Was geschah am 7. und 8. September? 

12. Elul 5782

Wahlkampf 2022:

Der Junior Politiker und ehemalige IDF-Stabschef Gadi Eisenkot, derzeit als Nummer drei bei der neuen Partei der «Nationalen Einheit» gesetzt, ging gestern auf Konfrontationskurs zur Parteimeinung. 

Siedlungen in Judäa und Samaria würden auf Dauer Israel in eine Katastrophe führen. Dass er sich auf einer für die Presse geschlossenen Veranstaltung derartig offen zeigte, war verwunderlich. Irgendwo gab es eine Schwachstelle und der Zeitung «Israel Hayom» wurde der Mitschnitt seiner Rede zugespielt.

«Menschen, die das nicht verstehen … werden [uns] zu einem binationalen Staat führen.» sagte er und stellte sich damit in die lange Reihe der IDF-Generäle, die sich sowohl gegen den ausufernden Siedlungsausbau als auch gegen die endlose Kontrolle über die Palästinenser aussprachen. Beides bedrohe die Möglichkeit Israels, ein jüdischer und demokratischer Staat zu bleiben. Die Schuld an der Tendenz in diese Richtung gab er den MK Itamar Ben Gvir, Bezalel Smotrich, sowie einigen Abgeordneten des Likud. Bravo Gadi! Yshar koach!

Von der rechtsextremen Partei «Religiöser Zionismus» kam prompt eine Reaktion via Twitter. Bezalel Smotrich warf Eisenkot vor, linkspolitische Äusserungen zu tätigen, obwohl er Mitglied einer Mitte-Rechts-Partei sei. «Wenn es wie die Linke geht und wie die Linke riecht und wie die Linke quakt, dann ist es die Linke (auch wenn Gantz und Eisenkot ihre Linke in einige rechte und religiöse Feigenblätter gewickelt haben, um die Herzen der Rechten zu stehlen und Stimmen von rechts nach links übertragen)», twitterte er. Mit oder ohne Verlaub, das ist politischer, rechtsextremer Topfen!

MK Benjamin Netanyahu und einer seiner Lieblingsanhänger MK Miki Zohar werden, sie liessen sie verlautbaren. «…alles tun, um den rechtsextremen MK Itamar Ben Gvir in die Regierungskoalition aufzunehmen.» Zohar nannte Ben Gvir «…eine Person, die unter dem Strich ihren jüdischen Stolz bewahrt hat. Diejenigen, die denken, dass Itamar Ben Gvir eine schreckliche Person ist, die nichts für Israel leistet, liegen bitter falsch und lügen rundheraus. Er glaubt an sehr viele Prinzipien, an die auch wir im Likud glauben – und es gibt auch Bereiche, in denen wir nicht seiner Meinung sind.»

Wir kennen das Papamobil, und jetzt haben wir noch ein zweites Mobil kennenlernen müssen. Es trägt den Namen «Bibiba-Mobil» ביביבא was nichts anderes bedeutet, als «Bibi kommt». Hinter kugelsicherem Glas tourt MK Netanyahu damit neuerdings während seiner Wahlrundreise kreuz und quer durch Israel. 

Die Premiere war in Tel Aviv, wo eine grölende, pfeifende Menge den Auftritt quittierte und ins Lächerliche zog. Kein Kandidat zum Anfassen mehr, sondern ein Kandidat, er um sein Leben fürchtet, Er hat ja auch allen Grund dazu. Wir erinnern an seinen Auftritt wenige Wochen vor der Ermordung des damaligen PM Jitzchak Rabin, s’’L , bei einer Veranstaltung in Jerusalem. Netanyahu brachte mit hocherhobener Faust das Volk in Stimmung, um sie gegen den Amtsinhaber aufzuwiegeln. Wir kennen das dramatische Ende.

Das «Bibiba-Mobil» wurde vom Likud für 60 Tage für ein Spottpreis von US$ 205.000 gemietet. Gezahlt mit Spendengeldern der getreuen Likud Anhänger. 

Peter Lerner, ein ehemaliger IDF-Sprecher verzierte das lächerliche Gefährt mit einem Hinweis auf die Rechtsfälle, die MK Netanyahu immer noch bedrohen: Er zeichnete ein Gitter auf das Glas, nun sieht es aus, wie das Fenster eines Gefängniswagens. 



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