01.Cheschwan 5783
Wetter in Israel:
Pünktlich zu Beginn der in den Gebeten erhofften Winter Regenzeit haben in weiten Teilen des Landes Regenfälle eingesetzt. Das winterliche Wetter soll bis in die kommende Woche hinein anhalten und sich vom Norden bis in den Negev ausbreiten.
Es wird mit den ersten Überflutungen in südlichen und östlichen Wadis gerechnet.
Der Kinneret, der wichtigste Süsswasserspeicher des Landes, steht mit -210.20 m nur mehr 1.40 m unter der maximalen Höhe. Gegenüber dem Vergleichstag vom Vorjahr ist die Wasserhöhe um 40 cm höher.
Die Temperaturen, die am Wochenende noch um die 30° lagen, werden in den kommenden Tagen auf unter 20° absinken.
Der Wahltag am kommenden Dienstag könnte regnerisch werden. Ob das Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung hat, bleibt abzuwarten.
Diplomatie:
Israels Präsident, Isaac Herzog, befindet sich derzeit auf seinem ersten Besuch in den USA, seit er das Amt am 9. Juli 2021 übernommen hat.
Gestern traf er zunächst mit FM Anthony Blinken zusammen. Beide betonten, dass die freundschaftlichen Beziehungen zwischen ihren Staaten die Grundlage für wesentliche Entscheidungen in der Zusammenarbeit darstellen. Blinken hob dabei besonders die Bedeutung der gerade verhandelten und beschlossenen maritimen Grenzziehung hervor. «Das wirklich historische Abkommen zwischen dem Libanon und Israel über die maritime Demarkation bietet sowohl Israel als auch dem Libanon die Aussicht auf tiefgreifende wirtschaftliche Vorteile in Bezug auf die Ressourcen, die unter dem Ozean liegen, aber auch als ein Weg, Frieden und Stabilität zu schaffen als dauerhaftes Merkmal der Beziehung, nicht als Konflikt.»
Anschliessend traf er mit der Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, zusammen. Von ihr wurde er zu einer gemeinsamen Sondersitzung des US-Kongresses im kommenden Jahr eingeladen. Anlässlich des 75. Jahrestages der Gründung des modernen Staates Israel wird er eine Rede vor dem US-Kongress halten.
Im Jahr 2015 hatte der damalige PM Benjamin Netanyahu einen Auftritt im Kongress erschlichen, ohne diesen mit dem damaligen Präsidenten, Barak Obama, abzustimmen. Demokratische Abgeordnete sahen in seinem Auftritt nichts anderes, als den Versuch, Pluspunkte für die bevorstehenden Wahlen im Frühjahr 2015 zu gewinnen. Warnende Worte, dass dieser Auftritt die langfristigen guten Beziehungen wegen eines kurzfristigen scheinbaren Gewinns zerstören können, liess er unbeachtet. Zahlreiche demokratische Abgeordnete boykottierten den Auftritt und Präsident Barak Obama äusserte deutlich sein Missfallen.
Somit kann man sagen, dass diese Einladung an Präsident Isaac Herzog die erste an einen israelischen Politiker ist.
Im Laufe des heutigen Mittwochs wird Präsident Isaac Herzog noch mit US-Präsident Joe Biden und Sicherheitsberater Jake Sullivan zusammentreffen.
Israelisches Fehlverhalten:
Gleich mehrere Mitglieder IDF werden sich für unprofessionelles und inadäquates Verhalten gegenüber einem von ihnen Festgenommenen verantworten müssen. Das Video, aufgenommen von einem Passanten, zeigt wie zwei Soldaten zunächst relativ ruhig mit einem zwischen ihnen stehenden Mann, den sie festhalten, sprechen.
Dann eskaliert die Situation, als zwei weitere Soldaten ihnen zu Hilfe kommen. Die nachfolgenden Sequenzen zeigen, wie sie ihn prügeln, zu Boden werfen und mit Tritten quälen.
MK Ahmad Tibi kommentierte das Video «So ist es, wenn ein junger Beduine in Israel festgenommen wird. Zwei Soldaten halten ihn fest und weitere kommen dazu und schlagen ihn.»
Der Vorfall fand in einer unbewilligten Siedlung von Beduinen im Süden des Landes statt, wo die Soldaten, gemeinsam mit der Polizei nach illegalen Waffen suchten. Der Festgenommene habe sie, so die Soldaten, bedroht und sie hätten aus berechtigter Notwehr gehandelt.
Ob das so war, wird nun eine entsprechende Untersuchungskommission beurteilen müssen.
Ebenfalls einer intensiven Untersuchung wird sich ein Sicherheitskoordinator der Siedlerbewegungunterziehen müssen. Er trug eine Uniform der IDF, berechtigter- oder unberechtigterweise. Der Zwischenfall, für den er geradestehen muss, zeigt ihn, wie er, gemeinsam mit anderen Siedlern Gas-Granaten auf Palästinenser wirft.
Es handelt sich dem Mann nicht um einen Soldaten der IDF, sondern um einen zivilen Mitarbeiter der Siedler der Har Bracha Siedlung in der Nähe von Nablus.
Holocaust Gedenken:
TikTok Star Montana Tucker schreibt auf ihrer Webseite
«Ich bin mehr als traurig und habe Bauchschmerzen bei all dem ANTISEMETISMUS, der in unserer Welt vor sich geht. WIE ist HASSEN gegenüber JEDER Religion, Rasse, ethnischen Zugehörigkeit, sexuellen Präferenz usw. erlaubt/toleriert?!? Meine Grosseltern sind Holocaust-ÜBERLEBENDE – 77 Jahre später und das passiert immer noch?! • Begleiten Sie mich auf meiner Reise um die Welt, um die Gräueltaten des Holocaust mitzuerleben, und tauchen Sie noch tiefer in die Holocaust-Überlebensgeschichte meiner Familie ein. Ihre Geschichte mit Ihnen zu teilen, ist das Sinnvollste, was ich jemals mit meiner Plattform tun konnte.»
Am 1. November wird sie die erste Folge ihrer Kampagne posten, bei immerhin 8,7 Millionen (!) Followern könnte ihr Projekt für Jugendliche einen wesentlichen Beitrag in der Bewusstseinsbildung zur Shoa darstellen.
Kategorien:Aus aller Welt, Timeline
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