4. Nissan 5782
Geschichte:
1954 wurden die Särge von Baron Edmund de Rothschild (1845 bis 1934) und seiner Frau Baroness Adelaide de Rotschild (1853 bis 1935) mit einer Staatszeremonie in der Krypta im Erinnerungsgarten Ramat haNadiv in Zichron Ya’acov beigesetzt. Bevor ihre Särge nach Israel überführt wurden, waren beide auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris beigesetzt worden.
Ab 1882 begann der Baron Grundstücke in Palästina und bekanntermassen auch in Syrien zu erwerben. Die ersten Siedlungen entstanden in Zichron Ya’acov, Givat Ada, Binjamina, und erinnern heute noch an Familienangehörigen des Barons.
Bereits zu Lebzeiten hatte der Baron die Parkanlagen auf einem Hügel mit Blick auf das Mittelmeer als Erholungsort für die Bürger der umliegenden Siedlungen anlegen lassen.
Die Särge, die an Bord einer französischen Fregatte nach Israel kamen, wurden mit allen militärischen Ehren begrüsst. Sogar der ehemalige PM Ben Gurion und seine Frau waren speziell zu diesem Anlass von ihrem Wohnort in Sde Boker im Negev nach Haifa gekommen, wo die Särge aufgebahrt waren.
Der älteste Sohn des Barons, Baron James de Rotschild sagte Kaddisch, bevor die Särge in der Krypta ihren endgültigen Ruheplatz fanden.
Terror:
1948 fand am 2. Nissan (jüdisches Datum) ein Angriff auf einen Konvoi statt, der Lieferungen für das Hadassah Krankenhaus in Jerusalem brachte. Arabische Truppen blockierten den Zugang zum Mt. Scopus, wo sowohl das Krankenhaus als auch der Campus der Hebrew University lagen. Es gab nur einen schmalen Zufahrtsweg, der auf etwa einem Kilometer Länge durch das arabische Viertel Sheik Jarrah führte. Die Araber hatten die Strasse fast vollständig vermint. Die Minen konnten mit einer Fernsteuerung zur Explosion gebracht werden.
Aus strategischen Gründen war das Gebiet rund um das Krankenhaus und den Campus der Universität bedeutsam. Sowohl der britische Hochkommissar als auch Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes hatten zugesichert, die regelmässigen Konvois zu schützen unter der Bedingung, dass das gesamte Gebiet entmilitarisiert würde. Dies wurde jedoch abgelehnt und Pläne für eine Evakuierung wurden vorbereitet.
Der Konvoi mit medizinischen Geräten und Lebensmitteln wurde als neutral gekennzeichnet. Trotz hoher Spannungen im Gebiet sei, so wurde versichert, der Weg sicher. Der Konvoi bestand aus 10 Fahrzeugen, davon zwei Krankenwagen, drei Busse und drei Liefer Lastwagen. Begleitet wurden sie von zwei Panzerwagen der Haganah. Insgesamt befanden sich 105 Personen in den Wagen.
Der Angriff war offensichtlich gezielt vorbereitet worden. Die Strassen waren leer, die Geschäfte geschlossen. Der Überfall begann mit der Zündung von Minen um 09:45. Die Rettungskräfte kamen mit grösstmöglicher Verzögerung zu Hilfe. Man vermutet, dass man die aufgeheizte Stimmung unter der arabischen Bevölkerung nicht noch weiter anheizen wollte. Im Gegenteil, um den Arabern die Möglichkeit zu geben, sich nicht immer nur mit den Briten auseinandersetzen zu müssen. Bis heute ist dieser Angriff und seine Hintergründe noch immer nicht zur Gänze geklärt.
79 Menschen, darunter 23 Frauen und ein britischer Soldat wurden getötet. Einen Tag nach dem Angriff wurde das gesamte Spital mit 700 Personen evakuiert.
2022 Wie sich erst jetzt, zwei Monate nach dem Vorfall herausstellte, wurde Jeremy Cohen, 31, ein jüdischer Franzose, nicht Opfer eines tragischen Verkehrsunfalls in einem Vorort von Paris.
Videoaufnahmen belegen jetzt, dass Cohen Opfer eines antisemitischen Vorfalles wurde. Als Kippaträger klar als Jude erkennbar, wurde er von einer grossen Gruppe attackiert und versuchte zu fliehen. Offensichtlich hatte er das näherkommende Tram nicht gesehen und gehört, von dem er erfasst und getötet wurde.
Die Polizei hatte den Unfall ohne weitere Untersuchungen als Verkehrsunfall klassifiziert. Nachdem die Familie jetzt das Video vorlegte, das den Angriff mit der anschliessenden Verfolgungsjagd zeigt, wird die Polizei den Vorfall neu aufrollen müssen. Mit Flyern bat die Familie eventuell vorhandene Zeugen sich zu melden. Eine Aktion, die tatsächlich einige neue Erkenntnisse brachte.
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