Was geschah am 12. Juni?

13. Siwan 5782

Geboren:

1948 wird Jossi Beilin in Petach Tikwa  geboren. Beilin besuchte nach der Grundschule das traditionsreiche «HaGymnasia HaIvri», heute Herzliya Gymnasium in Tel Aviv. Nach der Matura arbeitete er zunächst als Berichterstatter beim Jugendrundfunk.

Obwohl er aus einem säkularen Elternhaus stammte, begann er sich schon früh mit der jüdischen Religion auseinanderzusetzen. Allerdings kehrte er unter dem Eindruck des Jom-Kippur-Krieges 1973 wieder zur säkularen Lebensweise zurück. 

Zwischen 1969 und 1977 arbeitete er als Journalist für die Zeitung der Arbeiterpartei, Davar. Die Zeitung erschien zwischen 1925 und 1996 und wurde ab 2016 als online Zeitung der Gewerkschaft Histadrut unter dem Namen Davar Rishon neu verbreitet. Erschien die Zeitung zunächst nur in Hebräisch, gibt es seit 2019 auch eine englischsprachige und seit 2020 eine arabische Ausgabe. 

Seine Studien der Politikwissenschaft beendete er 1981 mit dem Doktor der Philosophie an der Universität Tel Aviv.

Ab 1977 war er Sprecher der Arbeiterpartei und erhielt 1988 einen Sitz in der Knessset, den er bis zum Jahr 1999 innehatte. Nachdem er in verschiedenen Regierungen diverse Ministerposten ausübte, wurde ihm 2003 ein aussichtsreicher Listenplatz für die Wahl zur Knesset verweigert. Daraufhin trat er aus der Arbeiterpartei aus und wurde Mitbegründer des Meretz-Jachad Bündnisses.

Beilin wirkte hinter den Kulissen an den Oslo Verhandlungen 1992/93 mit. Seine Rolle im Friedenprozess wurde unterschiedlich wahrgenommen. Einerseits sah man darin durchaus einen positiven Weg in Richtung Friedensverhandlungen, andererseits wurden aber auch die Zweite Intifada und der palästinensische Terror im Umfeld der Verhandlungen angesiedelt. Seine Rolle bei den Verhandlungen führte dazu, dass er vom rechten Spektrum gerne vor Gericht gesehen würde und von der linken Seite für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich gemacht wird. 

2008 beendete er seine politische Karriere.

Streiks:

2022 Kurz vor Ende des laufenden Schuljahres streiken die Lehrer von Kindergärten, Grundschulen und Mittelschulen. Sie wollen bis zum Erreichen ihrer Forderungen jeden Tag einen anderen regionalen Schwerpunkt für die Ausstände wählen. Gymnasien und Sonderschulen sind nicht betroffen. 

Grundsätzlich geht es, wie eigentlich in jedem Jahr, um die Bezahlung. Wird zum einen eine generelle Anhebung der Gehälter gefordert, so verlangen die Lehrer auch, dass die Einkommensschere zwischen Junglehrern und «altverdienten» Kollegen geschlossen wird. Nicht mehr die Dienstjahre als Lehrer an einer Schule, sondern die allgemeine Länge der Berufserfahrung soll hinkünftig massgeblich sein. Des Weiteren sollen die Schulleiter mehr Kompetenzen im Bereich Mitarbeitermanagement erhalten. So sollen Kollegen auch ohne die Zustimmung der Lehrergewerkschaft aus dem Kollegium entfernt werden dürfen. 

Ob diese Forderungen das israelische Bildungssystem noch vor dem Kollaps wird retten können? 

Justiz:

2021/2022 In diesem Verfahren ist er der Kläger und nicht selbst angeklagt…..Der ehemalige PM Netanyahu und seine Frau Sarah haben ein Verfahren gegen den ehemaligen PM Ehud Olmert angestrebt. 

Olmert hatte die psychische Gesundheit der Mitglieder der Familie Netanyahu in Frage gestellt. Schon im Jahr 2017 hatte der damalige, mittlerweile verstorbene Rechtsanwalt der Familie in einem Interview erzählt, er fühle sich manchmal wie ein «Teilzeitpsychiater», dessen Aufgabe darin bestand, die Familienmitglieder (gemeint sind Benjamin, Sarah und auch ihr Sohn Yair) zu beruhigen. Vor allem Sarah ist für ihre heftigen, teils unkontrollierten Wutausbrüche bekannt.

Olmert wird einen schweren Stand haben, wenn er die gegen ihn gerichteten Vorwürfe widerlegen will. 

Netanyahu wird alles daransetzen, seine psychische Gesundheit zu beweisen, vor allem in Hinblick darauf, dass er es anstrebt, wieder als PM zurückzukehren.

Und so ist sein Eingangsstatement auch zu verstehen «Ich habe keine psychiatrische Geschichte!»

Angesichts der immer noch gegen ihn anhängigen Verfahren scheint es, man muss das in Frage stellen. Obwohl die Beweislast gegen ihn drückend ist, behauptet er immer noch, unschuldig zu sein. 

Tierschutz:

2022 Drei der seltenen Ibex Antilopen wurden in Mitzpe Ramon im Süden des Landes tot aufgefunden. Eine vierte verstarb kurz nach dem Auffinden. Bisher ist die Todesursache noch völlig unklar. Im veterinärmedizinischen Institut wurde eine Autopsie vorgenommen. Gegenstand der Untersuchung war es, herauszufinden, ob es sich um eine unbekannte tödliche Erkrankung der Tiere oder um eine Vergiftung handelt. 

Die Ibex Antilopen stehen, ebenso wie die meisten Tiere in Israel, unter strengem Naturschutz. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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