Was geschah am 8.12.?

14. Kislev 5783

Koalitionsgespräche:

Um 23:45 Ortszeit waren gestern Abend noch 11 MKs in der Knesset, neben dem designierten PM und seiner rechten Hand, Yariv Levin, waren es Abgeordnete der Shas und des Likud. Da sollten wohl noch in einem Schnellverfahren gestern Abend Verträge ausgehandelt werden. 

Ich bin gespannt, was heute in den Medien steht. 

Und ja, da ist es!

Heute am frühen Morgen unterschrieben Likud und Shas ein vorläufiges Koalitionsabkommen. Darin wird MK Aryeh Deri, von dem noch gar nicht klar ist, ob er auf Grund seiner kriminellen Vergangenheit überhaupt als Minister zugelassen werden wird, als Innen- und Finanzminister in Rotation mit MK Bezalel Smotrich genannt. Dazu wird er für die gesamte Regierungszeit, wenn sie a.) überhaupt beginnt und b.) überhaupt so lange durchhält, den Posten des stellvertretenden PM übernehmen. Das ist ebenfalls eine neu kreierte Position. Bisher hatte der designierte PM immer darauf verzichtet, einen Stellvertreter zu ernennen. 

Mehr dazu im heutigen Teil 5/5 des Hauptblogs. 

Geschichte:

1987 beginnt die erste Intifada, bekannt geworden als Krieg der Steine in IsraelSie dauerte bis zum Abschluss des ersten Oslo Abkommens von 1993.

Was war die Ursache? Am Grenzübergang Eretz, dem Personenübergang zwischen Israel und Gaza starben bei einem Verkehrsunfall vier Palästinenser. Drei von ihnen lebten im Flüchtlingslager Dschabaliya im nördlichen Gaza Streifen. In den Unfall verwickelt waren ein israelischer LKW und zwei palästinensische Taxis. Die Palästinenser sahen darin einen Racheakt für den Tod eines kurz zuvor in Gaza erstochenen Israeli. 

Die Hamas machte sich die Situation zu Nutze, stachelte die Aufstände gegen IDF-Soldaten an. Während der Beisetzungen der vier Opfer gab es in Gaza, sowie in Judäa und Samaria Ausschreitungen, Steine wurden geworfen und Autoreifen in Brand gesteckt. Das Bild der kommenden Jahre waren die Strassensperren mit brennenden Autoreifen und dichtem, schmierigen Rauch in der Luft. Jugendliche, die Köpfe verhüllt, benutzten Steinschleudern gegen jeden, den sie für einen Soldaten oder zumindest einen jüdischen Israeli hielten. 

Gestorben:

1978 verstarb in Jerusalem die am 3. Mai 1898 in Kiew, geborene Goldie Mabovitch, verheiratete Meirson, als Golda Meir, s’’l, bekannt gewordenene PM von Israel. (siehe 3. Mai)

Archäologie:

David bekämpfte Goliath erfolgreich mit einer Schleuder. Doch nicht nur er bevorzugte diese kleine, aber wenn perfekt beherrscht, äusserst effiziente Waffe, war offensichtlich auch zur Zeit der Hasmonäer beliebt. In Yavne, unweit von Tel Aviv standen sich vor etwa 2.200 Jahren griechische Söldner und jüdische Hasmonäer gegenüber.

Die Hasmonäer waren nach dem Makkabäer Aufstand von 167 BCE entstanden und bildeten die Grundlage zur Gründung eines jüdischen Staates in der Region Palästina. Die dadurch entstandene Selbstständigkeit hielt immerhin für mehr als 100 Jahre. In der kriegslüsternen damaligen Zeit eine lange Zeitspanne. Die damals in der Region kämpfenden Griechen gehörten zu den Seleukiden, Angehörige der nach dem Tod von Alexander dem Grossen entstandenen Diadochenstaaten.

Auf den aufgefundenen bearbeiteten Steinen, die als Geschosse für die Steinschleudern dienten, steht die Inschrift «Sieg für Heracles und Hauron». Ein ganz früher Beleg, dass auch schon vor mehr als 2.000 Jahren die psychologische Kriegsführung nicht unbekannt war. 

Gelebter Tierschutz:

Was hier folgt, ist kein Märchen! In der Nähe von Nahal Chaver in der Judäischen Wüste, stiessen zwei Freunde, die mit einem Jeep unterwegs waren, auf eine Gruppe von Beduinen, die sich bemühten, ein offensichtlich verwundetes Kamel auf eine Decke zu ziehen. 

Sie hielten an und erfuhren, dass das Kamel bei einem Steinschlag an einem Lauf verletzt worden war und sie versuchen wollten, es mittels der Decke in ihr Camp zu bringen. Nicht genug, dass sie den Beduinen halfen, das Kamel auf die Decke zu bugsieren und mühsam 15 Minuten zu ziehen, bis sie auf der Schotterstrasse ankamen. Nun begann das Abenteuer erst.

Dann schien guter Rat teuer, was war als nächstes zu tun? Die einzige Lösung schien, das Kamel im Kofferraum des Jeeps zu transportieren. Hierzu musste zunächst die Rückbank ausgebaut und der Kofferraum geleert werden. So konnte das Kamel recht einfach, wenn auch sicher nicht gerade bequem transportiert werden. Doch nicht genug damit. Auch alle acht (!) Beduinen, die gesamte Gruppe, wollte mitfahren. Im Wagen war nur mehr Platz für zwei, im Kofferraum für weitere zwei, die beiden letzten klammerten sich aussen an die Dachreling und stemmten sich mit den Füssen an den Türen ab. Nach vier Kilomatern erreichten sie das Camp. 

Nachdem das Tier ausgeladen worden war, baten die Beduinen, wieder an den Ort zurückgebracht zu werden, wo man sich getroffen hatte. Dort standen ihre Esel, die nun auch wieder nach Hause geritten werden wollten. Doch zuvor wurden die beiden Helfer zu einem Abendessen eingeladen, das sie leider aus Zeitgründen ablehnen mussten und nur den angebotenen Tee annahmen. 

Dabei erfuhren sie, dass das Kamel, wenn das Bein gebrochen gewesen wäre, eingeschläfert hätte werden müssen. Das hätte den Verlust eines wertvollen Besitzes bedeutet. Gottseidank war dieses Kamel aber nur leicht verletzt. Es wird überleben.



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