Was geschah am 23. November?

29. Cheschwan 5783

Geboren:

1902 wurde Isaac Bashevis Singer als Icek Hersz Zynger in Leoncin, heute Polen geboren. Er selbst gab als Geburtsdatum den 14. Juli 1904 an. Singer stand in der achten Generation von chassidischen Rabbinern in der Familie. Einer seiner Vorfahren war Schüler des Gründers des Chassidismus, Ba’al Shem Tov.

Das Leben in der Familie war geprägt von der Ablehnung aller Vergnügungen und dem völligen Fehlen von Luxus. Singer selbst betrachtete sich als Atheisten, der überzeugt war, dass alle einschränkenden Regeln, die in seiner Familie von Generation zu Generation tradiert wurden, nicht gottgewollt seien, sondern von Menschen ausgedacht waren. 

In Folge der bedrückenden Wirtschaftslage trennte sich die Familie 1917. Er blieb mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder in der Heimatstadt, während der Vater in Warschau im jüdischen Armenviertel lebte. 1921 ging Singer nach Warschau, um sich dort zum Rabbiner ausbilden zu lassen, brach die Ausbildung jedoch ab und kehrte nach Leoncin zurück.

1923, wieder in Warschau, arbeitete er als Korrektor einer jiddischen Zeitung und begann selbst zu schreiben. Ab 1950 nannte er sich Isaac Bashevis Singer.

1935 erhielt er die Möglichkeit in die USA zu übersiedeln. Bedingt durch den Umzug trennte er sich von seiner ersten Frau und seinem Sohn, den er erst 1955 wieder traf. 1943 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Sein gesamtes Werk verfasste er in Jiddisch und begann erst zu Beginn der 50-Jahre mit der Übersetzung ins Englische. 1978 erhielt er als bisher einziger Schriftsteller, der in jiddischer Sprache schrieb, den Nobelpreis für Literatur. Für Singer selbst war Jiddisch «die reichste Sprache der Welt».

Am 24. Juli 1991 verstarb er in einem Pflegeheim in Miami.

1920 wurde Paul Antschel in Czernowitz, damals Rumänien geboren. Antschel änderte später seinen Namen in Ancel, die rumänische Schreibweise, um. Als Künstler wurde er bekannt unter dem Anagram Celan.

Er besuchte zunächst die deutsche und anschliessend hebräische Grundschule und legte 1928 das Abitur am rumänischsprachigen Gymnasium ab. Unmittelbar danach begann er das Medizinstudium in Tours, brach dies aber nach dem zweiten Semester ab und begann in seiner Heimatstadt Romanistik zu studieren. 

Nach der Besetzung der Stadt durch die Russen im Jahr 1940 konnte er zunächst sein Studium fortsetzen, wurde aber dann mit seinen Eltern in das lokale Ghetto zwangsübersiedelt. Beide Elternteile verstarben kurz darauf, der Vater an Typhus, die Mutter wurde von den Nazis erschossen. 

Diese beiden traumatischen Erlebnisse hinterliessen bei ihm eine tiefe Schuld, sie im Stich gelassen und überlebt zu haben. Deutliche Zeichen dieser Schuld findet sich in seinen Werken. Das Gedicht «Todesfuge» (1952) thematisierte den Mord der Nationalsozialisten an mehr als 6 Millionen europäischen Juden. 

Nach dem Krieg setzte er seine Studien in Bukarest fort und arbeitete als Übersetzer und Lektor. 1947 floh er vor der geplanten Umstrukturierung Rumäniens nach stalinistischem Vorbild über Ungarn nach Wien und später nach Paris. 

Plagiatsvorwürfe, die gegen ihn erhoben wurden und seine frühen Traumata führten dazu, dass er mehrfach in psychiatrische Kliniken eingewiesen wurde. 1969 unternahm er seine erste und einzige Reise nach Jerusalem. Aus dieser Zeit stammt sein Spätwerk, das sein schwieriges Verhältnis zu seinem jüdischen Glauben thematisiert. 

Die Umstände seines Todes und der genaue Tag sind nicht bekannt. Sein Leichnam wurde am 1. Mai 1970 aus der Seine geborgen. 

Terror:

Tiran Fero wurde in der Nacht auf Heute von bewaffneten palästinensischen Terroristen aus dem Spital in Jenin entführt. Fero stammte aus dem Drusen Städtchen Daliyat al-Karmel und besuchte die letzte Klasse des Gymnasiums. 

Laut Aussagen eines Onkels lebte der schwerstverletzte junge Mann zum Zeitpunkt der Entführung noch und lag auf der Intensivstation. Etwa 20 maskierte und bewaffnete Terroristen drangen in das Zimmer ein, lösten die Verbindungen zu den Geräten und nahmen den Leichnam mit sich. Das ist nichts anderes als ein ganz infamer, unmenschlicher Mord. 

Die ebenfalls vor Ort anwesenden Eltern fürchteten berechtigterweise um ihr Leben. «Hätten sie entdeckt, dass wir Israelis sind, hätten sie auch uns entführt.» Sie hätten sich langsam fortbewegt und anschliessend versteckt, bis sie aus ihrer misslichen Lage befreit und nach Hause zurückgebracht worden seien.

Fero war nach dem Unfall in das nächstgelegen Spital gebracht worden, während sein Freund, der leichter verletzt war, zum Ckeckpoint gebracht und dann mit dem Helikopter in das nächste israelische Spital gebracht worden sei. 

Offensichtlich gingen die Terroristen davon aus, dass Fero ein Mitglied der IDF gewesen sei. Die Entführung von verletzten oder gar bereits verstorben Soldaten wird von der Hamas immer wieder als Druckmittel gegen Israel eingesetzt. 

Dieser grauenhafte Terror gegen einen israelischen Zivilisten zeigt, dass die Grausamkeit und Perfidität der palästinensischen Terroristen nochmals ein neues Mass erreicht hat.

Zwei gewaltige Detonationen erschütterten heute am frühen Morgen Jerusalem. Ein israelisch-kanadischer Jugendlicher, Arye Shechopeck, 16, der in Jerusalem eine Yeshiva besuchte, wurde bei einem der beiden Terroranschläge getötet, mindestens 26 Personen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Dass bei den beiden Detonationen nicht noch mehr Personen zu Schaden kamen, grenzt an ein Wunder, wie einer der Sanitäter vor Ort festhielt. 

Die Detonationen fanden im Abstand von 30 Minuten statt. Soweit die Untersuchungen es bisher ergaben, geht die Polizei davon aus, dass die Sprengsätze bereits zuvor vor Ort deponiert und anschliessend mit Fernbedienungen von einem Handy gezündet worden sind. 

Bei den Bomben handelt es sich um sogenannte «schmutzige Bomben», die mit Nägeln gefüllt waren, um einen grösstmöglichen Schaden anzurichten. Polizei Kommandant Kobi Shabani hielt fest: «Unser Ziel ist es, weitere Anschläge zu verhindern. Wir setzen alle zur Verfügung stehenden Kräfte ein. Unser Fokus liegt nicht nur auf den beiden betroffenen Regionen, sondern beobachtet alle Plätze, an denen sich viele Menschen bewegen. Noch wissen wir nicht, ob es sich um einen oder mehrere Terroristen handelt. Einen Anschlag dieser Art haben wir seit Jahren nicht mehr erlebt. »

Die Professionalität, mit der die Bomben zusammengebaut waren, die exakte Planung der Detonationen vom Ort und von der Zeit her lassen vermuten, dass es sich um eine organisierte Terrorzelle handelt. Die Anschläge sind aller Wahrscheinlichkeit nach von langer Hand geplant worden. 

Ein Augenzeuge berichtet, dass er unmittelbar vor der Detonation einen Mann beobachtet hat, der mit seinem Handy Aufnahmen vom Tatort machte

Knesset:

Na, das sieht aber wirklich nach einem konspirativen Treffen aus! Um 23:22 Ortszeit befanden sich gestern Abend nur noch vier MKs in der Knesset: der designierte PM Benjamin Netanyahu, MK Bezalel Smotrich, MK Itamar Ben-Gvir und MK Yariv Levin, der Wunschkandidat für das Amt des Knessetsprechers.  

Honni soît qui mal y pense – Ich möchte nicht der Schelm sein, der hier Böses denkt, aber, na ja, man wird doch wohl noch rätseln dürfen.

Tatsächlich fand zu dieser späten Stunde ein Treffen zwischen den oben genannten MKs statt, wie die Medien heute berichten. Haupttenor des Treffens seien gegenseitige Schuldzuweisungen gewesen, warum die andauernden Koalitionsverhandlungen immer wieder ins Stocken geraten. Dem designierten PM wird dabei von seinen Verhandlungspartnern vorgeworfen, immer wieder bereits erreichte Vereinbarungen zu verwerfen.

Wie beim Monopoly: «Gehen Sie zurück zu Start!»



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