27. Kislev 5783
Terror:
1975 überfiel eine sechsköpfige Gruppe von Terroristen unter Führung von Ilich Ramírez Sánchez, bekannt geworden als Carlos, der Schakal und Wadid Hadaad von der palästinensischen Terrorgruppe PFLP die Tagungsräume der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) am Universitätsring 10 in der Wiener Innenstadt. Zu der Gruppe gehörten auch zwei deutsche Terroristen, Hans-Joachim Klein und Gabriele Kröcher-Tiedemann.
Die Liegenschaft und die Konferenzräume waren in Absprache mit der OPEC und der österreichischen Regierung, wie heute klar ist, völlig unzureichend gesichert. Die beiden vor Ort anwesenden Kriminalbeamten waren angewiesen, im Gefahrenfall nicht von der Schusswaffe Gebrauch zu machen, sondern Unterstützung anzufordern. Das Tragische dabei war, sie hatten keine Funkgeräte!
So konnte das schwer bewaffnete Terrorkommando problemlos in den Sitzungssaal eindringen. Während des Überfalls wurden drei Personen getötet. Die Terroristen brachten 62 Personen, darunter 11 Minister der an der Konferenz teilnehmenden Staaten in ihre Gewalt. Eine der Forderungen war es, regelmässig in französischer Sprache verfasste Informationen im Radio auszustrahlen, andernfalls würde alle 15 Minuten eine Geisel erschossen. Zugleich forderten sie ein Flugzeug, das sie an ein Ziel ihrer Wahl bringen sollte.
Der damalige BK Bruno Kreisky beschloss, den Forderungen nachzugeben, unter der Bedingung, dass die österreichischen Geiseln vor dem Abflug freigelassen werden müssten. Das geschah auch vereinbarungsgemäss am kommenden Vormittag vor der Fahrt nach Schwechat.
Das Flugzeug, geflogen von zwei freiwilligen Piloten, landet am Mittag in Algier, wo ein Teil der Geiseln aussteigen durften. Die übrigen mussten noch weiter nach Tripolis fliegen und von dort weiter zurück nach Algier. Dort wurden die restlichen Geiseln, angeblich nach einer Zahlung in unbekannter Höhe durch den Schah von Persien und dem König von Saudi Arabien freigelassen.
Der Terroranschlag wurde in Österreich nie zur Gänze aufgeklärt. Schuld daran war unter anderem die schlampige und unprofessionelle Spurensicherung durch die Polizei. Stattdessen intensivierte BK Kreisky den Kontakt mit den Palästinensern, was letztlich zu einem Stillhalteabkommen mit der PLO führte. Mehr als das, er ermöglichte der PLO sogar ein offizielles Büro in Wien zu installieren.
Gefährliche Süssigkeiten:
Am Montag verstarb ein älterer Herr aus Netanya, nachdem er sich beim Genuss von Sufganyot verschluckt hatte. Ein zweiter Patient, auch ein älterer Herr aus Ofakim, der ebenfalls an Erstickungssymptomen litt und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, ist immer noch bewusstlos und muss beatmet werden.
Heute verstarb ein weiterer Patient, der sich am süssen, mit Konfitüre gefüllten Gebäck verschluckt hatte, in Bnei Brak.
Der israelische Rettungsdienst Magen David Adam warnt nochmals eindringlich, die Sufganyot vor dem Verzehr zu zerteilen.
Ähnliche Vorfälle aus den Vorjahren sind nicht bekannt.
Kulturerbe:
Die Welttourismusorganisation der UNO hat den tscherkessische Ort «Kfar Kama» als «internationales Touristendorf» ausgezeichnet. Was die Schönheit und die Sauberkeit des Ortes angeht, konnten sie kaum eine bessere Wahl treffen. Zumindest haben wir das bei einem Besuch so empfunden. Der Ort war so sauber wie kein anderer in Israel, man hätte sprichwörtlich wirklich «vom Boden essen» können.
Der Ort wurde 1878 von tscherkessischen Immigranten gegründet, nachdem sie mit den Ottomanen 1864 nach dem russisch-kaukasischen Krieg in die Region gekommen waren und im Militär dienen mussten. Der Ort liegt zentral im unteren Galiläa.
Das lokale Museum zeigt die Geschichte der Tscherkessen und präsentiert eindrückliche Belege ihrer wunderschönen Handwerkskunst. Hochspannend ist, dass auf den meisten Ausstellungsstücken ein zweitweise winziges Kreuz zu finden ist. Zeugnis dafür, dass sie ursprünglich Christen waren. Ab dem 15. Jahrhundert wurden sie zwangsislamisiert. Heute sind sie sunnitische Moslems, aber keine Araber.
Die Tradition wird hier hochgehalten, geheiratet wird in der Gemeinschaft, Beziehungen vor der Ehe sind undenkbar. Im grossen Unterschied zu den arabischen Moslems, sind die Frauen selbstbewusst, sie studieren, was immer sie wollen, tragen keine Kopftücher. Die meisten jungen Männer leisten in Israel den Militärdienst.
In der örtlichen Schule werden mehrere Sprachen unterrichte, neben Hebräisch lernen sie auch Arabisch, Englisch und Tscherkessisch. Vieles an der Sprache erinnert an Lautmalerei.
Die mitreissende Musik begleitet die archaischen Tänze perfekt.
Übrigens, die Tscherkessen sind als Gruppe die grössten privaten Landeigentümer in Israel. Zurzeit leben etwa 4.000 Tscherkessen in Israel.
Tiere in Israel:
Eine der seltenen arabischen Oryx Antilopen hat am Wochenende in der Arava Wüste ein gesundes Kalb zur Welt gebracht.
Im späten 19. Jahrhundert war diese Tierart in Israel nahezu ausgestorben, nachdem sie exzessiv gejagt worden war. 1989 wurden acht Tiere für ein spezielle Aufzuchtprogramm aus US-amerikanischen Zoos nach Israel gebracht. Mittlerweile leben wieder mehr als 100 ausgewilderte Tiere in der Region. Weitere 120 befinden sich noch in der Aufzuchtstation.
Sie werden alle mit Minisendern ausgestatte und können so von der Natur- und Park- Organisation ständig überwacht werden.
Die Tiere sind äusserst widerstandsfähig und können einige Tage ohne Wasser auskommen. Jede Gruppe wird von einer Leitkuh angeführt. Die Rolle der männlichen Tiere besteht im Schutz der kleinen Herde.
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