Was geschah am 23. August?

26. Aw 5782

Geschichte:

1929 beginnt das zweitägige Massaker von Hebron, dem allein in der Stadt Hebron 67 Juden zum Opfer fielen. 

Schon seit Jahrhunderten lebten in der Stadt Juden mit Christen und Muslimen friedlich nebeneinander. Die jüdische Gemeinde bestand aus sephardischen Juden. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts als europäische Juden vermehrt nach Palästina einwanderten, begannen die Schwierigkeiten zwischen Zionisten und arabischen Nationalisten. Nachdem sich die Probleme «nur» auf Angriffe auf jüdische Geschäfte durch arabische Jugendliche und Störungen der Gebete in der Machpela Höhe beschränkten, blieb die Lage in der Stadt zunächst ruhig und es wurden keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

In Jerusalem geriet der Kampf um die Nutzung der Klagemauer ausser Kontrolle. Aus politischen Gründen fanden dort Grosskundgebungen von arabischen und jüdischen Demonstranten statt, die jeweils Anspruch auf die Mauer erhoben. 

Gezielt gestreute Gerüchte über Überfälle von jüdischen Terroristen auf betende Moslems verbreitenden sich in zahlreichen arabischen Orten. Heilige islamische Stätten sollten sich in der Gewalt der Juden befinden. Aufgebrachte Araber zogen nach Hebron. Nachdem es zu wenige Polizisten gab, um die Situation zu entschärfen, wurde für die jüdische Bevölkerung ein Ausgehverbot verhängt. Dennoch gab es bald den ersten Torten.

Aufgrund der Krawalle in Jerusalem konnten keine zusätzlichen Sicherheitskräfte angefordert werden. In den frühen Morgenstunden des Folgetages begann ein beispielloses Massaker, dem 67 Juden, darunter 12 Frauen und drei Kleinkinder zum Opfer fielen. Auch neun Araber kamen im Zuge der Unruhe um, darunter ein Polizist, der beim Versuch, eine Jüdin zu erstechen, erschossen wurde. 

Die mehr als 400 jüdischen Überlebenden verdankten ihr Leben nicht der Polizei, sondern arabischen Nachbarn, die sie in Sicherheit gebracht hatten.

Bücherverbannung:

Nein, das ist kein Schreibfehler, auch kein Freud’scher Lapsus. Im «Keller Independent School District» (Keller ISD) in den USA werden 35.000 Studenten von 4.000 Mitarbeitern, davon 2.700 Lehrern unterrichtet. «Alles, was Keller ISD Angestellte anstreben, ist fokussiert auf eine aussergewöhnliche Bildungserfahrung.»

Die Bibliothekare mussten auf Anweisung der Schulleitung alle Exemplare einer bebilderten Ausgabe des Tagebuchs von Anne Frank aus den virtuellen und realen Bücherregalen entfernen. Das gleiche Schicksal mussten auch schon die Bibel und Dutzende andere Bücher erdulden. Angeblich stehen die Eltern einiger Schüler und Vorstandsmitglieder hinter dieser schändlichen Aktion. 

Die übrigen Bücher befassten sich u.a. mit LGBT-freundlichen Themen, sowie Rassentheorien. Auch Bücher mit jüdischen Themen wurden immer wieder aussortiert.

Kritik am Vorgehen der Schule kam von anderen, nicht beteiligten Eltern «Das ist ekelhaft. Es ist verheerend. Es ist ein [für die Schule] legitimes Buchverbot, daran führt kein Weg vorbei. Ich habe Mitleid mit den Lehrern und Bibliothekaren.»

Und das im Jahr 2022!!!

Archäologie:

In der Nähe der Beduinenstadt Rahat in der nördlichen Negev Wüste wurde bei Ausgrabungen ein grosses und komfortables Landgut entdeckt. Die Ruinen werden zurückdatiert auf etwa 800 bis 900 CE und damit in die Zeit der frühislamischen Periode.

Um einen zentralen Innenhof sind vier Flügel ausgerichtet. Ein Flügel verfügt über einen mit Marmorboden ausgelegten Festsaal, dessen Wände mit farbigen Fresken bemalt waren. Wie intensiv die Farben einstmals gewesen sein müssen, zeigen kleine Fragmente, die noch heute in den Farben Rot, Blau, Gelb und Schwarz strahlen. 

Andere Böden waren einfach nur mit gestampftem Lehm ausgelegt. Grosse Öfen dienten in den Küchen zum Zubereiten von zahlreichen Mahlzeiten, was auf einen entsprechend grossen Haushalt schliessen lässt.  

Unter den Gebäuden befindet sich in etwa 3 m Tiefe eine in Fels gehauene Wasserzisterne. Dazu gibt es in etwa 5.5 m unter der Oberfläche einen Höhlenkomplex, dessen Nutzung noch unbekannt ist. Wahrscheinlich dienten diese Räume als Lager für temperaturempfindliche Produkte. Die gut abgestützten unterirdischen Räume ermöglichten den Menschen einen gefahrlosen Aufenthalt und boten gleichzeitig Schutz vor den extrem hohen Temperaturen in diesem Gebiet. Dass es regelmässige Aktivitäten dort gab, belegen auch die zahlreichen Öllampen, die dort gefunden wurden. 

Am kommenden Donnerstag stehen die Ausgrabungen für einen Tag der interessierten Öffentlichkeit zur Besichtigung offen. 



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