Was geschah am 25. Januar?

3. Shevat 5783

Französisch-Schweizerische Zusammenarbeit:

Die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich verläuft quer durch das Hôtel L’Arbézie – Franco-Suisse. Das Hotel liegt gleichzeitig in Les Rousses, im französischen Jura und im schweizerischen La Cure, 20 km nordwestlich vom Genfer See. 

Der Grenzstreit geht zurück auf Napoleon, der das Dappental, das seit 1648 zur Schweiz gehörte, annektierte und 1805 zum Bau einer militärisch wichtigen Strasse nutzte. Die Schweiz erhielt 1835 zwar die Herrschaft wieder zurück, was von Frankreich aber nicht anerkannt wurde. 1861 marschierten wiederum französische Truppen dort ein. 

Gebiete wurden ausgetauscht und jeder, der dort wohnte, durfte die Staatsbürgerschaft frei wählen. 

Ursprünglich lagen alle Gebäude des Komplexes auf französischem Gebiet. Mit einem neuen Vertrag aus dem Jahr 1863 wurde die Grenze neu verhandelt und verlief nun mitten durch das Hotel.

Je nachdem, wann der Gebäudeteil erbaut wurde, verläuft die Grenze völlig oder gar nicht durch die Räume. Bei den Restaurants hat dies durchaus bedeutende Gründe. So dürfen einige der angebotenen Gerichte nicht in einem anderen Gebäudeteil angeboten werden. Auch das Kartenspiel ist nicht überall erlaubt. Ein Gemälde von Cézanne wird ebenfalls durch die Grenze virtuell geteilt 

Bei einigen Zimmern verläuft die Grenze zwischen dem Kopf- und dem Fussteil. 

Eine bedeutende Rolle spielte das Haus während des Zweiten Weltkrieges, als jüdische Flüchtlinge die Besonderheit des Hauses für sich nutzten. Die unteren Etagen des Hotels waren durch die Deutschen besetzt, während die oberen auf Schweizer Gebiet lagen und daher für die Deutschen nicht erreichbar waren. Über eine geheime Treppe wurden die Flüchtlinge über die neutrale Schweiz in die Freiheit geschleust. 

Max Arbez, der damalige Eigentümer des Hauses wurde von Yad VaShem als Gerechter der Völker geehrt. 

Das Judentum kennt keine Talismane:

Und doch hat ausgerechnet die Shas Partei jetzt den Vorschlag eingebracht, auf jeder Banknote den Satz «Wir vertrauen auf Gott», den offiziellen Leitspruch der USA, anbringen zu lassen. Ihrer Ansicht nach wird der Zusatz ein «Glücksbringer für die nationalen und privaten Finanzen» sei. Der ehemalige Finanzminister MK Avigdor Liberman nannte dies «Einen interessanten Aspekt, um die Lebenshaltungskosten zu senken.»

In der Präambel zu diesem Gesetzesentwurf heisst es: «…, dass das jüdische Volk einen klaren und einfachen Glauben hat, dass alles von Gott gesegnet ist, einschliesslich des wirtschaftlichen Wohlstands“. Sie zitiert einen Satz aus den Psalmen, der Gott anfleht: «Öffne deine Hände und sättige das Verlangen aller Lebewesen. Daher ist es wichtig, Gott dankbar zu sein und diesen Glauben auf den Banknoten des Staates Israel zum Ausdruck zu bringen.

Auch Finanzminister Bezalel Smotrich vertraut in seiner Politik auf Gottes Hilfe: «Wenn wir der Thora folgen, werden wir mit finanzieller Fülle und grossem Segen belohnt. Das wird mein wirtschaftlicher Ansatz sein.»

Antisemitismus:

Die Tel Aviv Universität zeigt in der «Wiener Bibliothek zur Holocaustforschung» ein Würfelspiel, welches 1938, vermutlich unmittelbar nach der Reichspogromnacht, produziert wurde. Wahrscheinlich wurden damals mehr als 1 Million Exemplare auf den Markt gebracht, heute existiert nur mehr eines. Es befindet sich im Museum für Jüdisches Erbe in Manhattan. 

Das Spiel mit dem Namen «Juden raus» erinnert entfernt an «Fang den Hut», ein damals wie heute beliebtes, völlig unpolitisches Spiel.

Auch hier geht es um Hüte. Sieger ist, wer mindestens sechs «Judenhüte» «einsammelt», die sich zu Beginn des Spiels in der Mitte des Bretts, das die belebte Stadt darstellt, befinden. Die «Juden» müssen aus der Stadt hinaus an bestimmte Positionen gebracht werden, wo es dann heisst «Auf nach Palästina»

Wirtschaftlich gesehen war das Spiel ein Flop, die Deutschen liebten es nicht und der Verkauf ging nur schleppend vor sich.

Pessach naht:

Wenn es auch noch gute zwei Monate bis dorthin ist, kann man die ersten Vorbereitungen auf dem israelischen Markt schon jetzt erkennen. 

Der Preis für Eier wird erheblich erhöht. Mittelgrosse Eier, die nach europäischem Standard in etwa der Grösse «S» entsprechen, werden pro Dutzend von € 3,– auf € 3.50 erhöht, die «extra-grossen», in Europa bestenfalls «L» von € 3.50 auf € 4.–. Das entspricht in etwa den Preisen in der Migros und im Coop.

Das Landwirtschaftsministerium begründet die Preiserhöhung mit den gestiegenen Futtermittelpreisen. Die wiederum seien begründet im Krieg in der Ukraine. Es kündigt sicherheitshalber an, dass es zu einem Engpass in der Produktion kommen werde, wenn die Preise jetzt nicht anstiegen. 

Verglichen mit anderen Staaten sind die Preise für Eier in Israel extrem hoch. Auffallend ist, dass es immer im Zusammenhang mit Pessach zu einer dramatischen Verknappung kommt, die vor einigen Jahren sogar zu einer Rationierung bei den Käufen führte. 



Kategorien:Israel, Timeline

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