27. Tishri 5783
Geboren:
1844 wurde in Paris Marie Henriette Rosine Bernardt geboren, die unter dem Namen Sarah Bernhardt später Schauspielerin wurde und wohl zu Recht als eine der ersten Weltstars gekürt wurde. An ihrem Geburtshaus wurde zu ihrem 100. Geburtstag, 1944, eine Gedenktafel mit dem Untertitel «Gloire de notre Théâtre» angebracht.
Ihr Vater war unbekannt, ihre Mutter eine jüdische Kurtisane. Die ersten acht Lebensjahre wurde sie von einem Kindermädchen betreut, kam dann in ein Pensionat und später in eine Klosterschule.
Mit erst 14 Jahren wurde sie zur Ausbildung an der Comédie-Française zugelassen, was nur auf Intervention des Liebhabers ihrer Mutter, einem Halbbruder von Napoleon III. möglich war. Mit 18 Jahren debütierte sie in der Titelrolle der Iphigénie von Racine.
Während des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 arbeitete sie als Krankenpflegerin. Nach dem Krieg begann ihr kometenhafter Aufstieg, der ihr bald die Beinamen «Die Göttliche» und «Die goldene Stimme» einbrachten. Das war es schliesslich auch, was ihren Erfolg ausmachte: Ihre Stimme, ihre Bewegungen und ihr Temperament.
Ab 1879 ging sie mit ihrer eigenen Companie auf Tournee. London, Russland, USA, Italien, Griechenland, Ungarn und zahlreiche andere europäische Staaten standen auf dem Plan. Zu ihren grössten und bekanntesten Bewunderern gehörten Zar Alexander III. und Königin Victoria.
1882 heiratete sie den als Schauspieler glücklosen Jacques Damala, für den sie sogar ein eigenes Theater gründete. Dieser finanzierte jedoch hauptsächlich seine Morphinsucht aus den wenigen Einnahmen. Nach einer jahrelangen on-off Beziehung verstarb er bereits 1889 an den Folgen seiner Sucht.
Die entstandenen Verluste musste sie mit einer erneuten Tournee abdecken, übernahm aber zusätzlich das Théâtre Sarah-Bernhardt in Paris, das sie bis zu ihrem Tod selbst führte.
Ihr exzentrischer Lebensstil inspirierte Marcel Proust zu seinem Roman «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit». Sarah Bernhardt und ihr Partner boten dabei die Vorlagen zu den beiden Protagonisten La Berman und Swann.
Nach einem Bühnenunfall musste 1915 ihr rechtes Bein ab der Hüfte amputiert werden. Trotz der Prothese arbeitete sie weiter.
Neben der Bewunderung erntete sie aufgrund ihres Lebensstils auch immer wieder heftige Kritik, die teilweise auch sehr antisemitische Züge enthielt.
Sie verstarb am 26. März 1923 in Paris und wurde auf dem Friedhof Père Lachaise beigesetzt.
1949 wird in Tel Aviv der ehemalige PM und derzeitige MK Benjamin Netanyahu geboren. Mit 73 Jahren ein gutes Alter, um in den Ruhestand zu gehen und das Leben jenseits der Politik zu geniessen. Ich kann mir dazu schlechtere Orte als Caesarea vorstellen. Herzlichen Glückwunsch und ein langes, gesundes Leben im wohlverdienten Ruhestand.
Wahlkampf 2022:
Bisher hat MK Benjamin Netanjahu jede Kooperation mit einer arabischen Partei dezidiert ausgeschlossen. Mehr als das, er nannte sogar die in der derzeitigen Koalition mitarbeitende Ra’am Partei unter MK Mansour Abbas «Terrorunterstützer».
Nun stellte der amtierenden Bürgermeister von Nazareth, Ali Salem, gestern fest: «Ihr werdet es erleben, dass der Likud ultimativ mit den Arabern in der Regierung sitzen wird. Ich habe vor Kurzem mit Netanyahu gesprochen. Wenn es für ihn gut ist, wird er mit uns in der Regierung sitzen.»
Der Likud reagierte sofort «Eine komplette Lüge, ein Dreh, der die Verbindung zwischen linken Parteien und antizionistischen Terror unterstützenden Parteien legitimieren soll.»
Ali Salem, der als einer der wenigen arabischen Gesprächspartner von Netanyahu gilt, rief weiterhin die arabischen Bürger auf zu den Wahlen zu gehen «Es ist gleichgültig, für wen ihr stimmt, es geht darum, den Wähleranteil zu erhöhen.»
Protest gegen Rechtsextremismus:
Joey Schwebel, seit 22 Jahren CEO der kanadischen Textilgruppe «Trimera Brands», zu der auch das bekannte israelische Bademoden Design «Gottex» gehört, aber auch Wiederverkaufsketten wie Zara, und Massimo Dutti, ist ein kanadisch-israelischer Unternehmer. In Israel vertritt Trimera auch Ketten wie GAP und NIKE.
Am Donnerstagabend empfing er in seinem Haus in Ra’anana den Vorsitzenden der rechtsextremen und ultra-nationalistischen Otzma Yehudit Partei, MK Itamar Ben Gvir.
MK Itamar Ben Gvir hat in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder durch seine rassistischen Aussagen gegenüber der arabischen Minderheit für Aufsehen gesorgt.
Jetzt haben arabische und beduinische Aktivisten Modeartikel der Marke Zara verbrannt, um zum Boykott des beliebten Modelabels aufzurufen. Der Grund der Kleiderverbrennung war, dass das Label wegen Schwebels Unterstützung von MK Ben Gvir als «faschistisch» bezeichnet wurde. Unter den Protestierenden war der Bürgermeister von Rahat, Fayez Abu Sahiban, der betonte «Unsere Haltung gegenüber Läden wie diesen, die den Faschismus unterstützen, muss klar sei.»
Pilgerreise:
Im Jahr 1466 machte ein Schweizer Ritter namens Adrian von Bubenberg I. (1434 bis 1479) aus Bern eine Pilgerreise in nach Jerusalem. Dort erhielt er den Ritterschlag zum «Ritter vom Heiligen Grab». Dieser Orden ist neben den Maltesern der zweite päpstliche Orden.
Ab 1468 wurde er mehrfach zum Schultheiss der Stadt Bern gewählt. 1476 führte er das Heer zu einem Sieg in Murten über das Heer der Burgunder.
1479 verstarb er, nachdem sich eine Verletzung mit einem Gasbrand entzündet hatte.
Archäologen haben nun, ausgestattet mit moderner Technologie, im Abendmahlssaal in Jerusalem seinen Schriftzug und das skizzierte Familienwappen der Bubenbergs freigelegt. Dieser Raum ist Teil des Gebäudekomplexes, in dem sich auch das Leergrab von König David befindet.
Die Zeichnung ist mit Kohle direkt auf die Wand gemalt. Es war durchaus üblich, dass Pilger ihre Unterschriften an den Wänden der von ihnen besuchten Orte hinterliessen. Etwa weitere 40 Schriftzüge und Zeichnungen wurden entdeckt, die alle aus dem 14. und 15. Jahrhundert, also aus der Zeit der Mamelucken stammen.
Die Praxis, sich selbst dort zu verewigen, sei kein Zeichen von Disrespekt gewesen, sondern nur der Beleg, dass man dort gewesen sei. Ein antikes Gästebuch.
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