6. Nissan 5782
Nationalsozialismus:
1944 wurden auf Befehl des Gestapo Chefs Klaus Barbie «Schlächter von Lyon» 44 jüdische Waisenkinderaus ihrem Haus in Izieu verschleppt und in das KZ Auschwitz Birkenau deportiert und unmittelbar nach der Ankunft ermordet.
Nur der Medizinstudent León Reifmann und eine Betreuerin, Léa Feldblum überlebten die Tragödie. Beide sagten später im Prozess gegen Klaus Barbie aus.
Geschichte:
1948 Gegen Ende des Abzuges der britischen Militärs, wurde es für die Juden zwingend notwendig, die Kontrolle über die Zufahrtsstrassen zum von Arabern belagerten Jerusalem zu erlangen, das dem jüdischen Staat zugeteilt worden war. Nur so konnte sichergestellt werden, dass sich die Versorgungslage der Stadt nicht verschlechtern würde. Einem UN- Bericht zu Folge kamen im Zeitraum vom 30. November 1947 bis zum 10. Januar 1948 knapp 2.000 Menschen um oder wurden verletzt. Dies aufgrund massiver Blockaden auf den Strassen, die ein Durchkommen kaum ermöglichten.
Teile der Stadt waren von jenen Gebieten abgeschnitten, die entsprechend des Teilungsplans Israel zugesprochen worden waren.
Es gab auch keine Verbindung mehr zwischen der Alt- und der Neustadt, die Stadt selbst war bis auf den schmalen Verbindungskorridor vollständig von Arabern umzingelt.
Um die Situation der jüdischen Siedlungen auch militärisch abzusichern, wurde der rein defensiven Zecken folgende Einsatzplan („Plan D“) erstellt.
Das erste Ziel von Plan D war es, die Strasse nach Jerusalem zu öffnen, zu diesem Zweck wurde die Operation Nachshon entwickelt, die in vielerlei Hinsicht eine Premiere war. Es war die erste große Haganah-Operation. Zwei bedeutende Operationen gingen der Operation Nachshon voraus: Die erste fand in Ramle statt. Die Haganah sprengte das Hauptquartier von Hassan Salame. Dieser Angriff hinderte Salames Streitkräfte daran, die Vorbereitungen der Haganah an der Küste zu vereiteln. Bei der zweiten Operation eroberten Haganah-Streitkräfte das Dorf Castel, ein arabisches Dorf, das vor Jerusalem lag und den Eingang zur Stadt blockierte.
Die Operation Nachshon selbst begann am 6. April in der Gegend von Latrun, wodurch die Strassse nach Jerusalem frei wurde.
Sechzig Palmach-Lastwagen konnten mit Vorräten nach Jerusalem durchkommen.
Am 20. April erreichte der letzte Konvoi Jerusalem, unter anderen mit David Ben Gurion und Jitzchak Rabin. Doch der Konvoi wurde aus dem Hinterhalt überfallen, und ein Grossteil der Fahrzeuge ging verloren.
Unmittelbar danach gelang es den Arabern, die Strasse mit Felsbrocken endgültig unpassierbar zu machen.Damit war der arabische Belagerungsring um das jüdische Jerusalem wieder geschlossen, der Verkehr von und nach Jerusalem war für Araber und Briten über die weiter nördlich durch arabisches Gebiet verlaufende Strasse über Ramallah weiterhin möglich.
In drei Angriffen versuchten die Juden, die Polizeistation von Latrun einzunehmen und so die Blockade wieder zu durchbrechen. Aufgrund fehlender militärischer Ausbildung, mangelnder Erfahrung sowie Kommunikationsschwierigkeiten waren sie der arabischen Besatzung von Latrun unter Leitung der jordanischen Arabischen Legion unterlegen, und mussten nach großen Verlusten die Angriffe abbrechen. Stattdessen wurde in Rekordzeit eine weiter südlich durch jüdisches Gebiet verlaufende Ausweichstraße um Latrun und Bab el Wad, die Burma Road, gebaut. Der Anführer der jordanischen Arabischen Legion war ein britischer Offizier, Glubb.
Diplomatie:
1987 stattet der Vater des heutigen Staatspräsidenten Jitzchak Herzog, Chajim Herzog Deutschland einen Staatsbesuch ab. Herzog ist der sechste Präsident des Staates Israel. Seit der Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten war es der erste Staatsbesuch eines israelischen Präsidenten in Deutschland. Er nannte den Staatsbesuch «Symbol des Sieges der Opfer des Holocausts über ihre Henker».
Herzog besuchte das Konzentrationslager Bergen-Belsen, bei dessen Befreiung er im April 1945 mitgekämpft hat.
Weitere Besuche waren nach der damaligen Bundeshauptstadt Bonn, Worms und Berlin.
Herzog war von der Rede des deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizäcker am 8. Mai 1985, 40 Jahre nach der Kapitulation Nazideutschlands, beeindruckt. Diese Rede war für ihn der Entscheid, dass die Zeit für einen Staatsbesuch reif sei.
Terror:
1994 explodiert in Afula (Zentralisrael) eine Autobombe in einem mit Studenten vollbesetzten Bus. Bei diesem Terroranschlag werden acht Personen getötet und 43 teilweise schwer verletzt. Der Anschlag findet am Abend vor dem Holocaust Gedankentag statt.
Dieser Terroranschlag ist ein Racheakt für das Massaker, welches der jüdische Arzt Baruch Goldstein nur 40 Tag vorher, im Februar ausgeführt hatte. Er war in die Abraham Moschee, den muslimischen Teil der Höhle der Patriarchen in Hebron eingedrungen und hatte 29 Palästinenser erschossen und über 100, teils schwer verletzt.
Die durch die Oslo Verträge von 1993 wieder zögerlich aufgelebten Friedensbemühungen kommen durch die Anschläge auf beiden Seiten zum Halten.
Politik:
2022 Die ehemaligen Quotenfrau der Partei von PM Naftali Bennet, Idit Silman unternahm einen Versuch, die aktuelle, sehr erfolgreiche Regierung zu stürzen, indem sie aus der Koalition austrat und zu Netanyahus Likud überlief. Mehr dazu im Laufe des Tages.
Kategorien:Aus aller Welt, Timeline
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