19. Nissan 5782
Krieg in der Ukraine – Terror aus dem Gaza Streifen:
2022 Kinder aus der Ukraine und Kinder aus der Region um den Gaza Streifen haben eines gemeinsam. Sie sind traumatisiert.
Dr. Bela Gershon, Leiterin des Traumazentrums in Sderot, wo Menschen ambulant behandelt werden, die unter dem Post-Traumatischen-Stress-Symptom (PTSD) leiden. 70 % aller Kinder und Jugendlichen leiden darunter. Angst, Lärmempfindlichkeit, Depressionen, Vereinsamungsängste, Klammern an Bezugspersonen, Alpträume und mehr sind für sie nach den Erfahrungen mit dem Raketenbeschuss aus Gaza die Folge.
25 Fachkräfte, Psychologen, Psychiater, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter behandeln seit 2008 dort Jahr für Jahr etwa 1000 Patienten.
Das alte Traumazentrum verfügte über keine Schutzräume. Mit Hilfe des Jüdischen Nationalfonds entsteht nun ein neues Zentrum. Auf 1500 qm wird es genügend Therapieräume geben, alle Räume sind gleichzeitig auch als Bunker ausgestattet.
Bewährt hat sich die Therapie mit Unterstützung von speziell ausgebildeten Hunden.
Derzeit ist Dr. Gershon als Leiterin des Traumazentrums im Feldspital Kochav Meir in der Ukraine tätig.
Die Kinder, die dort zu ihr kommen, haben im Gegensatz zu den Kindern in Israel oft alles verloren: ihre Heimat, ihre Familie, ihr Haus. Oftmals sind sie nicht in der Lage zu sprechen und ihre Ängste zu artikulieren. Manchmal haben sie einen Teddy bei sich, eine Puppe aus alten Strümpfen.
Manchen Kindern gelingt es, mit selbstgemalten Bildern ihren Ängsten Ausdruck zu verleihen, nonverbal zu erzählen, was ihnen geschehen ist.
In Summe betrachtet sind die Kriegstraumata der ukrainischen Kinder viel tiefgehender. Sie kamen teilweise wirklich mit Nichts, als dem, was sie auf sich trugen, allein, ohne Familie, mitgenommen von einem Fremden im Spital an. Sie sind durch die Hölle gegangen. Es gibt nichts, was das grausame Vorgehen der Russen rechtfertigt, die gezielt Zivilisten angreifen.
Ihre Bilder zeigen teilweise mit grausamen Details die seelischen Verletzungen. Die ersten Kinder haben mittlerweile das Feldspital verlassen können und sind einer neuen, hoffentlich besseren Zukunft entgegengefahren.
Vorher haben sie noch Bilder nach Israel geschickt. Im Gegenzug erhielten sie Bilder von israelischen Kindern. Bilder, die sie ein wenig aufmuntern sollen und ihnen Hoffnung geben sollen. Ob es, wie es einige Kinder sich wünschten, zu persönlichen Kontakten kommen wird, hängt von der Zukunft ab.
Ramadan:
2022 Genau an dem Ort, an dem sich seit dem vergangenen Jahr immer wieder Spannungen zwischen Juden und Araber entwickelten, im Gebiet von Sheik Jarrah haben sich heute nach Sonnenuntergang etwa 200 Juden und Moslems getroffen. Sie nahmen den Abend zum Anlass, miteinander bei einem festlichen Abendessen das Fasten des Ramadans zu brechen. Ein wunderbares Symbol des gemeinsamen Widerstandes gegen die Unruhen.
Rechtsextremer Aktivismus:
2022 Zweimal jährlich findet die «Flaggen Parade», organisiert und durchgeführt von rechten bis ultrarechten Organisationen statt. Ziel ist jeweils der Platz vor der Klagemauer. Gestern wurde bereits zum zweiten Mal in Folge der Weg der Parade, der auch durch das Damaskus Tor führt, von der Polizei nicht gestattet.
Das Damaskus Gate ist jenes, das direkt in das muslimisch-christliche Viertel der Jerusalemer Altstadt führt und immer wieder der Ort von teils gewaltsamen Auseinandersetzungen ist.
Allen voran beteiligt sich MK Itamar Ben Gvir an der nicht bewilligten Parade. Nachdem PM Bennett am Nachmittag nochmals betont hatte, dass Ben Gvir keinerlei Erlaubnis hätte, sich dem besonders neuralgischen Punkt der Veranstaltung zu nähern, verkündete der, dass er keinerlei Anordnungen von Bennett entgegennehmen würde.
Wie schon im vergangenen Mai, als Ben Gvir eine «Knesset Büro» in Sheik Jarrah errichtet hatte, wiederholte er dies heute Abend in Sichtweite des Damaskus Tores. Dort will er, wenn notwendig, auch über Nacht bleiben.
Terror:
2022 Das Fasten ist gebrochen. Das feierliche Abendessen ist vorbei. Gerade in diesem Moment heulten wieder die Sirenen rund um den Gaza Streifen. Hoffen wir, dass es nur ein Fehlalarm ist.
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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