Was geschah am 23. bis 25. September?

29. Elul 5782

UN-Generalversammlung:

Er wird begrüsst als SE Dr. Mahmoud Abbas, Präsident des Staates Palästina. Und er lügt vom ersten bis zum fast letzten Satz seiner Rede. Nein, er hat die UN-Generalversammlung nicht explizit aufgefordert, den Staat Palästina anzuerkennen. Das war allgemein erwartet worden. Seit dem 15. Januar 2005 ist er der amtierende Präsident der PA. Nicht von Palästina. Denn das gibt es immer noch nicht. Seit dem 10. Januar 2009 hat er offiziell keine demokratische Legitimierung mehr für sein Amt.

Mal sprach er von 5 Millionen Palästinensern, kurz darauf von 15 Millionen. Das palästinensische statistische Zentralamt gibt die Zahlen für Ende 2020 wie folgt an: Weltweit leben 13.7 Millionen, ok, dann können es derzeit etwa 15 Millionen sein. 6.8 Millionen leben laut dieser Quelle im «Staat Palästina», 6.2 Millionen in arabischen Staaten und 738 Tausend in anderen Staaten. Das israelische Zentralamt gibt für den gleichen Zeitraum knapp 1.7 Millionen arabische Bürger in Israel an, in Gaza, sowie in Judäa und Samaria leben weitere 4.8 Millionen. Insoweit ist die Angabe von 6.8 Millionen nicht ganz falsch. Allerdings muss man festhalten, dass sowohl die in Israel als auch die in arabischen und «anderen Staaten» lebenden Palästinenser Staatsbürger des jeweiligen Landes sind. Über diese Tatsache schweigt die UNWRA und schweigt die PA. 

Von den USA, Grossbritannien und Israel forderte er vehement die Anerkennung der «50 Massaker von 1948 bis heute» und der zahlreichen weiteren Verbrechen gegen «sein Volk». Es solle aber nicht bei ihrer Anerkennung bleiben, sondern sie sollten auch abgegolten werden. «Gleichgültig welche Summe Sie anbieten werden, wir werden sie annehmen.» Mit dieser Aussage wiederholte er nahezu wortgetreu seine infame Aussage in Berlin vor wenigen Wochen, als er von «50 Holocausts gegen die Palästinenser» sprach.

Er lamentierte über 7 Jahre alte Kinder, die «massenhaft» in israelischen Gefängnissen einsitzen müssten. 

Israel hätte sich immer wieder geweigert, demokratische Wahlen bei den Palästinensern zuzulassen, dabei seien sie jederzeit dazu bereit. Israel würde Palästinenser zwingen, mit ihren eigenen Händen ihre Häuser zu zerstören, oder, falls sie das nicht täten, würden sie für den Abbruch durch die IDF bezahlen müssen. …..

Die Dolmetscherin beherrschte, es war am Zungenschlag zu hören, die arabische Sprache als Muttersprache. Manchmal gelang ihr die Übersetzung nur stockend, vielleicht konnte sie selbst nicht glauben, was sie da hören musste. 

Der letzte Satz seiner Rede drückte jedoch eine echte Notwenigkeit aus «Meine Damen und Herren, ich brauche eine Lösung.»

Der israelische Botschafter zur UNO, Gilad Erdan nahm unmittelbar nach der Rede auf seinem Twitter Kanal Stellung «In einer wahnhaften Rede, gespickt mit Lügen und losgelöst von der Realität, bewies Abu Mazen einmal mehr, dass seine Zeit abgelaufen ist. Immer wieder nutzt er die UN-Plattform, um gegen Israel aufzuhetzen und die von ihm finanzierten Terroristen zu unterstützen.» Zum geplanten Antrag des nicht vorhandenen Staates Palästina zur Vollmitgliedschaft bei der UNO hielt er fest «Wir werden alles tun, dass dieses Ansuchen bereits im Sicherheitsrat gestoppt wird.»

Israel-Gaza:

VM Benny Gantz hat gemeinsam mit COGAT beschlossen, die Zahl der Arbeitsbewilligungen für Gazaner um weitere 1.500 anzuheben. Die neuen Bewilligungen werden unmittelbar nach Rosh Hashana gültig. 

Es gibt einen Plan, die Zahl bis auf 20.000 anzuheben. Das ist fast eine Verdreifachung der Bewilligungen gegenüber dem Jahr 2021, als es zum gleichen Zeitpunkt nur 7.000 Papiere gab. 

Die Bewilligungen gelten sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbstständige, die in Israel Handel betreiben wollen. 

Im Jahr 2020 wurden 122.400 Einreisen aus Gaza nach Israel verzeichnet, im Jahr 2021 waren es schon 163.500 und im laufenden Jahr 2022 wurden bis heute bereits 672.000 gezählt. Diese Zahlen beinhalten nicht Einreisen aus humanitären Gründen.

Während in Gaza ein durchschnittlicher Arbeitnehmer pro Tag mit einem Einkommen von NIS 60 rechnen darf, erhält er in Israel für den gleichen Zeitraum NIS 400.

Sport: 

Die israelische Damen Wasser Polo Mannschaft hat sich erstmals mit einem überragenden Sieg für die Weltmeisterschaft in Japan im kommenden Jahr qualifiziert. 

Ebenfalls qualifiziert hat sie die Damenmannschaft in der Sportart rhythmische Gymnastik. Sie haben sich einen fixen Startplatz bei der nächsten Olympiade gesichert.

Beiden Mannschaften einen herzlichen Glückwunsch!

Hohe Feiertage:

Am gestrigen Donnerstag versammelten sich etwa 35.000 Menschen an der Kotel. Dort fanden traditionsgemäss die ersten gemeinsamen Slichot Gebete statt. Ein weiteres Mal werden die zweiten öffentlichen Gebete in der Nacht vor Rosh Hashana um kurz nach Mitternacht stattfinden. Die gesamte Altstadt ist während der ganzen Zeit für den privaten Verkehr gesperrt.

Geschichte: 

Mitten in den Great Smoky Mountains, an der Grenze zwischen Tennessee und North Carolina ist eine neue Touristenattraktion entstanden. In einem Nachbau des Bugs der «Titanic» im Verhältnis 1:2 findet man ein typisch amerikanisches edutainment Museum. Was auf den ersten Blick etwas kitschig und lächerlich scheint, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als ein wohldurchdachtes Projekt. Eine Hommage an die Titanic und ihre erste und zuletzt letzte Fahrt über den Atlantik. Es waren etwa 70 jüdische Gäste und mindestens zwei jüdische Mitarbeiter an Bord. 

Es gab für alle Klassen eine koschere Küche, wo strikt koschere Mahlzeiten vom jüdischen Küchenchef, Charles Kennel, vorbereitet und auf strikt koscherem Geschirr serviert wurde. Natürlich getrennt für milchige und fleischige Gerichte. 

Die ausgestellten Artefakte stammen nicht von der Titanic und auch nicht von ihrem Schwesterschiff Olympic. Sie stammen allesamt aus den Magazinen der White Star Linie.

Familienzusammenführung:

In der IDF dienen regelmässig einige Hundert sogenannter «lone soldiers», junge Menschen, die aus ihren Heimatländern allein nach Israel gekommen sind, um freiwillig in der IDF zu dienen.

Für die Familien und die jungen Soldaten ist dies immer eine Herausforderung, bedeutet es doch, dass sie monatelang voneinander getrennt sind. In Israel werden die «lone soldiers» speziell betreut. Neben dem Dienst in der IDF werden regelmässig Ausflüge und Vorlesungen für sie organisiert, an den Wochenenden leben sie in eignen Wohnungen. 

Für 19 Soldaten, die noch vor dem Krieg aus der Ukraine nach Israel gekommen waren, wurde ein spezielles Programm für die Hohen Feiertage organisiert. Mit Hilfe der «International Fellowship of Christians and Jews» wurde ein Flug nach Moldawien organisiert, während ihre Familien mit Bussen aus der Ukraine dorthin gebracht wurden. Sie werden bis nach Rosh Hashana gemeinsam in Chisinau, der Hauptstadt Moldawiens verbringen. 

Derzeit dienen in der IDF etwa 370 Ukrainer.

Wegen des am Sonntagabend beginnenden jüdischen Neujahrsfestes, melde ich mich erst wieder am Mittwoch, den 28. September nach Ende des Feiertages. 

Ich wünsche alle Lesern שנה טובה ומתוקה וחג שמח!



Kategorien:Aus aller Welt, Timeline

1 Antwort

  1. Man stelle sich nur vor, Deutschland hätte mit den 2,5 Mio 1945 geflüchteten Sudetendeutschen ebenso verfahren, sie nicht integriert und dafür in Flüchtlingslager gesteckt und ihnen dann dazu den vererbbaren Flüchtlingsstatus gewährt! Unvorstellbar die Situation, die daraus entstanden wäre! Aber wenn es um die sog. Palästinenser geht, die größtenteils illegal ins jüdische Mandatsgebiet eingewandert waren, da hört das Hirn der meisten auf zu funktionieren….und es fließen Millisrden

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