3. Tammus 5782
Religiöser Extremismus:
2013/2022 Seit Jahren schon versuchen extrem ultra-orthodoxe Aktivisten immer wieder, Betende zu stören. Dies gilt für Frauen, bekannt als «Women oft he wall», die entgegen der jüdischen Tradition mit Talitot und Tefilin ausgestattet in der Frauensektion vor der Kotel aus der Torah lesen wollen. Da werden schon mal Stühle geworfen, da wird gespuckt und gebrüllt.
Familien und nicht orthodoxe Juden hatten es schwer, gemeinsam an der Kotel zu beten, weil diese von orthodoxen Gruppen vereinnahmt wird. Im Jahr 2013 wurde ein separater Zugang etwas südlich gelegen, aber immer noch im Bereich der Kotel, eröffnet. Hier können nun Familien gemeinsam beten, aus der Torah lesen, Trauungen durchführen und Bar/Bat Mitzwot feiern.
Doch auch mit dieser Regelung können extremistischen Gruppen nicht leben. Jahrelang haben sie immer wieder versucht, dort ein Frauen- und ein eigenes Männergebiet abzugrenzen. Jetzt haben sie die Bar Mitzwa eines jungen Amerikaners gestört. Sie beschimpften die Familie als «Nazis», «Christen» und «Tiere». Doch damit nicht genug. Ein junger ultra-orthodoxer Mann wurde dabei gefilmt, wie er eine Seite aus einem Gebetbuch riss und sich darin hämisch grinsend schnäuzte.
Dieses Verhalten ist nichts anderes als das Entwürdigen des religiösen Bewusstseins und schändlich für einen jungen Mann, der sich als «fromm» bezeichnet. Es ist eine dramatische Übertretung unserer Gebote.
Justiz:
2014/2021/2022 auch wenn man derzeit darüber nichts in den Medien liest, das Gerichtsverfahren gegen Netanyahu vor dem Jerusalemer Bezirksgericht findet immer noch an drei Tagen pro Woche statt.
Das Gericht geht allerdings am 23. Juli in die Sommerpause und wird seine Arbeit erst wieder am 5. September aufnehmen. Bis dahin wird der Wahlkampf bereits fast seinen Höhepunkt erreicht haben und die Medien werden dem Verfahren wieder mehr Aufmerksamkeit schenken.
Nach wie vor lauten die drei Anklagepunkte Bestechung, Betrug und Veruntreuung, sowie Korruption in verschiedenen Fällen. Nach wie vor behauptet Netanyahu, diese Vorwürfe seien Teil einer gigantischen Hexenjagd gegen seine Person. Er sieht darin eine Kampagne der Linken und der Medien, ihn von der Macht, die er für sich selbstverständlich in Anspruch nimmt, fernzuhalten.
Noch vor wenigen Tagen wurde vom Likud ein Antrag eingebracht, welcher die Unabhängigkeit der Gerichte endgültig kippen soll. Demzufolge sollen die Richter des Obersten Gerichtshofs inklusive der Präsidenten vom Parlament bestimmt und von der Knesset bestätigt werden. Zwar wurde dieser Antrag derzeit abgelehnt, gibt aber einen Ausblick darauf, mit welchen Einschnitten einer demokratischen Politik unter einer möglichen Neuauflage der Regierung Netanyahu zu rechnen sein wird. Gelingt diese direkte Aufhebung der Unabhängigkeit von Gerichten nicht, so wird aller Wahrscheinlichkeit das sogenannte «Französische Gesetz» zur Anwendung kommen. Dies ist Teil der französischen Verfassung und schützt den amtierenden Staatschef vor jeglicher gerichtlichen Verfolgung. Er kann auch nur im Fall von Hochverrat aus dem Amt enthoben werden.
Kritiker dieses Gesetzes bezeichnen den Zustand dieser Immunität als «temporären Monarchismus». Das wird Netanyahu gefallen. Bei seinem ersten inoffiziellen Wahlkampfauftritt in einem Einkaufszentrum ertönten prompt die Gesänge «Bibi König von Israel», die er wohlwollend lächelnd zur Kenntnis nahm.
Kultur:
1948 Man mag ihn, oder man ich nicht, «Ol’ Blue eyes», ich habe ihn 1993 live in Stuttgart erlebt, habe ihn schon vorher gemocht und danach noch mehr. Die Rede ist von Frank Sinatra. Mafiosi sei er gewesen, bewiesen wurde das nie. In den Glücksspielsektor hat er ein Vermögen investiert und ein noch grösseres dabei gewonnen. Er unterstützte den Wahlkampf von Ronald Reagan, blieb aber zeitlebens Mitglied der Demokraten.
Sinatra und Israel? 1962 kam er zu einem viel beachteten Besuch, 1964 gründete er in Nazareth ein Kinderheim für jüdische und arabische Waisenkinder. Aus dem Erlös seiner Welt Tournee spendete er mehr als 1 Mio US$ für soziale Projekte für Kinder weltweit, mehr als US$ 50.000 gingen nach Nazareth. 1965 spendete er nochmals US$ 100.000. Ab 1972 nutzte die Histadrut das Haus als Niederlassung für sich selbst. An den einstigen Zweck des Hauses erinnert nur mehr ein Schild «Sinatra brotherhood and friendship youth center».
Aber die Geschichte von Sinatra und Israel beginnt schon viel früher. Die Haganah arbeitete im Hintergrund, um die jüdische Bevölkerung in Palästina zu bewaffnen. In einem Zimmer in einem New Yorker Hotel, das als lokales Hauptquartier der Haganah diente, plante Teddy Kollek seine nächsten Schritte. Seine Mission bestand auf Befehl von David Ben-Gurion darin, Gelder an den Kapitän eines irischen Schiffes zu übergeben, das, mit Munition beladen, vor New York auf Reede lag. Munition, die für Israel bestimmt war. Aber Kollek stand, so wie sein Team, unter ständiger Beobachtung von US-Bundesagenten. Die für die Haganah wichtige Transaktion drohte zu scheitern.
Im selben Gebäude befand sich der berühmte Copacabana-Nachtclub. Haganah-Agenten sassen an der Bar und tranken neben der Crème de la Crème der New Yorker Unterhaltungsszene. Einer der häufigen Besucher des Hauses war kein Geringerer als Frank Sinatra.
«Ich ging nach unten in die Bar und Sinatra kam rüber und wir unterhielten uns», erinnerte sich Kollek später. «Ich weiss nicht, was über mich gekommen ist, aber ich habe ihm erzählt, was ich in den Vereinigten Staaten mache und was mein Dilemma war.»
Am nächsten Tag verliess Teddy Kollek in den frühen Morgenstunden das Gebäude mit einer Tasche. FBI-Agenten folgten ihm. Gleichzeitig verliess Frank Sinatra den Hinterausgang, bei sich eine Million Dollar in einer Papiertüte. Er ging zum Pier hinunter, übergab die Lieferung an den Kapitän und winkte dem Munitionsschiff zum Abschied, als es weiterfuhr.
He did it his way!
Sport:
2022 Das israelische U-19 Fussballteam musste sich im Finale gegen das Team aus Grossbritannien mit 3:1 geschlagen geben. Trotzdem ein schöner Erfolg!
Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline
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