10. Tammus 5782
Geschichte:
1099 wird die Situation für die ersten Kreuzfahrer, die sich aufgemacht hatten, Jerusalem zu erobern, oder wie sie es nannten, zu befreien, prekär. Die Speicher der Stadt sind übervoll, die Breschen in den Mauern schon lange wieder geschlossen.
Die Belagerer hingegen müssen hungern und Durst leiden. Die Brunnen sind vergiftet und die Viehherden haben schon lange neue Besitzer.
Die anstürmenden Franken, erfüllt vom naiven Glauben an den Rat eines Eremiten, der auf dem Ölberg lebt, wagen den Angriff. Sie haben weder Leitern noch Katapulte und ihr Geschrei «Deus vuolt» lässt die Mauern nicht einstürzen!
700 Angreifer sterben. Rettung scheint von sechs Schiffen zu kommen, die alles bringen, was man im Mittelalter brauchte, um einen Angriff vorzubereiten. Auch Holz findet sich in einem weit entfernten Wald.
Der verstorbene päpstliche Legat, auch im Tod noch gut für eine Vision, lässt mitteilen, dass nur eine dreitägige Bussprozession rund um Jerusalem den schnellen Erfolg bringen werde.
Und so wandern die Kreuzfahrer, barfuss, Palmwedel schwenkend und feierliche Lieder singend, dreimal um die Stadt.
Voll heiliger Wut und neuer Kraft erfüllt wagen die Franken nochmals einen Angriff. Dieser fordert zwar wiederum zahlreiche Opfer, ist aber nach einer knappen Woche doch erfolgreich.
Terror:
2022 Der beliebte ehemalige japanische PM Shinzo Abe wurde während einer Wahlveranstaltung in Nara erschossen. Morgen, am Sonntag, wird in Japan das Oberhaus neu gewählt.
Fast neun Jahre regierte er in Japan. Im Jahr 2006 wurde er mit 52 Jahren der jüngste jemals gewählt PM von Japan. Er führte das Land während seiner zweiten Amtszeit von 2012 bis 2020 mit einem ungebrochenen Kampf gegen die wirtschaftliche Deflation und Stagnation. Sein Versuch, die Verfassung zu modernisieren, scheiterte jedoch. Die Beziehungen zu Russland und zu Südkorea kamen weitgehend zum Erliegen.
Grosse Erfolge hatte er jedoch in der Sicherheitspolitik, indem er die Kompetenzen der Verteidigungskräfte stärkte.
Kritisch muss man jedoch seine Haltung gegenüber der Pressefreiheit bewerten, die er so stark einschränkte, dass sie im Ranking von Platz 11 auf Platz 71 von 180 zurückfiel.
Seine grösste Leistung war das Transpazifische Partnerschaftsabkommen, welches er als starkes strategisches Gegengewicht zu China sah. Er stärkte auch die Beziehungen zu Australien und Indien, die gemeinsam mit den USA als «Quad» auftraten.
Abe war der am längste amtierende PM von Japan. 2014 und 2018 wurde er von der Zeitschrift Time zum einflussreichsten Mann weltweit gewählt.
Israel verliert mit Shinzo Abe einen grossartigen Freund und Unterstützer.
Geschichte:
1953/2022 schrieb der erste PM von Israel, David Ben-Gurion, in sein Tagebuch «Ich habe meinen Rücktritt beim Präsidenten eingereicht». Dieses und andere Dokumente wollen in einer Ausstellung veröffentlicht werden. Diese ständige Ausstellung wird Teil des Forschungs- und Bildungskomplexes im Midreshet Ben-Gurion, neben dem Kibbutz Sde Boker sein. Dort verbrachte Ben Gurion seine letzten Lebensjahre und ist auch dort, ebenso wie seine Frau, beigesetzt.
Ein Jahr zuvor war er gebeten worden, einen Fragebogen auszufüllen. «Welche Positionen bekleiden Sie beruflich?» lautete eine der Fragen.
«Ich bin in den Positionen des Premierministers und des Verteidigungsministers. Ich habe kein Vertrauen, dass ich sie richtig erfülle», antwortete er. Solche Bescheidenheit kennen die heutigen israelischen Politiker kaum noch!
«Ich reichte meinen Rücktritt beim Präsidenten ein», schrieb Ben-Gurion am 7. Dezember 1953 in sein Tagebuch.
An 29. November 1947, als die Vereinten Nationen den Teilungsplan verabschiedeten, schrieb Ben-Gurion eine Liste mit Dingen, die zur Gründung eines Staates benötigt würden: Regierung, Hauptstadt, Armee, Gericht, Flagge, Hymne, Verfassung, Währung, Häfen, Polizei und Flughäfen. Tatsächlich kann man sagen, dass sein interner Spitzname «Mr. Sicherheit» ihm zu Recht verliehen worden war.
«Eines der ersten Dinge, die Ben-Gurion verstand, war, dass der Staat Israel in der Welt anerkannt werden musste», sagte Ran Levy vom Ben-Gurion House gegenüber Channel 12 News.
Leider wurde dieser Wunschtraum bis heute nicht zur Gänze erfüllt!
Diplomatie:
2017/2022 Erstmals seit fünf Jahren fand ein direktes Telefonat zwischen einem amtierenden israelischen PM und dem Präsidenten der PA statt. PM Lapid drückte bei einem Telefonat am Freitagnachmittag seine Glückwünsche für das Eid al-Adha Fest aus. Wenige Tage zuvor hatte Präs. Abbas Verteidigungsminister Benny Gantz in Ramallah begrüsst.
Das Telefonat war Teil einer Serie von Glückwunschtelefonaten, mit den PM Lapid den Führern von befreundeten muslimischen Staaten zu diesem Feiertag gratuliert, der am heutigen Samstagabend beginnt.
Dem Gespräch kam aber auch im Hinblick auf den Besuch des US-amerikanischen Präsidenten Biden grosse Bedeutung zu. PM Lapid hatte am Dienstag bei seinem Besuch in Paris nicht ausgeschlossen, sich direkt mit Präs. Abbas treffen zu wollen. Allerdings bestehen hierfür noch keine konkreten Pläne. Der vorherige PM Bennett hatte ein solches Treffen für sich ausgeschlossen.
Seine Feiertagsgrüsse überbrachte der Chef der IDF Aviv Kochavi persönlich bei Besuchen in der Beduinensiedlung Abu Talul im Negev und in Julis, wo er mit dem drusischen Scheich Moafeq Tarif zusammentraf. Bei Gesprächen mit den Mitgliedern der beduinischen und drusischen Gemeinschaft betonte er «Die Menschen dieses Landes, Beduinen, Drusen und Mitglieder aller ethischen Gemeinschaften, werden weiterhin Schulter an Schulter weiterkämpfen, um die Zivilisten des Staates Israel zu schützen und ihre Sicherheit aufrecht zu erhalten.»
Sport:
1932/2022 Vom 12. bis 26. Juli findet in Israel die 21. Maccabiade, auch bekannt als «Jüdische Olympiade» statt. Die erste Maccabiade fand 1932 in Tel Aviv statt. Unterbrochen wurde sie durch die Shoa und den Zweiten Weltkrieg. Seit 1953 findet sie regelmässig alle vier Jahre statt. Zeitversetzt in den jeweiligen Zwischenjahren findet die «Europäische Maccabiade» statt. Nach Wien und Berlin fand sie 2019 in Budapest statt.
Etwa 10.000 Sportler aus 80 Ländern werden in diesem Jahr an den Spielen teilnehmen. Austragungsorte sind Jerusalem, Haifa und Netanya. Insgesamt werden 42 Veranstaltungen stattfinden.
3.000 der Teilnehmer sind Israelis, die grösste ausländische Delegation kommt mit 1.400 aus den USA, Argentinien stellt mit 800 die zweitgrösste Mannschaft.
Neben den klassischen Sportarten wird auch Schach als Turniersport angeboten, ganz sicher eine typisch jüdische «Sportart».
Kategorien:Aus aller Welt, Timeline
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