Was geschah am 5. September?

9. Elul 5782

Geschichte:

1866 wird im Beisein vom preussischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck die Neue Synagoge in der Oranienburgerstrasse in Berlin Mitte eingeweiht. 

Die neue Synagoge war in Berlin notwendig geworden, nachdem die «Alte Synagoge», die im Jahr 1714 eingeweiht worden war, zu klein geworden war. 1670 waren die Juden aus Wien von Kaiser Leopold I. vertrieben worden waren. Treibende Kraft hinter dieser Vertreibung war seine Gattin, Kaiserin Margarita Theresa von Spanien (1651-1673). Der Kaiser war zugleich ihr Onkel, aber auch ihr Cousin. Grund für ihren Judenhass war die Schuld, die sie den Juden an ihren Fehlgeburten gab. 50 der vertriebenen Familien aus Wien siedelten sich in Berlin an. Das Gebäude glich einem Kirchbau ohne den dazu gehörenden Glockenturm.

Um 1860 zählt die jüdische Gemeinde in Berlin etwa 28.000 Mitglieder. Der Grundstein für das neue Gebäude an der Oranienburgerstrasse wurde 1859 gelegt, das Richtfest fand bereits 1861 statt. Auf Grund des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864 kam es zu Materialengpässen, so dass die Einweihung erst am Jüdischen Neujahrsfest des Jahres 1866 stattfand.

Auffallend, aber nicht ungewöhnlich für die damalige Zeit war der orientalische Baustil, der auch heute, nach der Wiederherstellung das Bild des gesamten Stadtviertels dominiert. Die jüdische Gemeinde spaltete sich im Zwist über das Erscheinungsbild, es kam zur Gründung einer zweiten Gemeinde.

Dass das Gebäude nicht den Brandschatzungen der Pogromnacht vom 9. November 1938 zum Opfer fiel, verdanken wir einem mutigen Polizisten, der sich den SA-Männern entgegenstellte und auf den Denkmalschutz des Gebäudes verwies. Der letzte Gottesdienst fand 1943 statt. Anschliessend diente das Haus der Wehrmacht als Uniformlager bis es durch Bombenangriffe schwer beschädigt wurde. Nach dem Krieg diente die Ruine als Lieferant für Baumaterial. 1958 wurden die noch stehenden, aber schwer beschädigten Gebäudeteile abgebaut. 

1988 wurde das «Centrum Judaicum – Stiftung Neue Synagoge Berlin» gegründet. Ziel war. es, die Synagoge wieder aufzubauen. Anfang der 1990er Jahre wurde die Jüdische Gemeinde Berlin wieder zum Eigentümer des Gebäudekomplexes. Die Verwaltung der Gemeinde, ein Museum, Veranstaltungs- und Schulungsräume, sowie ein Betraum der konservativen Masortibewegung im dritten Stock fanden hier ihre neue Heimat. 

1972 Heute vor 50 Jahren kam es zum dramatischen Terroranschlag anlässlich der Olympischen Spiele in München. Elf israelische Sportler, ein deutscher Polizist und fünf der Terroristen kamen bei diesem Anschlag ums Leben. Die Terroristen waren Mitglieder der Organisation Schwarzer September, einer zur PLO gehörenden Terroreinheit, die heute zur PA zugeordnet wird.

Nach langen Verhandlungen über die Höhe der Entschädigungszahlungen einigten sich die deutsche Regierung, die Stadt München und der Freistaat Bayern vor wenigen Tagen mit den Hinterbliebenen. Zusätzlich wird eine Untersuchungskommission gebildet, die die Schuldfrage Deutschlands an der misslungenen Befreiungsaktion klären und offenlegen soll.

Am Nachmittag fand in Fürstenfeldbruck eine Gedenkveranstaltung statt, an denen die beiden Präsidenten Isaac Herzog und Frank-Walter Steinmeier, sowie die Hinterbliebenen der Opfer teilnahmen. 

Die komplette Rede, die der deutsche Bundespräsident anlässlich der Gedenkstunde hielt, ist hier zu lesen. Auch die Übersetzung der Rede in englisch und Hebräisch können hier heruntergeladen werden. 

Ausgrabungen:

1500 Fragmente von teilweise aufwändig dekorierten Elfenbeinplättchen wurden bei Ausgrabungen in der «Davids Stadt» auf einem Parkplatz neben der Altstadt von Jerusalem gefunden. Das Gebäude, aus dessen Ruinen es geborgen wurde, gehört zu einem grossen Haus aus der Zeit um das 8. oder 7. Jahrhundert BCE. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Gebäude um ein Hauptquartier der Priester oder um einen der bisher noch nicht bekannten Königspaläste. 

Elfenbein, heute nicht mehr auf dem legalen Markt zu finden, war auch damals schon ein sehr teurer und seltener Rohstoff. Die Funde aus dieser Zeit belegen erneut die Bedeutung Jerusalems während dieser Epoche. Aber es war nicht nur der Wert, der das Elfenbein zu einem begehrten Material machte, es war auch das Symbol der Macht, der mit ihm in Verbindung gebracht wird. 

Die aufgefundenen und akribisch rekonstruierten Fragmente bilden Elemente in der Grösse von 5 x 5 cm und 0.5 cm Stärke, die als Intarsien in Holzmöbel eingearbeitet wurden. 



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