Was geschah am 11. Juli?

12. Tammus 5782

Geschichte:

1920 wird in Manchester die WIZO gegründet. Diese internationale karitative Frauenorganisation «Women’s International Zionist Organisation» umfasst heut etwa 250.00 Mitglieder und ist damit die grösste Frauenorganisation weltweit.

Unter den Gründungsmitgliederinnen befand sich auch die Ehefrau des späteren ersten israelischen Staatspräsidenten Chajim Weizmann, Vera Weizmann.

WIZO ist von der UNO als NGO anerkannt und hat Beraterstatus bei der UNICEF. Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt auf Projekten, die für Frauen, Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen in Israel da sind. Grundsätzlichen dienen alle Projekte der sozialen Wohlfahrt.

Eines der ältesten Projekte, das im jungen Staat Israel etabliert wurde, war «Tipat Chalav», Baby-Beratungszentren, denen Schwangere und Eltern von Babys und Kindern bis zum Alter von sechs Jahren kostenlos beraten und betreut werden. Zahlreiche dieser alten Betreuungszentren existieren heute noch. 

Seit 1949 ist der Hauptsitz von WIZO in Israel. Bei den ersten Wahlen zur Knesset im Jahr 1949 traten sie mit einer eigenen Partei an und gewann einen Platz im israelischen Parlament. 

1947 läuft das Schiff «Exodus» von Sète in Richtung Palästina aus. Das Schiff war 1928 als Vergnügungsdampfer in Dienst gestellt worden. Während des Zweiten Weltkrieges wurde des sowohl von den Briten und später auch von den Amerikanern als Truppentransporter genutzt. Bei der Landung der alliierten Truppen in der Normandie kam es ebenfalls zum Einsatz, bevor es im November 1945 ausgemustert und vor Baltimore verankert wurde. 

Ausreisewillige Juden aus Europa sahen sich immer mehr mit dem Problem der durch die Briten organisierten Seeblockade konfrontiert. Die Einwandererzahlen nach Palästina wurden immer mehr eingeschränkt, wer von den Briten aufgegriffen wurde, wurden zunächst in Lagern in Palästina und ab 1946 in Zypern interniert. 

Ende 1946 wurde das Schiff von der Hagana gekauft und für eine möglichst grosse Zahl von Flüchtlingen umgebaut. Im Februar 1947 wurde es in Honduras registriert, ein Schritt, den die britische Regierung versuchte, rückgängig zu machen. 

Es gelang, das Schiff nach Frankreich zu überstellen, wo es nochmals für 5.000 Passagiere vorbereitet wurde. Die jeweiligen Schlafplätze betrugen nur 45 cm in der Breite und 60 cm in der Höhe. Unter den Augen des britischen Geheimdienstes segelte das Schiff nach Sète, wo die Flüchtlinge an Bord gehen konnten. Unter den mehr als 4.500 Flüchtlingen befanden sich auch etwa 1.000 Waisenkinder. Die hygienischen Bedingungen an Bord waren katastrophal, viele Passagiere überlebten die Überfahrt nicht. 

Das Schiff stand während der gesamten Überfahrt unter der Kontrolle von britischen Zerstörern. Man befürchtete, dass die Briten versuchen würden, das Schiff zu entern und so vergitterte man sämtliche Zugänge. 

Am 17. Juli schliesslich wurde die Fahne von Honduras eingezogen und die des zukünftigen Staates Israel gehisst. Der Name wurde auf «Exodus» umbenannt. Die Zeremonie wurde per Funk nach Haifa übertragen und von dort in den Radiostationen gesendet. 

Am 18. Juli kam die Exodus in Haifa an und wurde dort bereits von einigen Tausend Menschen erwartet. Vorhergegangen war ein mehrstündiger Kampf zwischen den Briten und der Besatzung. Nachdem diese den Widerstand einstellte, um nicht noch mehr Opfer zu provozieren, übernahmen die Briten das Schiff. Im Hafen angekommen, wurden die Flüchtlinge sofort auf einige wartende Schiffe verteilt, die sie zurück nach Hamburg brachten. Nur die Kranken und Verwundeten wurden in die umliegenden Spitäler eingeliefert. 

Von Hamburg aus wurden die Flüchtlinge auf die Lager «Pöppendorf» und «am Stau» deportiert. Die Lager waren von den britischen Besatzern zu Hochsicherheitsgefängnissen ausgebaut worden. 

Die Reaktion der Weltöffentlichkeit darauf war verheerend. Am 6. Oktober 1947 zogen die Wachen ab. 

Die Flüchtlinge waren endlich frei. Ihr Widerstand hatte viel dazu beigetragen, dass die öffentliche Meinung sich gegen ein fortgeführtes UNO Mandate über Palästina richtet und die Gründung des Staates Israel vorangetrieben werden konnte. 

Rassismus? Rassismus!

2022 Am 1. Juli wurde eine Mitarbeiterin einer bekannten US-amerikanisch-jüdischen Organisation am Flughafen Ben Gurion einer ausführlichen zusätzlichen Sicherheitsinspektion unterzogen. Nota bene, bei der Ausreise aus Israel und nicht bei der Einreise. 

«B» ist eine «lady of color. Die Sicherheitskräfte glaubten ihr nicht, dass sie für eine jüdische Organisation arbeitet. Im Sicherheitsbereich wurde sie aufgefordert, nachzuweisen, dass sie tatsächlich für diese Organisation arbeiten würde. Sie zeigte ihm die von ihr signierten Mails auf ihrem Handy, ihren Zutrittsbadge für das Büro und ihr Sicherheitsarmband. Dass er ihr immer noch nicht glaubte, zeigte er, als er nach einer kurzen Pause zu ihr zurückkam. «Wollen sie mir wirklich sagen, dass sie dort die Finanzen verwalten?» Allein schon dieser Satz ist rassistisch! 

Mittlerweile lief sie Gefahr, ihren Flug zu verpassen, der bereits das Boarding eingeleitet hatte. Das interessierte den Beamten nicht. Stattdessen fragte er sie weiter aus, über das Hotel, in dem sie gewohnt hatte, mit welchen Personen sie sich getroffen hatte und wo die Büros lagen, in denen sie gewesen sei. 

Die Zeit wurde immer knapper, es blieben nur mehr 10 Minuten bis zum Abflug. Seine letzte Frage war, warum sie allein reisen würde. Als gäbe es heutzutage keine Frauen, die, vor allem wenn sie beruflich unterwegs sind, allein reisen. 

Schlussendlich sagte er, er habe das Gate informiert, dass sie noch käme, sie müsse sich aber beeilen. Um diese Zeit gehen zwei Flüge ab Ben Gurion in Richtung New York.  Die ELAL fliegt um 00:30 und dien American Airlines um 00:50 nach New York. Auf Grund ihres Berichtes war sie auf die AA Maschine gebucht.

Acht Minuten vor dem Start wurde sie aus dem Sicherheitsbereich entlassen, sie konnte gerade noch ihre Habseligkeiten zusammenraffen, bevor sie losrannte. 

«B» führt, völlig zu Recht, bittere Klage «Meiner Meinung nach war dies ein Fall von Racial Profiling und das erschwerende Ereignis endete erst, als ich weinte. Dies war inakzeptabel und bedauerlich. Er glaubte nicht, dass ich als schwarze Frau eine Führungskraft in einer jüdischen Organisation sein könnte. Außerdem hat er nicht die sehr einfachen Schritte unternommen, eine Google-Suche durchzuführen, um meine Identität zu überprüfen. Stattdessen hat er mich weiter befragt, bis ich emotional gebrochen war.»

Die Arbeit der Sicherheitskräfte am Flughafen ist nicht einfach. Solch ein Verhalten darf aber unter keinen Umständen vorkommen. Bleibt zu hoffen, dass der oder die Beamten entsprechend bestraft werden. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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