Was geschah am 23. April?

22. Nissan 5782

Terror aus Gaza:

2022 Als Reaktion auf den fortgesetzten Raketenbeschuss aus Gaza wurde die Schliessung des Personengrenzübergangs Erez im Norden des Gazastreifens bis Montag fortgesetzt. Der Übergang war während des zweiten Pessach Wochenendes seit Donnerstagabend geschlossen. Dies ist ein normales Vorgehen, das sich in jedem Jahr wiederholt. 

Damit ist es den 12.000 palästinensischen Arbeitern nicht möglich, am morgigen Sonntag zu ihren Arbeitsplätzen in Israel zu gelangen. Für humanitäre Zwecke bleibt der Grenzübergang selbstverständlich geöffnet. 

Krieg in der Ukraine:

1990/2022 Zweimal fiel im Film Schindlers Liste ein Mädchen auf, das einen roten Mantel trug. Beide Szenen waren die einzige, in denen es ein kleines farbiges Element gab. Um so mehr prägte es sich im Gedächtnis ein, das Grauen, das das Mädchen überfallen haben musste, befiel auch den Zuschauer.

Oliwia Dabrowska, heute 32 Jahre alt, spielte die Rolle als damals 3-Jährige. Seit der Krieg in der Ukraine begann, bemüht sich die in Krakau lebende junge Frau gemeinsam mit ihrer Mutter, an der Grenze zur Ukraine Flüchtlingen zu helfen. Sie vermittelt Gastfamilien, bei denen die Vertriebenen temporär Unterschlupf finden können und fährt sie auch mit ihrem eigenen Auto an jeden Ort innerhalb Polens. 

Die Berichte und Bilder der Flüchtlinge, unter ihnen viele Kinder, haben sie an den Filmdreh erinnert. Jedes einzelne Schicksal geht ihr zu Herzen. Durch ihre Rolle im Film ist sie noch heute in Polen eine bekannte Persönlichkeit. Diese Tatsache möchte sie so gut wie möglich ausnutzen, um auch Geld zu sammeln, mit dem sie den Flüchtlingen helfen will.

Pessach – Mimouna:

18. Jahrhundert/2022 Heute bei Sonnenuntergang endet das Pessachfest. Juden aus dem Maghreb feiern ein ganz besonderes Fest «Mimouna», das kulinarisch im völligen Gegensatz zu Pessach steht. Woher der Name sich ableitet, ist nicht zur Gänze geklärt. Es gibt Quellen, die ihn mit dem Namen Rabbi Maimon, dem Vater von Maimonides, verbinden. Andere weisen auf das Wort «emuna», Glaube, hin, was sich sicher aufgrund der Phonetik anbietet. Die Namen Mimoun und Mimouna finden sich bereits in der Literatur ab dem 15. Jahrhundert.

Die Symbolik der zumeist süssen Speisen, die farbenfroh auf dem Mimouna Buffet angeboten werden, sollen Glück und Reichtum verheissen. Das Gold und der Schmuck, den die im Schilfmeer ertrunkenen Ägypter hinterlassen haben, wurde ans östliche Ufer gespült und verschaffte den Israeliten sofortigen Wohlstand. Der Gruss zu Mimouna lautet «Tarbakhu u-tsa’adu!», mögest du Erfolg und Glück haben!

Es gibt kein Fleisch, nichts Bitteres, aber auch nichts Schwarzes. Schwarz ist die Farbe des Unglücks. 

Mimouna ist ein grosses Fest, welches mit Freunden, jüdisch oder nicht-jüdisch gefeiert wird. Obwohl an diesem Abend das an Nicht-Juden symbolisch verkaufte Chametz wieder zurückgekauft wird, geht es weniger darum, zum ersten Mal wieder Gesäuertes geniessen zu können.

Immer wieder taucht die Zahl fünf auf. Die im Orient und in der Levante beliebte Chamsa hat fünf Finger, die Torah hat fünf Bücher. So werden oft fünf gebackene, knusprige Chamsot auf einem Teller präsentiert, fünf Silbermünzen dienen der Dekoration, fünf Datteln und nicht zu vergessen fünf Mufleta, crêpeartige dünne Pfannkuchen, die mit allem, was süss ist bestrichen werden können. Dattelsirup, Konfitüre, Kompotte…. Natürlich darf auf Marzipan Gebäck, oft sehr farbenfroh nicht fehlen. 

Die warmen Gerichte sind zumeist Teigwaren in allen Varianten. 

Was auch immer auf der Mimouna Tafel zu finden ist, die Vorbereitung stellt eine grosse Herausforderung an die jüdische Hausfrau dar. Während des gesamten Pessachfestes durfte keinerlei Chametz im Haus sein. 

Die Lösung des Problems sind entweder ausreichend grosse Tiefkühler im Keller, in dem alle vorbereiteten Speisen Platz finden. Oder aber, und das ist noch viel besser, die Vorbereitung wird an nicht-jüdische Nachbarn delegiert, die sie dann zum eigentlichen Fest mitbringen. 

Tourismus:

1960 war das Nuheylan Tal im Norden Israels der Schauplatz von heftigen Kämpfen zwischen Syrien und Israel. Es waren Kämpfe nicht nur um Land, sondern vor allem auch um die Wasserreserven. Verrostete syrische Panzer erinnern heute noch an diese Kämpfe. Israel konnte das Gebiet halten, das zwischen dem Hermon, den Golan Höhen und Galiläa liegt. 

Jahrelang war es savannenartiges Brachland. Neben den Wasserläufen nahezu ausgetrocknet, war es durchzogen von Basaltsteinen. Beeindruckende Dolmen, die auf eine frühe Besiedlung der Region hinweisen, waren schon von den Briten entdeckt worden.

Bevor es 1968 zu einer Explosion in der Trans-Arabischen Oel Pipeline kam und eine gewaltige Naturkatastrophe drohte, war das Wasser der Neheyla Quellen in den Dan Fluss abgeflossen. Ein neuer Kanal verhindert zwar die Kontamination, verhinderte aber auch, dass das Wasser in den Dan Fluss einfloss. Im Jahr 2013 beschloss die Naturschutzbehörde, das Gebiet zu restaurieren. 

Mit Hilfe der IDF gelang es, das Gebiet in einen besseren Zustand zu versetzen, als es jemals vorher war.

Jetzt wurde ein 6 km langer Wanderweg freigegeben, der ein weiteres wunderschönes Gebiet im Norden Israel erschliesst. Gerade in den kommenden heissen Sommermonaten können sich zahlreiche Wanderer an der angenehmen Kühle dieses neuen Wanderweges erfreuen. 

2022 Tausende Besucher nahmen heute an der Zeremonie des «Heiligen Feuers» teil. Diese findet immer am Samstag des orthodoxen Osterfestes in der Grabeskirche in Jerusalem statt. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde die Zahl der Teilnehmer durch die Behörden aus Sicherheitsgründen beschränkt. Der Grund für diese Beschränkung war, dass man unbedingt ein Desaster wie das am Mt. Meron im vergangenen Jahr vermeiden wollte, dem 45 Personen zum Opfer fielen. Diese Bedenken wurden von christlicher Seite abgelehnt. Eine Zeremonie, die schon seit Jahrhunderten in dieser Form stattfinden würde, müsse nicht notwendigerweise geändert werden. 

Eine geheimnisvolle Flamme erscheint alljährlich an diesem Tag in der Grabeskirche, dem Ort, von dem man glaubt, dass Jesus dort gekreuzigt, begraben und auferstanden ist. 

Der Griechische Partriarch Theophilus III erschien mit zwei an der Flamme, deren Ursprungsort strikt geheim gehalten wird, entzündeten Kerzen in der Kirche und reichte anschliessend das Feuer an die dort wartenden Menschen weiter. Die zu Beginn der Zeremonie komplett dunkle Kirche wird so schnell erhellt. 

Die Flamme wird mittels Flugzeugen in orthodoxe Gemeinden weltweit geflogen.



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