20. Tishri 5783
Nationalismus – Rassismus – Extremismus – Terrorismus:
Es gibt immer noch unglaublich blauäugige Menschen, die von MK Itamar Ben Gvir von der Otzma Jehudit Partei sagen, er sei ein «Polit Clown» und ihm auf den braunen Leim kriechen.
IM Ayelet Shaked, die derzeit ihr Fähnchen jeden Tag aufs Neue in den immer mehr auffrischenden politischen Wind hängt, bezeichnet ihre arabischen Kollegen in der Knesset «Terroristen im Anzug», stellt sich aber hinter Ben Gvir. Wenn ein Abgeordneter den Titel verdient, dann ist es Ben Gvir.
Am Donnerstag zog er bei einer «Besuchstour» in Sheik Jarrah, seinem Lieblingsort für aggressiven Aktivismus, wo sich Israelis und Palästinenser weder einmal mit Steinen bewarfen, eine Pistole, als er sich bedroht zu sein glaubte. Er schoss zwar nicht, forderte aber die Polizei auf, das Feuer auf die Palästinenser zu eröffnen. Die Waffe zog er erst, nachdem er sich hinter einem LKW in Sicherheit gebracht hatte. Also völlig überflüssig, aber medienwirksam.
Noch mediengeiler präsentiert er sich auf Twitter. Mit zwei seiner fünf Sprösslinge zeigt er sich in einer Art «Spielhalle». Die beiden Kids, von ihm wohl angestiftet, zielen mit Maschinengewehren auf etwas nicht Erkennbares. Dazu schreibt er: «Nach den Unruhen in Shimon Hatzadik nahm ich die Kinder mit zu ihren Spielen, um ihnen beizubringen, wie man mit Terroristen umgeht. Frohe Feiertage und Shabbat Shalom!» Das Bild entspricht genau dem Bild, dass die Palästinenser immer wieder mit ihren Kindern veröffentlichen. Diese üble Hetze zeigt genau dasselbe Verhalten.
Politiker oder Terrorist, man kann sie nicht immer voneinander trennen.
Wahlkampf:
Nur noch 17 Tage sind es bis zur kommenden Wahl in Israel am 1. November. Man kann sich vorstellen, dass die Nerven einiger Politiker, gleichgültig ob rechts, links oder zentralistisch beginnen, blank zu liegen.
Bei einigen Parteien geht es schlicht um das politische Überleben, ob es ihnen gelingen wird, die magische Grenze von 3.25 % zu überspringen. Andere müssen/dürfen sich fragen, ob sie als Königsmacher für eine rechte, also die von MK Netanyahu angeführte Koalition eingeladen werden, oder ob es die eher von rechts bis links angesiedelten Parteien unter der Führung von PM Lapid sind, die ihre Stimmen brauchen.
Als selbstbewusste Königskobra versteht sich IM Ayelet Shaked, die mit derzeit drei Sitzen nicht in die Knesset einziehen würde. MK Netanyahu weiss, dass er sie unbedingt braucht, wenn er 61 oder gar mehr Sitze erreichen will.
Vielleicht entpuppt sich aber auch Hadar Mukhatar, politische Newcomerin und tiktok Star, als diejenige, die mit ihrer Partei «Youth on Fire» zur Unterstützerin für MK Ben Gvir und damit auch indirekt für MK Netanyahu wird. Ihnen fehlen laut eigenen Angaben nur mehr 35.000 Stimmen, um in die Knesset einzuziehen.
Derzeit dümpelt der Likud bei 32 Sitzen. Die ultra-rechten-nationalistischen-rassistischen Religiösen von MK Ben Gvir und MK Smotrich dürfen mit 13 Sitzen rechnen, die orthodoxen Parteien Shas und Vereintes Torah-Judentum beanspruchen 15 Plätze. Das ergibt einen derzeitigen Stand von 60 Parlamentariern, die MK Netanyahu hinter sich scharen kann.
Auf der anderen Seite steht Yesh Atit, von PM Lapid bei 24 Sitzen, VM Benny Gantz darf mit seiner Nationalen Einheit auf 12 Plätze hoffen. Ysrael Beitenu, Merez und die Arbeiterpartei, derzeit Koalitionsparteien kommen derzeit auf 16 Plätze. Ra’am, ebenfalls derzeit Koalitionspartner steht bei 4 Plätzen. Also stützt sich die derzeitige Koalition auf 56 Fixstarter.
Aber, wie schon Heraklit sagte: «Alles fliesst». Bis die Israelis an die Urnen gerufen werden, fliesst noch viel Wasser den Yarkon Fluss hinunter.
Wenn Kunst auf Design trifft:
Jeder jüdische Haushalt weltweit hat zumindest eine Mesusa, die am rechten Türpfosten angebracht wird.
Alle haben eines gemeinsam, im Inneren der Mesusa befindet sich handgeschrieben auf Pergament der erste Abschnitt des «Shma Israel» Gebetes. Neben dieser strikten halachischen Vorschrift sind der «Umhüllung der Mesusa» keine Grenzen in der Ausgestaltung gesetzt.
Wir haben Mesusot aus Metall, aus Olivenholz, aus Keramik und eine ganz besondere aus Silber. Statt des Pergamentes ist der Text hier auf eine feine Rolle aus Gold geprägt, halachisch einwandfrei, ein kleines Kunstwerk.
Die israelische Innenarchitektin und Designerin Irma Orenstein hat in Zusammenarbeit mit der weltbekannten Glasbläserei Lalique eine spezielle Mesusa für das Haus des israelisch-kanadischen Philanthropen Sylvan Adams entworfen. «Wenn ich kein entsprechendes Accessoire finden kann, dann entwerfe ich es eben selbst.»
In diesem Fall war es eine Chrystal Mesusa, durchscheinend, mit diversen Halbedelsteinen, die an das Oberkleid des Hohen Priesters erinnern, geschmückt. Die Preise für dieses exklusive Objekt variieren zwischen € 900 und € 3.600.
Palästinensische Wahlen:
Im Gegensatz zur Meinung des PA Präsidenten Mahmout Abbas hat sich Israel noch nie gegen die Durchführung von Neuwahlen gestellt. An UNO hat er wieder einmal krass gelogen! Warum auch? Immerhin ist die politische Uhr des derzeitigen Präsidenten schon lange abgelaufen und auch wenn man sagt, «es kommt selten etwas Besseres nach», in diesem Fall hoffen wir alle, dass nach Abbas einiges besser wird.
Erstmals haben sich Fatah und Hamas, die seit mehr als 15 Jahren um den Machtanspruch in den palästinensischen Gebieten kämpfen auf eine gemeinsame Wahl geeinigt.
Die Wahlen sollen innerhalb eines Jahres abgehalten werden.
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