Was geschah am 29. August?

2. Elul 5782

Wahlkampf 2022:

Die arabische Vereinte Liste könnte sich, wenn der derzeitige Trend anhält, zum Königsmacher bei den kommenden Wahlen entpuppen. Laut einer Umfrage planen derzeit nur 39 % der arabischen Bevölkerung an den Wahlen teilzunehmen, ein historisches Tief. Und falls sich, wie derzeit diskutiert wird, die Balad Partei aus der Vereinten Liste herausnehmen würde, dann würde sie mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht über die notwendigen 3.25 % kommen, um in die Knesset einzuziehen. 

Bisher lag die geringste Wahlbeteiligung 2021 bei 44.6 %, bei den Wahlen von 2020, als alle arabischen Parteien gemeinsam mit einer Plattform antraten, gingen sogar 64.8 % an die Urnen, was ihnen 15 Plätze einbrachte. In der derzeitigen Knesset ist die arabische Bevölkerung mit 10 Sitzen, vier davon in der Regierung vertreten. 

Nach ihren Wahlpräferenzen gefragt, würden durch die arabischen Stimmen aktuell 1 ½ Sitze für den Likud gezählt werden. Als Begründung, warum sie die rechte Partei von MK Netanyahu statt einer arabischen Partei planen zu wählen liegt, so ihre Aussage, in der Preissteigerung der Lebenshaltungskosten während des vergangenen Jahres. Mit diesem Wahlgeschenk der von ihm immer abgelehnten arabischen Wähler könnte Netanyahu dann tatsächlich die für eine Regierungsbildung notwendigen 61 Sitze in der Knesset erhalten.

Zionisten Kongress Basel:

1897/2022 Die Feierlichkeiten zum 125. Jahrestag des 1. Weltzionistenkongresses beginnen heute in Basel, wo auch der 1. Kongress stattfand. Präsident Isaac Herzog, der heute in Richtung Schweiz abgeflogen ist, wird neben der Teilnahme an dieser historischen Veranstaltung auch einiges an Touristischem geniessen. So wurde für ihn im «Hotel Drei Könige» das Zimmer reserviert, in welchem auch Theodor Herzl nächtigte. Da ist es schon fast und umgänglich, dass er seinen Blick von Balkon aus genauso über den Rhein schweifen lassen wird, wie es Herzl im Jahr 1897 tat. Wir dürfen gespannt auf das Ergebnis des Photoshootings sein. 

Die Stadt Basel hat sich sicherheitstechnisch bestens auf den Grossevent vorbereitet. Die Rheinschifffahrt, derzeit durch die Trockenheit schon drastisch eingeschränkt, wird gänzlich ruhen, auch der Luftraum über Basel ist weitgehend gesperrt. Insgesamt wurde ein Sonderbudget in Höhe von knapp € 6 Millionen aufgebracht. 

Bei der heute Abend im Stadtcasino stattfindenden Eröffnungsgala werden neben Präsident Isaac Herzog der Kantonsrat von Basel, Beat Jans, Wirtschaftsminister Guy Parmelin, der Vorsitzende des Weltzionistenverbandes Yaakov Hagoel und der Vorsitzender der Jewish Agency Doron Almog sprechen. 

Präsident Isaac Herzog wird sich auch mit dem Schweizer Präsidenten Ignazio Cassis, hohen Regierungsmitgliedern und Vertretern der Jüdischen Gemeinschaft treffen. 

Armut in Israel:

Knapp die Hälfte der 971.000 Einwohner von Jerusalem leben unter der Armutsgrenze.  In den 60er Jahren hat Prof. Friedman definiert, was Armut bedeutet. «Es ist nicht nur das Fehlen von Nahrungsmitteln, sondern das Fehlen eines Horizontes und das Fehlen einer Hoffnung auf eine bessere Zukunft.» In ganz Israel sind es knapp zwei Millionen der neun Millionen Einwohner, die dieses Schicksal teilen. 

Sie sind angewiesen auf die Hilfe von Organisationen, die Woche für Woche genau bemessene Nahrungspakete verteilen. Solche Organisationen gibt es verteilt in ganz Israel, jeden legt den Schwerpunkt auf etwas anderes. Es kann sein, dass eine Familie ein Paket erhält, oder auch mehrere. Ausreichend ist keines davon. Ein Beispiel: eine Flasche Oel, Traubensaft für den Kiddusch am Freitagabend und am Samstag, zwei Challot, die süssen Zopfbrote für den Schabbat, zwei Päckchen Teigwaren, zwei Tuben Tomatenmark, Zucker, Cornflakes, ein wenig frisches Gemüse und einige Milchprodukte. Vielleicht, wenn es gut geht, auch etwas Süssigkeiten für die meist zahlreichen Kinder. Andre Organisationen spendieren eine kleine Menge Huhn oder Fisch, vielleicht auch mal Obst. Es hängt davon ab, wie hoch die Spenden sind, um diese Pakete zu packen. 

Ja, man kann damit leben, man kann auch damit kochen. Genug ist es nie. Deshalb erhalten die Familie oft auch gleichzeitig Spenden von mehreren Organisationen. 

Was zu dieser Armut, aus der die Betroffenen sich fast nicht mehr befreien können, beigetragen hat, hat viele Gründe. Mangelnde Bildung mit der nur schlecht bezahlten Jobs angeboten werden, zu grosse Familien, Tod oder schwere Krankheiten des einzigen Erwerbstätigen in der Familie.  Ein Teufelskreis aus dem es kein Entkommen gibt. 

Manchmal gibt es statt der Waren auch Gutscheine oder Einkaufskarten, mit denen die Betroffenen selbst einkaufen gehen können. Tabak und Alkohol gibt es nicht zu kaufen. Kleidung und Kinderspielzeug sind streng rationiert. 

Wenn eine Familienfeier ansteht, so gibt es aussertourliche Pakete. Die bevorstehenden Hohen Feiertage stellen eine besondere Herausforderung an die Organisationen dar. Sie sollen im würdigen Rahmen gefeiert werden. 

Wie bescheiden das «würdige Mahl» dann auch ist.

Auch der grosse Anteil jener Menschen die unter der Armutsgrenze leben müssen, geh zurück auf 12 Jahre Likud Regierung. Da wurde nichts unternommen, die Situation zu entschärfen. 



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