7. Cheschwan 5783
Wahlen:
Heute sind etwa 6.200.000 Wähler aufgerufen, ihre Stimme in einer der 12.000 Wahlstationen im ganzen Land abzugeben. Das sind 196.000 mehr als bei den letzten Wahlen. Etwa 600.000 Israelis leben im Ausland und können deshalb nicht wählen. Die Wahllokale sind seit 7 Uhr geöffnet und schliessen um 22 Uhr. Unmittelbar nach der Schliessung werden die ersten Hochrechnungen erwartet.
Zu einem unangenehmen Zwischenfall kam es in Bet Shemesh. Ultra-orthodoxe Extremisten verunreinigten das Wahllokal mit einer übelriechenden Flüssigkeit, um die Wähler von der Abgabe der Stimmen abzuhalten. Der Ort war nicht mehr benutzbar, das Wahllokal wurde in eine benachbarte Lokalität verlegt.
Bis zum 10 Uhr hatten bereits 15.9 % aller Wähler ihre Stimme abgegeben. Das ist die höchste vergleichbare Zahl seit 1981. Bei der damaligen Wahl zur 10. Knesset waren 10 Parteien in die Knesset eingezogen. Likud und HaMa’arach lagen mit 48 bzw. 47 Sitzen nahezu gleichauf. HaMa’arach war eine Verbindung von linken und zionistischen Parteien, die mit einer Unterbrechung von 1965 bis 1991 bestand. Ministerpräsident blieb Menachem Begin (1977 – 1983). Um 12 Uhr lag heute die Wahlbeteiligung bei 28.4 %, der höchste Wert seit 1999. Nach jener Wahl sassen15 Parteien in der Knesset. PM wurde Ehud Barak von der zentrumsnahen Parteiplattform «Ein Israel». Um 14 Uhr hatten bereits 38.9 % aller Wahlberechtigten gewählt, unverändert der höchste Wert seit 1999. 47.5 % waren bereits um 16 Uhr an den Wahlurnen, also sechs Stunden, bevor die Wahllokale schliessen. Die neuesten Zahlen zeigen, dass die Wahlbeteiligung um 19 Uhr bei 62.5 % liegt.
Im arabischen Sektor lag die Wahlbeteiligung leider nur bei 12 % um 12 Uhr, und bei 17 % um 14 Uhr, das ist weniger als bei den vergangenen Wahlen. Um 20 Uhr war er immerhin. Auf 44 % angestiegen ein nahezu gleicher Wert wie, bei den letzten Wahlen.
Von den besonderen Wählergruppen haben 61 % der Gefangenen und 71 % der Vollzugsbeamten gewählt. In den Justizanstalten werden die Wahlstationen um 20 Uhr schliessen. Bei den Soldaten lag die Beteiligung bis 18 Uhr bei 65 %.
Negativer Rekordhalter bei der Wahlbeteiligung ist das Drusendorf Buqata auf dem Golan. Bis 14 Uhr hatten nur 74 der 700 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Diplomatie:
Gestern nahm Präsident Isaac Herzog die Akkreditierungsschreiben von sechs neuen Botschaftern entgegen.
Der Präsident begrüsste die neuen Diplomaten in seiner Dienstvilla. Vier der neuen Botschafter haben ihren Amtssitz (noch) nicht in Israel. Nacheinander erschienen Alexandr Roitman (Moldawien), Lydia Ofusua Amarty (Ghana), Shebba Shumbayaoda (Zimbabwe), Zoe Coulson-Sincalair (Neuseeland), Munkhbayar Gombosuren (Mongolei) und Ilana Seid (Palau). Damit sind vier der sechs neuen Chefdiplomaten erstmals Frauen.
Der Botschafter von Zimbabwe ist in Kairo stationiert, die Botschafter von Neuseeland und der Mongolei residieren in Ankara. Der Vertreter von Palau lebt mit seiner Familie in New York.
Eine neue Botschaft wird nach mehr als 30 Jahren von Azerbaijan in Israel installiert werden. Die beiden Staaten pflegten in den Jahren zwar intensive Beziehungen, wie ein Regierungsmitglied des Landes, Arzu Naghiyev betonte «Israel ist unser Partner mit politischer, militärischer, wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung. Die Eröffnung der Botschaft kann nur aus technischen Gründen verzögert werden.» Bisher hatte Azerbaijan eine Handels- und Tourismusvertretung in Israel, wohingegen Israel seit 1993 eine Botschaft in Baku unterhält.
Das Land teilt eine 420 km lange Grenze mit dem Iran. Diese Tatsache hatte bei den Mullahs immer wieder zu der Vermutung geführt, dass Israel von dort verdeckte Aktionen gegen den Iran ausführen würde, was aus Baku regelmässig verneint wird.
Naturphänomene:
Kaum, dass die Herbstzeit beginnt, kommt es in der Nähe vom Kraftwerk in Hadera regelmässig zu einem Naturphänomen. In der Zeit von November bis April kann man dort eine recht grosse Gruppe von Haifischen beobachten. Sie gehören zur Gruppe der Schwarzhaie und der Sandbankhaie.
Beide Spezies gehören zu den gefährdeten Tieren und dürfen nicht gejagt werden. Obwohl sie für Menschen nicht als gefährlich gelten, wird davor gewarnt, in diesem Bereich zu tauchen oder zu schwimmen.
Naturschutz:
Eine neue Studie der Universität von Tel Aviv zeigt, dass die Strände von Israel, besonders zwischen Hadera und Tel Aviv mit mehr als zwei Tonnen Mikroplastik verseucht sind. Am geringsten ist die Belastung im südlich von Tel Aviv gelegenen Rishon le Zion und im nördlich von Hadera gelegenen Dor Beach. Orte, die an Flussmündungen liegen, zeigen regelmässig eine höhere Belastung auf. Oft entspringen diese Flüsschen in Judäa, wo Verunreinigungen ohne vorherige Reinigung in das Wasser geleitet werden.
Zu den gefundenen Quellen der Plastikverschmutzung gehören Lebensmittelverpackungen, Einweg-Kunststoffprodukte und Fischernetze. Vor allem Schildkröten, die an der Küste nisten, gehören zu den Opfern der Wegwerfgesellschaft. Im Zentrum für Meeresschildkröten nördlich der Küstenstadt Netanja. Dort nimmt man die verletzten Schildkröten auf und versucht, sie von ihren Verletzungen zu heilen. Dies gelingt nur in wenigen Fällen.
Schildkröten verwechseln im Wasser treibende Plastikbeutel oft mit Quellen, die zu ihrer Nahrung gehören und schlucken diese hinunter. Abgerissenen oder gar fortgeworfenen Fischernetze schlingen sich um den Körper der Tiere und fesselt sie bis zu Bewegungsunfähigkeit.
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