25. Cheschwan 5783
Antisemitismus in der Kultur:
Gerade erst wurden die antisemitischen Objekte der Documenta in Hannover halbwegs verarbeitet, da kommt es mit einer provokanten Aufführung am Metropol Theater in München zu einer weiteren Eskalation.
«Du hast deine Geschichte leider nicht leben können, weil du der Gaskammer entwischt bist, sonst wären wir dich los gewesen.» Wer das lustig findet, wie zahlreiche Zuschauer der Vorführung, hat von der Geschichte nichts verstanden.
Das Theaterstück «Die Vögel» aus der Feder des libanesischen Schriftstellers Wajdi Mouawad geriet unter der Regie von Jochen Schölchs zu einem derartig unverbrämten Stück antisemitischer Darstellung, dass der Jüdische Studentenbund jetzt die vorläufige Einstellung der Aufführungen erreichte.
Eitan, der jüdische Protagonist, wirft seinem Grossvater, einem Überlebenden der Shoa vor «ständig alles, was passiert mit seinem Scheiss-KZ zu vergleichen». Juden verkommen zu üblen Rassisten, die zahlreiche tote Palästinenser fordern. «Wir feiern den Sieg mit Jubelgeschrei und Heiterkeit». Allein dieser Satz ist eine bitterböse Persiflage auf die lauten Jubelfeiern der Palästinenser, wenn ein Terrorist Juden ermordet hat. Wir alle kennen die Bilder aus den Medien.
Der Regisseur Jochen Schölch hat es mit entsprechenden Kürzungen erreicht, dass die Dialoge nicht mehr den Originalen entsprechen und das antiisraelische Narrativ unterstützen.
Auf der Webseite des Theaters findet man folgende Einschätzung: «„Vögel“ ist ein modernes „Romeo und Julia“, vielschichtig, poetisch, gewaltig und zerrissen, wie die Herzen und Identitäten seiner Protagonisten.» Hier findet man die Stellungnahme des Theaters.
In der Kritik der Süddeutschen Zeitung heisst es sogar, «vielen gilt es als «Nathan der Weise» unserer Gegenwart. Die Uraufführung fand im Jahr 2017 in Paris statt. Jeder der Darsteller sprach in seiner Sprache, Deutsch, Englisch, Hebräisch und Arabisch. Für die Zuschauer wurde der Text als Laufband transkribiert. In Paris wurde das Stück als Plädoyer für Toleranz und Frieden gewertet.
Über den Wolken….
Sollte der designierte PM Benjamin Netanyahu wieder sein Amt einnehmen, so könnte das im Hangar vor sich hin gammelnde «Staatsflugzeug» mit dem schönen Namen «Wing of Zion» doch noch Ehren kommen. Weder der ehemalige PM Nafatli Bennett, noch der amtierende PM Yair Lapid, noch Präs. Isaac Herzog haben den Wunsch verspürt, in diesem, mit dem Namen Benjamin Netanyahu eng verwobenen Flugzeug zu reisen.
Immerhin würden für einen durchschnittlichen Flug mit der Staatsmaschine etwa € 1.5 Millionen die Staatskasse belasten, hingegen das Anmieten einer entsprechenden Maschine der ELAL nur mit etwa € 600 Tausend zu Buche schlagen. Darüberhinaus reisen die israelischen Politiker sehr oft in einer regulären Linienmaschine.
Die Maschine wäre sofort wieder einsetzbar, einzig das Raketenabwehrsystem wurde ausgebaut und kann jederzeit wieder schnell neu installiert werden.
Die Boeing 767, eine mehr als 20 Jahre alte Maschine, entspricht absolut nicht mehr den heutigen Anforderungen. Weder was den Treibstoffverbrauch noch was die Abgase angeht.
Sicher wäre es am besten gewesen, das zu tun, was PM Yair Lapid vorgeschlagen hat: Verkaufen, weil sie all das repräsentiert, was die korrupte und fragile Regierungszeit vom designierten PM ausmachte.
Es gibt Männer des Buches und Menschen, die kämpfen:
Jeder junge Mensch in Israel muss seinen Militärdienst ableisten. Entweder bei der IDF, einem staatlich anerkannten Ersatzdienst oder der Grenzpolizei. Wehrdienstverweigerung ist offiziell nicht möglich. Wer von der IDF abgelehnt wird, wie MK Itamar Ben-Gvir, hat sein Leben lang einen schwarzen Fleck auf der Weste. Die Militärzeit ist für niemanden ein Zuckerschlecken. Wenn man beobachtet, wie ernsthaft sich die jungen Menschen darauf vorbereiten, um einen möglichst hohen Gesundheitswert zu erhalten, kann man nur stolz sein.
Sehr viele junge Frauen und Männer streben an, in einer der «kämpfenden» Einheiten ihren Dienst zu absolvieren. Alle stellen sich in den Dienst der Verteidigung des Landes, viele werden verletzt, leider sterben auch immer noch zu viele.
Reich werden sie dabei nicht. Im Januar wurde die Besoldung endlich nach jahrelangen Versprechen angehoben. Etwa € 125 Millionen sind für die Besoldung im Staatsbudget vorgesehen. Peanuts für einen reichen Staat, wie Israel einer ist. Für die Mitglieder der kämpfenden Truppe wurde der Monatsbetrag von € 600 auf € 750 angehoben, bei allen anderen steigerte sich der Betrag von € 300 auf € 450.
Zum Vergleich: In Deutschland ist die niedrigste Besoldungsstufe € 2.328,82, in Österreich liegt sie bei € 2.723,60, in der Schweiz liegt der Regelsatz bei mindestens CHF 62 pro Tag.
Diesen Betrag können junge Männer einfacher erhalten. Wenn sie eine ultra-orthodoxe Jeshiva besuchen, dann erhalten sie ab dem zweiten Jahr € 500 pro Monat. Um seinen potenziellen Koalitionspartner MK Yitzhak Goldknopf am Verhandlungstisch zu behalten, hat der designierte PM Benjamin Netanyahu versprochen, die Entschädigung für Studenten an den Yeshivot gewaltig zu erhöhen.
Mit Geldern, die von Familien gezahlt werden, deren Kinder bei der IDF dienen. Für Gelder, die an Familien gehen, deren Kinder im warmen «Cheder» nichts anderes tun, als sich mit den Heiligen Schriften zu beschäftigen.
Die betroffenen Haredim machen mit etwa 1.2 Millionen Bürgern etwa 13 % der Gesamtbevölkerung auf. Im Jahr 2060 wird sie auf geschätzte 30 % anwachsen. Interessant sind die nachfolgenden Zahlen. Während etwa 75 % der Frauen in diesem Sektor arbeiten, was in etwa dem allgemeinen Durchschnitt entspricht, sind es bei den Männern nur erschreckende 50 %! Davon haben nur 1/3 einen Vollzeitjob.
Ihr Beitrag zum Staatshaushalt beträgt pro Monat etwa € 375 an Einkommenssteuer, wohingegen nicht-haredische Familien etwa € 1125 zahlen müssen.
Macht es also weiterhin Sinn, junge Männer, die in ihren Schulen, komfortabel unterstützt vom Staat, weiterhin in die IDF zu zwingen? Wo sie sich brillant durch die analytischen Fähigkeiten hervortun, die sie im jahrelangen Talmudstudium erworben haben? Oder wäre es nicht sinnvoller, sie in den Jeshivot durch entsprechende Curricula auf ein Berufsleben vorzubereiten. In Berufen, die ihnen liegen und wo sie in ihren speziellen Lebenseinstellungen respektiert werden.
Der haredische Sektor wird weiterwachsen und Israel kann es sich nicht leisten auf diese wertvollen Arbeitskräfte zu verzichten, die genau in den Sektoren arbeiten könnten, die ihren Fähigkeiten bestens entsprechen.
Tierische Waffen, tierische Spione:
Was hatten wir nicht schon alles, Delphine, Adler, Tauben, einen Eisvogel….Alle haben sie angeblich für Israel spioniert.
Jetzt also Wildschweine. Sie werden nicht als Spione eingesetzt, sondern als geheime Waffe gegen Palästinenser. «Israel benutzt Wildschweine, um seinen kolonialen Einfluss auf palästinensisches Land zu stärken“, schrieb das Institute for Middle East Understanding. „Es wurde festgestellt, dass israelische Siedler Wildschweine als eine Form des Missbrauchs auf palästinensischem Ackerland aussetzen. Diese illegalen Siedler benutzen die Wildschweine, um Palästinenser unter Druck zu setzen und einzuschüchtern, in der Hoffnung, sie von ihrem Land zu vertreiben und es für illegales Siedlungswachstum zu räumen.»
Wildschweine stellen in ganz Israel ein grosses Problem dar. Sie vermehren sich rasant, sind geschützt und dürfen daher nicht gejagt werden.
Während des ersten und zweiten Lockdowns in der Corona Pandemie bevölkerten sie hemmungslos ganze Städte. In Haifa wüteten sie in Gärten, brachen sogar vereinzelt in Privathäuser ein. Auch Angriffe auf Menschen und Hunde wurden bekannt.
Bereits 2014 hatte der PA Präs. Mahmoud Abbas behauptet, dass Israel in jeder Nacht gezielt Wildschweine auf Palästinenser loslassen würde.
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