Was geschah am 26. Juli?

27. Tammus 5782

Umweltschutz:

1960/2022 Der Jordan, der über weite Strecken die natürliche Grenze zwischen Jordanien und Israel darstellt, wird einer nachhaltigen Sanierung unterzogen. Den Plan dazu hat die Regierung gebilligt und hofft, dass er zügig umgesetzt werden wird. 

Speziell handelt es sich um einen 38 km langen Teil des Flusslaufes, der aus dem Kinneret nach Süden fliesst. Der Jordan ist Teil des syrisch-afrikanischen Grabenbruchs, eine uralte Wanderroute für Menschen und Tiere. 

Heute zeigt sich der Fluss meist als stark verschmutztes Rinnsal. Aus dem einst stolzen Wasserlauf, der lebenswichtig für die gesamte dort lebende Menschheit war, ist eine stinkende Kloake geworden. 

Einer der Hauptursachen für diese dramatische Veränderung ist der Damm, den Israel in den 60er Jahren im Süden des Kinneret baute, um den natürlichen Abfluss von Süsswasser zu begrenzen. Nur wenn der See randvoll ist, wird der Damm geöffnet. Dazu kommt, dass nur minimal behandeltes Abwasser aus einer benachbarten Kläranlage in das Flussbett fliesst und Salzwasser aus den unter dem See befindliche Quellen abgepumpt wird, um eine Versalzung des wichtigen Süsswasserreservoirs zu verhindern.

Nun soll einerseits wieder vermehrt Süsswasser in das Flussbett eingeleitet werden. Damit soll es wieder möglich werden, den Fluss zum Schwimmen zu benutzen, aber auch, und das ist noch wichtiger, das geschädigte Oekosystem zu rehabilitieren. Um die vorhandenen Abwässer und das Salzwasser abzuleiten, werden parallel zum Fluss Leitungen gebaut werden. Darüber hinaus sind zwei Entsalzungsanlagen geplant. 

Finanziert werden die Massnahmen durch die Landwirte, die für das Wasser zahlen müssen, aber auch durch die Ministerien für Umweltschutz und Tourismus, die die Kosten zur Errichtung neuer Infrastrukturen an den Ufern tragen werden. 

Globaler Markt:

Dass es in den Lebensmittelgeschäften in Israel schon lange «Alles Müller, oder was?» Joghurt gibt, man Rauch Fruchtsäfte, Thomy Mayonnaise, Barilla Teigwaren, RIO mare Thunfisch und andere europäische Lebensmittel findet, daran hat man sich schon gewöhnt.

Dass es aber nun in Zukunft auch die Eigenmarken von SPAR und Carrefour geben wird, und zwar bei den entsprechenden Lebensmittelketten selbst, das ist neu.

Was versprechen sich die europäischen Riesen von einer Präsenz im vergleichsweise kleinen Israel?

Der israelische Konsument bevorzugt klar den Einkauf im Supermarkt. Trotz der im OECD-Vergleich sehr hohen Lebenshaltungskosten kauft er mehr ein, als er unbedingt braucht und gibt dabei mehr aus, als er muss. Sein Preisbewusstsein ist, das haben Marktforschungen ergeben, nicht sehr hoch. Carrefour und Spar setzen auf Franchise Verträge, Casino und Intermarché, beide in Frankreich beheimatet, werden folgen. Bei dieser Art von Verträgen werden sie ihre Eigenmarken mit einem hohen Marktanteil verkaufen können, ohne selbst grosse Investitionen tätigen zu müssen. 

Ein Preiswettkampf wird dann entstehen, wenn die Billiganbieter Lidl und Aldi, wie bereits angekündigt, über eigene Ladenlokale in Israel nachdenken. 

Im Gegensatz zu den ausländischen Anbietern, die die Preise teilweise über die verkaufte Menge regeln, sind die Eigenproduktionen von Supersol, Ramy Levy noch nicht gut in den Verkaufshitlisten verankert. Mega und Yeinot-Beitan haben bisher noch keine Eigenmarke auf den Markt gebracht und werden es wohl nun auch nicht tun.

Für die Global-Player aus Europa ist der israelische Markt nichts anderes als eine Melkkuh!

Wahlkampf 2022:

Verteidigungsminister Benny Gantz, Vorsitzender der Partei «Blau Weiss» holt sich für seinen Wahlkampf Verstärkung. Der ehemalige Armeechef Gadi Eisenkot, der ihm 2015 als nachfolgender Stabschef der IDF folgte, gilt als erfolgversprechender Politiker.

Eisenkot wurde dementsprechend auch schon von Gideon Sa’ar umworben, um auf der gemeinsam mit Benny Gantz gebildeten Plattform für seine Partei Neue Hoffnung anzutreten. Auch PM Yair Lapid hat bereits versucht, ihn für seine Partei zu gewinnen. 

Benny Gantz betonte, es ging bei seinen Bemühungen nicht darum, ihn von Yesh Atid fernzuhalten. Aber auf Grund der jahrelangen engen Zusammenarbeit könne er sich die neue politische Heimat von Eisenkot eher bei seiner Partei vorstellen. 

Bisher hatte Eisenkot jede Aufforderung, in die Politik zu gehen, abgelehnt. Die Partei, die ihn schliesslich für sich gewinnen kann, kann auf jeden Fall mit diesem fähigen und erfolgversprechenden Politiker nur gewinnen.  



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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