Was geschah am 30. November?

6. Kislev 5783

Koalitionsverhandlungen:

Nachdem der designierte PM Netanyahu sich am späteren Abend nochmals mit dem Parteichef von Religious Zionism, MK Bezalel Smotrich zu einem Gespräch treffen wollte, geben ihm wohl noch einige Kollegen in der Knesset Schützenhilfe. Um 22:09 Ortszeit sind noch anwesend: MK Itamar Ben-Gvir, MK Yariv Levin, der designierte PM Benjamin Netanyahu, MK Bezalel Smotrich und weiterhin noch die MKs Yaakov Asher (Religious Zionism) und Ohad Tal (United Torah Judaism).

Wenn sich diese spätabendlichen Verhandlungsrunden in der Knesset noch lange hinziehen, werden wohl die Sicherheitsbeamten eine Überstundenzulage verlangen können. Oder hat jeder der MKs einen Schlüssel? 

Das einzige Ergebnis dieses Treffens dürfte gewesen sein, dass der designierte PM Netanyahu schon jetzt um eine Verlängerung um weitere 14 Tage für den Versuch einer Regierungsbildung an Präs. Isaac Herzog gestellt hat. Damit endet die Frist für diesen Versuch am 25. Dezember. 

Im Laufe des heutigen Vormittags wurde bekannt, dass es noch heute ein Koalitionsabkommen zwischen Likud und dem Religiösen Zionismus geben soll. Einzelheiten wurden noch nicht bekannt gegeben. 

Archäologie:

Ein Schulausflug nach Azor endete für eine achte Klasse mit einem archäologischen High- Light. Azor liegt süd-östlich von Tel Aviv. Der Name der 1948 gegründeten Kleinstadt bedeutet «mächtig» oder «heroisch». Bereits im 7. Jahrhundert BCE wurde der Ort in assyrischen Texten erwähnt. Während der Kreuzzüge im 12. und 13. Jahrhundert war er zwischen Moslems und Christen hart umkämpft. 

Gilad Stern von der israelischen Antiquitätenbehörde, der den Ausflug leitete, sprach von einer Sternstunde. Was ihm zunächst wie ein Spielzeug erschien, entpuppte sich als ein Siegel in einem Skarabäus. Der türkise Körper ist graviert mit einer sitzenden und einer stehen Person. Möglicherweise stellen die beiden Figuren einen ägyptischen Pharao und einen kanaanitischen Herrscher dar.

Skarabäen waren als Siegel sehr beliebt in Ägypten. Dass dieses hier aufgefunden wurde, darf als Beleg dafür genommen werden, dass in der späten Bronzezeit um 1500 BCE die Ägypter in diesem Gebiet die Herrschaft über die einheimische Bevölkerung übernommen hatten. 

Luftfahrt:

Am 4. Mai 2022 wollte eine Gruppe mit mehr als 100 jüdischer Reisenden von New York aus Richtung Budapest fliegen. 

Damals galt auf den Flügen noch die Maskenpflicht. Diese wurde jedoch nicht mehr konsequent durchgesetzt. Einige Teilnehmer der Gruppen trugen dann auch keine Maske. Auf einem Video, das von «Dan’s Deals», einem Reisediskonter, geteilt wurde, ist zu hören, dass ein Mitarbeiter der Lufthansa sagt: «Es sind Juden, die von JFK kommen. Jüdische Menschen, die das Chaos waren, die die Probleme verursachten.»

Lufthansa entschuldigte sich, dass sie damals die gesamte Gruppe vom Einsteigen ausgeschlossen hatte. «Was sich herausstellte, entspricht nicht den Richtlinien oder Werten von Lufthansa. Wir haben null Toleranz gegenüber Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung jeglicher Art.»

Als Entschädigung zahlt die Fluglinie jedem der betroffenen Passagiere etwa US$ 17.400, wobei die genaue Summe noch nicht bestätigt wurde.

Das paranoide, übergrosse Ego des Benjamin Netanyahu:

Heute ging beim Büro des Premierministers ein Antrag vom designierten PM Benjamin Netanyahu ein, er verlange, dass alle Chauffeure, die für den vergangenen PM Naftali Bennet und für den amtierenden PM Yair Lapid gefahren sind, ausgetauscht werden. 

Doch nicht nur das, er legte dem Antrag auch gleich eine Liste bei, welche Fahrer er eingestellt wissen möchte. Alles Chauffeure, die er zu seinen Vertrauten zählt. 

Der amtierende PM Yair Lapid dazu «Als ich das Amt übernahm, habe ich dort alle Fahrer kennengelernt, die für das Büro des PM arbeiten. Einige von ihnen seit Jahren, einige sogar seit mehr als 20 Jahren. Gute Menschen, Profis, alle mit einer Familie. Und nun erfahren sie, dass das Büro von Netanyahu sie alle austauschen will. Ohne Erklärung, ohne Grund, nur weil sie mit mir gearbeitet haben. Als wären sie plötzlich stigmatisiert. Sie werden sicher verschlechterte Arbeitsbedingungen vorfinden, vielleicht werden sie sogar entlassen. Bibi, tu das nicht, das ist unangebracht!»



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