Was geschah am 19. Dezember?

25. Kislev 5783

Antisemitismus:

Ein Fahrer des immer wieder in die Kritik geratenen Personentransportunternehmens «Uber» beschwerte sich bei einem Fahrgast in Brooklyn völlig grundlos darüber, dass es «zu viele Juden auf der Welt gibt».

Anschliessend fragte er den Fahrgast, ob er glaubt, dass alle Juden aus Israel stammen würden, woraufhin dieser antwortete «Nein ich bin von Amerika.» Er hatte den Monolog des Fahrers mit dem Handy aufgenommen und stellte ihn über «StopAntisemitism» ins Netz. Allein bei Twitter wurde das Video mehr als 8.000-mal aufgerufen.

Es ist dies nicht der erste Fall. Gravierender war ein Zwischenfall, der sich bereits 2019 in Los Angeles ereignete, als ein Uber-Fahrer zwei Frauen aus dem Wagen wies, nachdem er erfuhr, dass sie an den Feiern zum israelischen Unabhängigkeitstag teilgenommen hatten. Ähnlich erging es einem Diplomaten in Chicago im Jahr 2018, der den Wagen verlassen musste, nachdem er am Telefon Ivrit gesprochen hatte.

Grund genug, dieses Unternehmen nicht weiter zu unterstützen.

Nationalsozialismus:

1919/1936 Zum 100. Geburtstag der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn verlieh diese Thomas Mann, dem Autor der Buddenbrooks, den Titel «Doctor honoris causa». Die offizielle Promotionsurkunde ist bereits seit 1933, dem Jahr der Machtergreifung von Adolf Hitler, verschwunden. Nur mehr ein amtliches Belegexemplar bezeugt die verliehene akademische Würde. 

1936 lebte der berühmte Schriftsteller, der im Jahr 1929 den Nobelpreis für Literatur erhalten hatte, bereits in der Schweiz. 

Nach Küsnacht und Erlenbach an der Goldküste, nach einem Zwischenexil in den USA, kehrte er mit seiner Familie wieder an den Zürichsee zurück.  Allerdings fand er seine letzte Wohn- und Arbeitsstätte an der gegenüberliegenden «Silberküste» in Kilchberg. 

Doch zurück zum Jahr 1936. Thomas Mann beschwerte sich in einem offenen Brief an den Rektor der Universität über das ihm widerfahrene Unrecht. Grund für den Entzug war, dass Thomas Mann im Jahr 1936 die tschechische Staatsbürgerschaft angenommen hatte. Dies führte auf Grund der neuen nationalsozialistischen Universitätsverfassung automatisch zum Entzug der Ehrendoktorwürde. 

Genau zehn Jahre später erhielt er von seiner Alma mater die Ehrendoktorwürde wieder zuerkannt. Eine späte Wiedergutmachung für einen der grössten deutschsprachigen Schriftsteller. 

Archäologie:

Bei Ausgrabungen in der Nähe von Tel Tsaf, einer 7.000 Jahre alten Stadt im Jordan Tal, wurden Fasern eines Textilstoffes gefunden. 

Die mikrokleinen Faserreste konnten dank modernster Technik mit Hochleistungsmikroskopen als Baumwollfasern identifiziert werden. Damit konnte erstmals nachgewiesen werden, dass die Baumwolle, die zu der Zeit noch keine heimische Pflanze war, auf bisher noch nicht entdeckten Handelswegen ins Jordantal kam. Somit konnte nun Tel Tsaf als Handelsknotenpunkt identifiziert werden. 

Wahrscheinlich stammt die Baumwolle ursprünglich aus dem heutigen Pakistan. 

Frauendiskriminierung:

Zumindest ein Geschäft im extrem religiösen haredischen Stadtteil von Jerusalem, Mea Shearim, hat in vorauseilendem Gehorsam die geforderte Geschlechtertrennung bereits umgesetzt. 

Auf einem Schild im Schaufenster des Geschäfts ist zu lesen: «Auf Wunsch der Rabbiner der Nachbarschaft und einer grossen Anzahl unserer Kunden kündigen wir allen unseren Kunden die Einrichtung besonderer Zeiten für Frauen und Männer an.»

Frauen dürfen demnach freitags und am Vortag von Feiertagen ab 11 Uhr vormittags das Geschäft nicht mehr betreten.  Offensichtlich wurde diese Massnahme schon einmal angekündigt, fand aber damals keine Beachtung. Erst jetzt, nachdem von den orthodoxen Koalitionspartnern eine strikte Geschlechtertrennung gefordert wird, setzt auch dieser Kaufmann seine diskriminierende Haltung durch. 



Kategorien:Aus aller Welt, Timeline

1 Antwort

  1. Die Frau ist der unteilbaren Menschenwürde
    die Hybris der Männer tritt sie mit Füßen

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