24. Tevet 5783
Tourismus:
Die Luxus-Hotelkette «Six Senses», die schon über ein übertrieben luxoriöses Hotel in der Arava Wüste im Süden Israels verfügt, plant jetzt das erste Luxus-Stadt-Hotel in Tel Aviv.
Für den durchschnittlich verdienenden Israeli ist das Hotel sicher nicht der Ort, um dort einen Kurzurlaub zu planen. In der Wüste kostet das preiswerteste Zimmer derzeit CHF 790,–, die teuerste Suite schlägt mit CHF 3.500, — zu Buche.
Das neue Hotel in Tel Aviv soll mit 42 Etagen am Rothschild Boulevard über 11 Etagen mit Hotelbetrieb im unteren Bereich und 31 Etagen mit privaten Appartements ein neues Highlight des bereits überteuerten Immobilienmarktes werden.
Das Besondere an diesem neuen Projekt ist die Lage inmitten von fünf Häusern aus der Gründerzeit der Stadt im klassischen Bauhausstil. Diese Häuser unterliegen dem strikten Denkmalschutz und dürfen baulich nicht verändert werden. Sie sollen den Gästen als Konferenzräume und Restaurants dienen.
Das Hotel soll im Laufe des Jahres 2025 eröffnet werden.
UN – Verurteilung:
Das neue Jahr beginnt erwartungsgemäss in der UNO so, wie das vergangene endete: Mit einer Verurteilung Israels.
«Wir bringen unsere tiefe Besorgnis über die Entscheidung der israelischen Regierung zum Ausdruck, Strafmassnahmen gegen das palästinensische Volk, die palästinensische Führung und die Zivilgesellschaft zu verhängen, nachdem die Generalversammlung um ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofs ersucht hatte.»
Die palästinensische Führung hatte wieder einmal die Generalversammlung der UNO aufgefordert, beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eine Untersuchung über die Rechtmässigkeit der «israelischen Besatzung» einzufordern. Auch über Gaza, das 2005 völlig von Israel geräumt wurde, und dem seit 1967 von Jordanien zurückeroberten Ostteil von Jerusalem soll am ICJ verhandelt werden.
Von den 193 Mitgliedern stimmten «nur» 87 für den Antrag, 16 waren dagegen und 53 enthielten sich. 24 der 27 EU-Staaten stimmten für den Antrag, darunter auch Deutschland und die Tschechische Republik. Nur drei EU-Staaten enthielten sich der Stimme, nämlich Österreich, Kroatien und Ungarn. Auch die Schweiz stimmte für den Antrag.
Personae non gratae:
Sieben US-Senatoren, vier Demokraten und drei Republikaner, kamen heute auf einer Rundreise durch die Mitgliedsstaaten der Abraham Verträge nach Israel.
Für heute und morgen sind Treffen mit PM Benjamin Netanyahu, Oppositionsführer Yair Lapid und dem Knesset Sprecher Amir Ohana geplant.
Senatorin Jacky Rosen, die demokratische Stv. Vorsitzende des Gremiums, hat ausdrücklich verlangt, dass keine Treffen mit Minister Itamar Ben-Gvir und Minister Bezalel Smotrich oder deren Parteimitgliedern stattfinden werden.
Diese Absage wird als klare Aussage der Administration von US-Präs. Joe Biden gegenüber der rechtsextremen Regierung Netanyahu VI gewertet.
Jordanischer Besuch am Tempelberg:
Der jordanische Botschafter in Israel, Ghassan Majali wurde heute von der israelischen Polizei beim Besuch des Tempelberges behindert. Er befand sich in Begleitung des CEO des Waqf. Dieser Organisation wurde nach 1968 und der Rückeroberung der jordanisch besetzten Gebiete von den Israelis freiwillig die Oberaufsicht über Tempelberg übertragen.
Der Polizist hatte den Diplomaten nicht erkannt. Ohne auf eine Begründung zu warten, verliess er mit seiner Begleitung unter Protest das Gelände.
Der Grund für die Weigerung, ihm den Zutritt zu gestatten, wurde damit angegeben, dass der Besuch nicht mit den israelischen Behörden koordiniert gewesen sei. Von jordanischer Seite wurde prompt mit der Feststellung reagiert, dass die Israelis keinerlei Befugnis darüber hätten, wer wann den Tempelberg betreten würde.
Der israelische Botschafter in Jordanien wurde unmittelbar nach dem Vorfall zu einem Gespräch im jordanischen Aussenministerium einbestellt.
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