestern der Grenzpolizist Amir Khoury, 32, auf dem Militärfriedhof seiner Heimatgemeinde Hof HaGalil beigesetzt. Vorher wurde der Sarg in der Verkündigungskirche in Nazareth aufgebahrt. Amir, ein griechisch-orthodoxer Israeli, war am Dienstagabend in Bnei Brak von einem Terroristen erschossen worden, als er versuchte, diesen zu stoppen und ausser Gefecht zu setzen. Der Terrorist hatte zuvor bereits vier Personen, Avishai Yehezkel, 29 und Yaakov Shalom, 36, sowie zwei ukrainische Gastarbeiter Victor Sorokopot, 32 und Dimitri Mitrik, 24, erschossen.

Amirs Vater Jeries erzählte, dass ein Sohn vorgehabt hätte, morgen die Familien der beiden Grenzpolizisten zu besuchen, die Opfer eines Terroraktes in Hadera vom vergangenen Sonntag geworden waren.

Die Beisetzung, wurde von einem Ehrencorps der Grenzpolizei begleitet und wurde von einem griechisch-orthodoxen Priester geleitet. Tausende nahmen an der Beisetzung teil, darunter etwa 200 Mitglieder der ultra-orthodoxen jüdischen Gemeinde von Bnei Brak. «Er hat für uns gekämpft, wir sind verpflichtet, hier zu sein.»kommentierte ein Bewohner aus Bnei Brak. Einige Rabbiner und Yeshiva Studenten waren wegen der zahlreichen Kreuze irritiert. Aber sie sind über ihren Schatten gesprungen und sind gekommen. 

Auch das ist Israel, so klein die Berührungspunkte zwischen den einzelnen Gruppen auch manchmal sein mögen, in Zeiten von Freude und Trauer finden sie immer einen Weg, der sie zusammenbringt. 

Möge das Andenken der Terroropfer zum Segen gereichen, Baruch Dayan haEmet.

Religion:

2022 Am Abend nach Sonnenuntergang beginnt heute der Ramadan, der bis zum 2. Mai dauertEr fällt damit in diesem Jahr genau mit dem jüdischen Pessach (15. bis 23. April) und dem christlichen Ostern (17. und 18. April) zusammen. 

Ramadan Kareem

Infrastruktur:

2022 Eine neue Bahnlinie verbindet die Hauptstadt Jerusalem mit Modi’in. Die Linie wird von einer Stunde nach Shabbat Ausgang am Samstag bis eine Stunde vor Shabbat Eingang am Freitag geführt. Derzeit gibt es in jede Richtung einen Zug pro Stunde. Mit dieser neuen Bahnlinie soll der starke Berufsverkehr auf den Strassen zwischen den beiden Städten entschärft werden. Der Fahrplan ist so gestaltet, dass Anschlüsse des Schnellzuges nach und von Tel Aviv in Jerusalem problemlos erreicht werden können. Die Reisezeit beträgt nur 22 Minuten.

Politik:

2022 Der Dialog zwischen Jordanien und Israel, der in den letzten Monaten der Regierung Netanyahu einen absoluten Tiefstand erreicht hatte, wurde auf einer ganz neuen Ebene wieder aufgenommen. Nachdem König Abdulla II leider nicht am Negev Gipfel teilnahm, sondern zu einem Besuch nach Ramallah reiste, schien das, was in dieser letzten Woche geschah, nur Wunschdenken zu sein. Kaum zurück aus Ramallah begrüsste der König zuerst Verteidigungsminister Gantz und am kommenden Tag Präsident Herzog. 

Dies war, trotz des 1994 geschlossenen Friedensvertrages der erste offizielle Besuch zwischen den Regierungschefs beider Länder, deren Hauptstädte nur 80 km voneinander entfernt liegen. 

Derzeit droht Israel wieder eine neue, die dritte Intifada. Auch wenn ein Friedensvertrag mit den Palästinensern immer noch in weiter Ferne liegt, diesmal könnte alles anders werden. Das neue Selbstverständnis der Beziehungen zwischen Israel und den umliegenden arabischen Nachbarstaaten wird einen positiven Einfluss auf das Geschehen haben. Die Zeichen stehen gut, dass ein regionaler politischer Druck auf die Palästinenser sowohl eine neue Intifada, aber auch einen Krieg gegen Gaza verhindern kann. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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